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Kleinmeister gewinnt Bob Dylan-Cover Contest mit "Don´t Think Twice" Paderborner Künstler Carsten Mentzel "nur" Zweiter.
von Max Michels
19.05.2008 - Nein, es war kein packendes Finale, zum Schluss war es einfach nur noch ein bisschen Krampf, denn was bei diesem Wettbewerb an Pleiten, Pech und Pannen zusammenkam, ist schon beachtlich. Es dauerte schon ziemlich lange, bis überhaupt erst einmal die 10 Finalisten feststanden, dann tat man sich offensichtlich sehr schwer, ein Voting-Tool zu installieren und dann stimmten die angezeigten Prozentzahlen nicht mit den Bands überein, weil die Grafik falsch dargestellt wurde, was aber offensichtlich eine ganze Weile nicht bemerkt wurde. So kam es, dass zwar unser Favorit mit seinem Song "Just like a woman" bis kurz vor Schluss auf Platz 1 stand, gefolgt von "Kleinmeister", aber zwei andere Bands, nämlich "simp the dog" und "floppy dee", als die Führenden angezeigt wurden. Da konnten einem die beiden schon ein bisschen leid tun, weil sie sich mit ihren Songs eine ganze Weile an der Spitze gewähnt hatten.
Als die Jungs (oder Mädchen?) von "I´m not there" - peinlich genug - ausgerechnet von einem Teilnehmer des Wettbewerbs auf den Fehler der falschen Prozentanzeige aufmerksam gemacht wurden, änderten sie die Grafik und verlängerten gleichzeitig den Wettbewerb. Von Hacking und von Manipulation war in einigen Kommentaren - wenn auch augenzwinkernd - auf der Seite von "I´m not there" die Rede, es war aber doch wohl nur ein bisschen Schlampigkeit und der Umstand, dass die Veranstalter die Sache am Anfang anscheinend etwas zu sehr auf die leichte Schulter genommen haben. Nun begann ein Kampf um die Stimmen, der allerdings zur Lachnummer zu werden drohte, weil es nicht mehr um die Musik ging, sondern darum, wer die meisten Stimmen mobilisieren konnte. Die Kleinmeister schienen am Ende offensichtlich viele Helfer und ein wohlabgestimmtes Timing gehabt zu haben, denn am letzten Tag des Votings Schlag acht begannen ihre Stimmen zu steigen und innerhalb von drei Stunden hatten sie den Vorsprung von 11% auf den führenden Carsten Mentzel aufgeholt.
Das Ganze war eben ein mit allen Unwägbarkeiten behaftetetes Spiel, was zwar durch das etwas unprofessionelle Management der Veranstalter zu mehreren bissigen Kommentaren Anlass gab, aber am Ende zählen eben die abgegebenen Stimmen. Und fairerweise muss man dazusagen, dass es wohl auch einige Abstimmungsprobleme mit den Myspace-Leuten gegeben hat. Und deshalb besteht für uns in der Redaktion von Themen der Zeit kein Zweifel, dass es sich trotz aller Pannen um einen verdienten Sieg handelt. Ein bisschen kurios mutet es allerdings an, dass es auch nach dem Ende der Abstimmung - das auf Sonntag 23:59 Uhr gesetzt wurde, immer noch zu Verschiebungen der Prozentzahlen kam und der Zweite inzwischen wieder der Erste ist. Die Myspace-Kollegen in Amerika dürften wohl schon eine Weile aus den Federn gekrochen sein um das Tool abzuschalten und einen Hinweis auf die Seite zu stellen.
Chronistenpflicht aber ist es, festzuhalten, dass alle 10 Finalisten sehr gute Songs für diesen Wettbewerb abgeliefert haben. Gern hätten wir zwar unseren Favoriten mit seinem Song auf dem ersten Platz gesehen, aber eigentlich spielt es am Ende keine Rolle, wer gewonnen hat. Dabei sein ist auch schon etwas.
Was bleibt, ist die Gratulation für den Sieger - der immerhin eine Bandausrüstung im Gegenwert von 5000 Euro bekommt - und nicht zu vergessen das gute Gefühl, dass es eine Menge Bands und Einzelkünstler gibt, die dem Namen des Pulitzer-Preisträgers Bob Dylan durch wunderbare Cover-Songs ihre Reverenz erwiesen haben. Wünschen würde man sich nun noch ein Live-Konzert der drei Ersten oder sogar aller zehn Finalisten, dann erst hätte der Wettbewerb auf Myspace, dem Portal, dass unter dem Begriff "social-network" eine Funktion erfüllt, die Menschen zusammenbringen soll, seinen wirklichen Sinn erfüllt.
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