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Alanus-Hochschule: Symposium der Studenten-Initiative Wi.n.d. zum Thema „Wirtschaft neu denken" und Fragen des nachhaltigen Wirtschaftens.
Am Donnerstag, den 14. Mai, und den Freitag, den 15. Mai 2009, werden in Alfter namhafte Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Kunstpraxis die „Rolle der Unternehmen in der Gesellschaft" aus verschiedenen Perspektiven beleuchten, Beispiele aus der Praxis vorstellen und als Forscher ihre Erkenntnisse präsentieren. In Workshops wird die Möglichkeit themenspezifischer Vertiefung geboten. Durch ein prozessorientiert-künstlerisches Programm werden den Teilnehmern neue Perspektiven eröffnet. So entsteht Raum für individuelle Beiträge zur Entwicklung innovativer Lösungsansätze für die wichtigsten Fragen von heute und morgen.
David Kapfer von der Studenteninitiative Wi.n.d. schreibt, warum es sich lohnt, an diesem Symposium teilzunehmen.
Stellen wir die richtigen Fragen?
Alle Welt spricht derzeit von der zur Weltwirtschaftskrise gewordenen Finanzkrise. Doch „Krise" bedeutet immer auch Chance! Wenn weltweit die Finanzmärkte zusammenbrechen, Banken Insolvenz anmelden, Regierungen ins Wanken geraten oder mittels Verstaatlichung der Krisen Herr zu werden suchen – ist da nicht die Frage naheliegend, welche Verantwortung wir selbst – als Unternehmen, als Wissenschaftler, als Student, als Konsument, als Bürger – tragen, die in der Krise liegende Chance wahrzunehmen und daraus die richtigen Entscheidungen abzuleiten? Und was ist die richtige Entscheidung vor dem Hintergrund anwachsender Konjunkturpakete, deren Ziel, Vertrauen zu säen, schon durch die von ihnen verursachte gigantische Schuldenlast, knapp verfehlt sein dürfte?
Allerorts in den Führungsetagen namhafter Unternehmen regiert der Rotstift. Außer Kraft gesetzt wird vielfach das Denken; viele Menschen greifen stereotyp nach dem sicheren Strohhalm „Kostenreduktion". Wie ein Kaninchen vor der Schlange starren Top-Manager auf die sinkenden Nachfrage-Zahlen des GfK-Panels und verhängen weitflächig Moratorien. Alles, was nicht sofortige Quick-wins bringt, was nicht die gewünschte Umsatz- oder Gewinnsteigerung jetzt und sofort sichtbar macht, wird in der „sportlichen Situation" auf Eis gelegt, vornehmlich langfristig angelegte Projekte und Programme, die Nachhaltigkeit oder gesellschaftliche Verantwortung thematisieren, werden auf PR-wirksame Strohfeuer herunter gedampft.
Gerade deshalb halten wir es für notwendig, zu fragen: Was kommt danach? Was sind die größten Herausforderungen für die Gesellschaft in den kommenden 5, 10, 15, 25 Jahren? Was sind die Folgen des derzeitigen Aktionismus für diese Herausforderungen? Interessiert es unsere Nachkommen, die um Trinkwasser kämpfen müssen, dass wir spielen wollten – mit ihren Chancen, ihrer Zukunft? Dass wir den ganzen Globus als Einsatz in diesem Spiel gesehen haben – no risk, no fun? Wie können wir – jeder von uns – diesen Fragen begegnen, ehrlich, ohne die üblichen Floskeln? Wohin wird sich der Nachhaltigkeitstrend entwickeln – bleibt es bei dem Mix aus Freiwilligkeit und staatlichen Vorgaben, der mit schönster Unregelmäßigkeit einzelne Branchen subventioniert um andere ins Unglück zu stürzen? Oder müssen wir uns ganz anderen Fragen stellen – jenseits von CSR (Corporate Social Responsibility)?
Wissen wir Antworten?
Zum Beispiel Klimagerechtigkeit. Reicht die Berücksichtigung des ökologischen Fußabdrucks, sollte dieser gar staatlich verordnet werden, wie die Emissionszertifikate? Oder brauchen wir einen ganz anderen Ansatz? Können wir nicht einfach auf alle Gesetze dazu verzichten und jeder pflanzt Bäume in den Tropen nach Lust und Laune, anstelle Dividenden auszugeben oder Firmenjets zu unterhalten?
Und haben Sie schon mal was von Produktdemokratie gehört? Oder von Assoziationen, wo die gesamte Erzeugerkette gemeinsam mit Kunden Produktentwicklung, -marketing und –vertrieb gemeinsam erarbeitet und so Rückverfolgbarkeit vom Regal bis zur Weide bzw. zur Obstplantage Realität werden kann? Wie steht es mit regionalen Währungen? Könnte so dem chaotischen Spiel der Finanzmärkte solide Wirtschaftskraft entgegengesetzt werden? A propos Banken und Buchhaltung. Gab es da nicht Ansätze ganz verrückter Art – was bedeutet „Care First" für Investoren und Finanzvorstände? Welche Anforderungen stellt Nachhaltigkeit als Programm an Controller? Wie kann Greenwashing für CSR-Experten unattraktiv werden? Braucht es neue Ideen für nachhaltig emotionalisierendes Nachhaltigkeitsmarketing? Hilft Deregulierung und Verstaatlichung den Banken wieder auf die Beine oder liegt die Zukunft im Grenzenlosen, begrenzt durch die Grenzen des „globalen Dorfes"?
Welche Chancen hat US-Präsident Obama, das Vertrauen und die Unterstützung der Welt für die notwendigen Umgestaltungen zu gewinnen? Was kann Politik überhaupt noch leisten, sind nicht die Unternehmer und die Zivilgesellschaft viel wichtigere Akteure, oder zumindest genauso wichtig? Wie steht es mit neuen Antriebsmodellen – kann es sich die Forschung leisten, 100 Jahre lang auf Öl und Gas und den guten alten Verbrennungsmotor zu setzen? Wo bleiben Innovationen, die Überbevölkerungs- und Mobilitätsfragen aufgreifen – kann sich die Menschheit pro Inder ein Auto leisten? Welche Zukunft hat die „Festung Europa", wenn die Pole schmelzen und eine neue Völkerwanderung beginnt? Und schwirrt nicht irgendwo die Idee eines Grundeinkommens herum, bedingungslos, allgemein, der Schrecken jedes Finanzamts und der meisten Gewerkschaften?
Arbeiten unsere Mitarbeiter, um Geld zu verdienen – das könnten sie mit Hartz IV auch – , oder, weil sie einen Sinn darin sehen, ihre Leistungskraft den Zielen unseres Instituts, unseres Unternehmens zur Verfügung zu stellen, um gemeinsam gesellschaftlichen Herausforderungen zu begegnen, Probleme zu lösen und Bedürfnisse unserer Kunden zu erfüllen?
Übrigens soll der Kopf eines Komponisten das seit Marx so gefürchtete mysteriöse Etwas Kapital schlagen können – mit purem Erfindergeist, ohne BWL-Studium! Und nicht genug: als Geheimtipp namhafter Unternehmen gilt der Einsatz von Künstlern – zur Fähigkeiten-Schulung der Mitarbeiter aller Ebenen weit über Team-Building hinaus – da stehen dann u.a. Antizipationsfähigkeit, nonverbale Kommunikation und „Führung als Qualität" auf dem Programm – schon Auszubildende und Studenten führender Unternehmen finden sich regelmäßig auf der Bühne wieder, wo sie sich z.B. im schauspielerischen Interpretieren von Nonsense üben!
Das alles klingt Ihnen wie Märchen aus Tausend-und-einer-Nacht oder Science-Fiction? Dann sind Sie herzlich eingeladen, sich ein Bild zu machen, womit sich das Entrepreneure und Forscher aktuell beschäftigen. Die Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft stehen mit ihren Themen bereit – bereit zum Dialog mit anderen Experten, bereit zum Dialog mit den Teilnehmern. Bringen Sie ihr Thema rund um die aktuelle und künftige Rolle eines Unternehmens in der Gesellschaft mit – seien Sie sicher: das Symposium wird dafür sorgen, dass Sie nach eineinhalb Tagen den idyllischen Tagungsort Alfter mit Antworten verlassen, aber mit mindestens doppelt so vielen Fragen.
Und wenn Ihnen das Eine oder Andere schon bekannt vorkommt: Kommen Sie mit Ihren Themen, Ihren Fragen, Ihren Antworten. Wir freuen uns auf Sie!
Weitere Informationen: www.alanus-symposium.de
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