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 |  | Gedenkstein für Felix Fechenbach |
Gedanken zu einem aktuellen Thema
von Michael Mentzel
Es geschieht an einem Augusttag 1933 in der Nähe der Orte Kleinenberg und Scherfede, Ostwestfalen. Ein Auto biegt in einen Seitenweg ein, die Insassen steigen aus und wenige Sekunden später fällt ein Schuss. Am Boden, erschossen, Felix Fechenbach, Journalist, Jude, Sozialdemokrat, Pazifist, Mensch. Ermordet von denen, die es mit dem Leben nicht so genau nahmen. Nazi-Schergen. SA-Männer, SS-Männer, Familienväter, Nachbarn, Menschen. Aufgehetzt von einem Regime, an dessen Spitze ein Mensch namens Adolf Hitler stand. Ein missliebiger Kritiker war nicht nur mundtot gemacht worden, dieser Journalist wird nie wieder eine Zeile schreiben. Achtlos fährt man an dem Hinweisschild an der Bundesstraße 68 vorbei. Was ist es, dass man doch plötzlich aufmerksam wird, sein Auto wendet und in den kleinen Seitenweg einbiegt? Später wird man nachsehen im Internet. Wer war Felix Fechenbach? Man stößt auf Namen wie Oskar Maria Graf, Albert Einstein und andere. Menschen, die zum Krieg ein Verhältnis gefunden haben, das jegliche Heroiisierung ausschließt. Nein, es ist noch nicht alles verloren. Immer noch gibt es Menschen auf der Welt, die nicht einfach zusehen und diesem grausamen Irrsinn noch gute Seiten bescheinigen. Ich habe eine sehr große Hochachtung vor Dietrich Bonhoeffer, Gandhi und Martin Luther King, die ihr eigenes Leben für die Freiheit anderer und die Achtung vor dem Leben auf Spiel setzten und es auch verloren. Wer im Angesicht des millionenfachen Leides, das Krieg, Terror und Gewalt hervorgerufen hat und auch heute noch täglich hervorruft, dem Krieg heroische Seiten abgewinnt und seien sie noch so geisteswissenschaftlich verbrämt, kann in meinen Augen seine Sinne nicht mehr alle beieinander haben. An Felix Fechenbach erinnert ein Gedenkstein an der Stelle, an der er erschossen wurde.
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