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Die USA haben einen neuen Präsidenten von Michael Mentzel
Für die meisten Menschen, die ich kenne, ist die Wahl Obamas zum 44. Präsidenten der USA fast wie ein Aufbruch in ein neues Zeitalter. Geben wir es ruhig zu. Wir freuen uns über die jugendliche Ausstrahlung und die Frische dieses Menschen, seine sympatische Art, vom Wir zu sprechen und seine offensichtliche Fähigkeit, Menschen zu begeistern. Dank der hochprofessionellen medialen Inszenierung schwappt der Enthusiasmus über in unsere Fernsehstuben und reißt uns mit in diesen Strudel der Emotionen. Und warum auch nicht? Erwachen müssen wir sowieso irgendwann. Warum sollte der Mensch nicht auch mal wieder Träume haben. Träume von einem besseren Leben, von einer Zukunft. Vom Frieden?
Leider gibt es schon wieder Bedenkenträger, die bereits in der ersten Minute ihr: "Erst mal abwarten!" in die schöne Stimmung streuen und unserem schönen Traum gleich auf eine unsanfte Weise einen Dämpfer verpassen. Nein, jetzt nicht, möchte ich in die Glotze brüllen und dem Störer meine Filzpantoffeln um die Ohren hauen. Hätte ich jetzt nicht meinen Schlafanzug an... ich würde glatt zum Sender fahren und dem Kerl rechts und links...
Natürlich, dass bereits - während auf der Bühne noch die Emotionen geschürt werden - hinter den Kulissen schon wieder gewerkelt wird, dass in dieser Minute wieder Kinder verhungern, Waffengeschäfte getätigt werden, Schmiergelder fließen, Frauen, Kinder, Greise ermordet werden und zwar von Handlangern und Bediensteten von Führern, die vielleicht auch zu Beginn ihrer Amtszeit bejubelt wurden und die vielleicht auch Aufbruch signalisiert hatten, was stört uns das angesichts solcher Bilder eines Wahlsiegs, der der Unserige hätte sein können. "Ich habe einen Traum" oder auch "Yes, we can!". Einen kurzen Moment werde auch ich zum Bedenkenträger. Ich meine, wir sind ganz schön weit davon entfernt, diesen Sätzen wirklich den Sinn zu verleihen, den sie tatsächlich haben. Den Sinn, der wirklich einen friedlichen Kern hat, einen Kern, der mit mir beginnt und nicht im nebulösen Dunst der Schornsteine von Stahlwerken, Waffenschmieden und Panzerfabriken zu dem wird, was die Mächtigen der Welt - erlebbar - unter dem Wort Frieden verstehen: Profit und Macht, Geld und Geschäft.
Aber das Stück Hoffnung, dass es diesmal anders sein wird, schwingt mit bei der Freude über den Sieg dieses Barack Obama. Und das sollte uns zu denken geben. Diese Hoffnung nicht nur im Moment der großen "historischen Stunde" als Konserve für spätere Zeiten in uns zu bewahren, wie wir es vielleicht mit einer "Hoffnung Kennedy" in uns selbst erleben, sondern mit ihr den jeweils neuen Tag zu beginnen und zu fragen, warum wir überhaupt "einen Traum" haben, und wie wir diesen Traum zur Realität werden lassen können, wäre doch lohnend. Es muss ja nicht gleich zur Misson werden.
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