|
Einladung zur Diskussion
In einer der letzten Ausgaben der Wochenzeitschrift "Das Goetheanum" (3/07) erschien ein Artikel, der sich mit dem Zusammenhang von Grundeinkommen und der Idee von Reinkarnation und Karma beschäftigte. Daran anknüpfend taucht natürlich die Frage auf, ob das Eine nicht ohne das Andere zu denken sei.
Ein Satz soll die Grundtendenz des Artikels von Bernhard Steiner deutlich machen: "Wachen wir für das Einmalige und Individuelle, dass in jedem lebt, einmal auf, so ist es nur ein kleiner Schritt zur Forderung eines Rechtes auf Einkommen." Verstärkt wurde diese Ansicht noch durch die Bemerkung: "Der Keim zur wirklichen Revolution liegt nicht in der Agitation auf der Straße, sondern in einer spirituellen Weltanschauung."
Einige Zitate aus der nachfolgenden Diskussion in der Leserbrief-Rubrik der Wochenzeitschrift mögen stellvertretend zeigen, was die Leser bewegt hat: "Wenn wir darauf warten müssen, bis der Gedanke von Reinkarnation und Karma eine politische Mehrheit findet, dann sähe es für die Idee des Grundeinkommens für alle wohl eher düster aus. Was muss uns denn hindern, uns im Praktischen mit jenen zu verbünden, die sich der Idee das Grundeinkommens für alle aus anderen Hintergründen und Quellen genähert haben als wir selbst."
Soweit eine Meinung und eine andere: "Meiner Lebenserfahrung nach setzt sich die Idee von Reinkarnation und Karma heutzutage mehr und mehr "von selbst" durch, ohne dass für sie missioniert werden muss. Die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens dagegen stößt noch auf viel Unverständnis und Gegenargumente. Wäre es nicht zeitgemäßer, alle Kräfte und Bemühungen auf deren Überwindung zu richten?" Und weiter weist der Schreiber dieses Leserbriefes auf den Vorteil hin, "dass wir uns auf selbst erarbeitete Überlegungen und Argumente und nicht vielfach auf bei Rudolf Steiner "geliehene Argumente" stützen müssten. Anthroposophische Zeitungen würden dadurch wohl viel interessanter für "Außenstehende" werden."
Ein weitere Briefschreiberin merkt an, dass alle anthroposophischen Arbeitsgemeinschaften ihr soziales Leben nach einem traditionell aufgebauten Lohnsystem, "das auf Arbeit gegen Leistung beruht", eingerichtet hat. Wo also, wird gefragt, "sind Menschen, die die Kraft gefunden haben, die Mission Rudolf Steiners im Abendland einzuführen?"
An den durch den Artikel aufgeworfenen Fragestellungen ist deutlich geworden, das zur Verwirklichung der Idee des bedingungslosen Grundeinkommens sicher noch einige Schritte erforderlich sind, um diese Idee wirklich zur Reife zu bringen. Die Ernsthaftigkeit, mit der die auch unterschiedlichen Betrachtungen und Meinungen in der Zeitschrift dargelegt wurden, lässt Hoffnung aufkommen, dass es gelingen kann.
Einladung zur Diskussion im Forum von Themen der Zeit ..zum Forum >>
Link zur Wochenschrift Das Goetheanum
|