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Guttenberg. Sturzhelm auf?

05.03.2011

Hinter´m Licht.
von Max Michels von den beatagenten.

Es hilft nix. Herr zu Guttenberg hatte etwas viel von dieser Paste genascht. Die Quittung folgte zwar nicht auf dem Fuße, gleichwohl hieß es ja schon bei ihm - dem sorgenden Familienvater - während der Erstellung seiner Doktorarbeit: "Gut Ding will Weile haben."

Inzwischen war der Freiherr schon ganz schön weit oben angekommen. Da ist man dann eben - im Falle des Falles - auch eine ganze Weile unterwegs, bis man wieder unten ist. Von "absurden" Vorwürfen hatte er gesprochen, als der Sturzflug begann. Absurd finde ich nun wiederum, in einer solchen Situation einen löcherigen Fallschirm zu benutzen, um den Sturz aufzuhalten. Nun ja, runter kommen sie immer.

Sein Papa hätte von "Menschenjagd" gesprochen, heißt es bei Zeit-Online und weiter: So etwas hätte er (Enoch zu Guttenberg) "nach dem Zweiten Weltkrieg noch nicht erlebt und auch nicht mehr für möglich gehalten." Ich kann das natürlich nicht beurteilen, denn mir ist die Gnade einer noch "späteren" Geburt zuteil geworden. Trotzdem finde ich derlei Vergleiche einigermaßen fragwürdig.

Denn felsenfest steht, dass es sich bei Herrn zu G. um einen Zeitgenossen handelt, der mit einer Qualifikation hausiert hatte, die er offensichtlich nicht besaß. Und das er jetzt kein Doktor und auch kein Minister mehr ist, finde ich ganz in Ordnung. Ungestraft führt man diejenigen, die einen als Lichtgestalt feiern, nicht hinter´s Licht. Noch nicht einmal die konservativen Medien. Und alles andere regelt dann vielleicht sogar noch die Staatsanwaltschaft?

Nun scheint es aber, als sei der Herr Papa darüber nicht sonderlich amused - was ja irgendwie auch verständlich ist. Eine Alternative hätte ich aber zu dessen "Menschenjagd". Vielleicht so etwas: "Wenn man abschreibt und wird erwischt, dann steht man dazu". So in der Art, wie er es 2009 in der SZ beschrieben hat. Sein Sohn Karl Theodor hätte, so sagte er damals: "als Kind schon ein wahnsinniges Pflichtbewusstsein gehabt, wie auch mein anderer Sohn. Wenn ich abends weg musste und gesagt habe, ihr seid um neun im Bett und das Licht ist aus, dann war das so."
Da kann man doch davon ausgehen, dass der Karl-Theodor gehorcht hätte, oder? Stattdessen geht der Papa gemeinsam mit den KT-Sympathisanten auf die Straße, um den Star wieder in Amt und Würden zu demonstrieren. Ein bisschen wundern mag man sich schon darüber. Adel verpflichtet? Immerhin schrieb die SZ damals über ihn, den Papa: "... er prophezeit, dass man von den Guttenbergs bundesweit noch überrascht sein wird."

Das nun wiederum sehe ich inzwischen ganz genau so.