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Hinter den Mysterien

24.09.2010

Cool... Wow... Uups... Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern? Spurensuche: Waldorfvater auf "Entdeckungsreise hinter den Mysterien".
von Max Michels von den Beatagenten

Im April des Jahres 2007 schreibt ein Vater von zwei Waldorfkindern einen interessanten Aufsatz, der sich mit der Klimakatastrophe beschäftigt. Im Februar 2007 war in Paris der vierte UN-Klimabericht erschienen. Der Autor entnimmt der Studie: "Die Erwärmung ist unzweifelhaft, muß endlich als unumstößliche Tatsache begriffen werden. Entscheidende Schritte sind von jetzt an unumgänglich, wollen wir ausufernde klimatische Extreme, ergo das Schlimmste wenigstens noch verhindern, abmildern, in halbwegs kontrollierbare Bahnen lenken."

Diesen Worten mag man wohl gern zustimmen, wenn man nicht gerade Broder oder Miersch heißt und der Autor - so scheint es - geht sogar noch einen Schritt weiter, schließlich ist er ein überzeugter Waldorfanhänger: "Wir, die wir die Waldorfpädagogik seit dem ersten Kennenlernen mindestens als innovativ, mitunter vielleicht sogar als avantgardistisch, in jedem Fall aber als zukunftsträchtig begriffen und womöglich sogar lieben gelernt haben, müßten uns als glühende Verfechter eines ehrlichen Bewußtseinswandels zu erkennen geben, hier und jetzt. (...) Waldörfler (vorab Rudolf Steiner, der im zeitlosen ökologischen Moment eine charakteristische Schnittstelle der Moderne erkannt hat) könnten sich anerkennend auf die Schultern klopfen, sie könnten sich zugute halten, daß sie es doch schon immer etwas besser gewußt haben. Sie haben auf die bedingungslose Notwendigkeit eines tendenziell harmonischen, weniger reibungsstarken Miteinanders von Mensch und Natur nicht nur hingewiesen; sie haben ihr pädagogische Gestalt gegeben, haben ihr insbesondere in Landwirtschaft und Medizin sanfte, dabei nachhaltige Konturen verliehen - die tief verwurzelte Ahnung also, wenn sich wesentliches, stilbildendes aus diesen und vergleichbaren Ansichten mehrheitlich nicht durchsetzt, bekommen wir es mittel- bis langfristig mit einer Umweltproblematik zu tun, die vorangegangene Schwierigkeiten auf diesem Feld weit in den Schatten stellt."

Cool...

Vielleicht ein bisschen viel Pathos, aber das kann man einem begeisterten Waldorfvater nachsehen, das passiert im Eifer des Gefechts schon einmal. Ich muss gestehen, auch mir ist es ein bisschen so ergangen, als ich zum ersten Mal mit der Waldorfpädagogik in Berührung gekommen bin. In dreißig Jahren schleift sich dergleichen allerdings etwas ab und macht einem Pragmatismus Platz, der zwar den Kerngedanken einer anthroposophischen Pädagogik nicht aus dem Auge verliert, der aber sehr wohl zu unterscheiden weiß zwischen Vision und Realität. Im Laufe der Zeit beginnen so manche begeisterte Waldorfeltern zu merken, dass es eben manchmal nur Wasser ist, mit dem sie ihren bio-dynamischen Tee aufbrühen. Das dieser Tee aber besonders wohlschmeckend ist, daran gibt es trotzdem keinen Zweifel. Auch der Autor der oben zitierten Zeilen, er heißt Michael Ibach und kommt aus Prien am Chiemsee, bestätigt das auf die allerschönste Weise: "Keiner von uns täte sich einen Gefallen, die ökologische Kompetenz der Waldorfpädagogik quasi als alleiniges Errettungsmodell anzupreisen und verbindlich einführen zu wollen. Es geht schlichtweg darum, unsere Einsichten, Erkenntnisse und Erfahrungen als tragfähige Komponente einer weltweiten Überlebensstrategie vorzustellen und dabei dergestalt zu gewichten, daß sich ihre unbestreitbaren Vorzüge mit an die Spitze der Diskussion stellen. Es konstruktiv besser zu wissen als so mancher befangene und allein aus seinem vorhersehbaren Vorteilsdenken argumentierende Debattenteilnehmer, darin sollten wir uns mit allem Respekt versuchen."

Wow...

Und wenn Sie mich jetzt fragen, warum dieser kleine historische Exkurs in die Tiefen des Internet auf der TdZ-Seite: "Das Letzte" veröffentlicht wird, verweise ich Sie auf den Leser-Kommentar von Ibach zu dem Beitrag: Rudolf Steiner in Wolfsburg [Link unten]. In dem Beitrag über den Besuch der Steiner-Ausstellung schreibt Michael Mentzel, Themen-der-Zeit: "In nahezu allen Bereichen des Lebens ist die Anthroposophie Rudolf Steiners in irgendeiner Weise gegenwärtig. Sei es auf dem Demeterhof, auf dem ein freundlicher Landwirt einem Besucher erklärt, warum er Präparate rührt, oder ob die Schrift auf einer Kosmetikverpackung von Wala oder Weleda als "Waldorf" identifiziert wird. Die Lokalteile von örtlichen Tageszeitungen berichten sehr häufig über Veranstaltungen, Klassenspiele oder Konzerte an Waldorfschulen."

Das schildert, ohne besondere Aufregung, erst einmal die Realität, wie sie vom Autor wahrgenommen wird. Was aber macht der Kommentator - just derselbe Michael Ibach aus Prien am Chiemsee - aus diesem Einleitungssatz? Lesen wir einmal nach: "Bereits im ersten Satz paaren sich Wunsch- und Wahnvorstellung in höchst aufdringlicher Weise. Und dabei bleibt es naturgemäß nicht. Der Artikel setzt insgesamt Maßstäbe, an die heranzureichen es schon das hohe illusorische Potential eines Anthroposophen bedarf."

Uups...

Da klingt doch der Bessermensch Ibach aus dem Jahre 2007 ganz anders. Nämlich so, dass hier einer zum Vorschein kommt, der es ganz genau weiß: "(...) unsere Sensibilität komplexen ökologischen Systemen gegenüber lag zu lange im Argen. Und da liegt sie überwiegend noch immer. Ihr dabei ein großes Stück heraus zu helfen, halte ich unsereins für prädestiniert. Weil wir eigentlich immer bestrebt sind, etwas seinem eigentlichen Wesen nach zu verstehen. Sogar, wenn es so weit ausholt, daß es umso heftiger auf uns zurückschlägt. Dem Wesen auf den Grund gehen, nicht seinen unmenschlichen Verformungen auf den Leim, daß zeichnet unsere ausholende Neugier aus. Der wollen wir an einer Waldorfschule entsprechen, indem sich das Bildungsangebot dort an den ganzen Menschen richtet. Und weil der ganze Mensch voller Geheimnisse steckt, hilft ihm der dortige Orientierungsrahmen, so viel Klarheit als möglich zu erreichen, um der langwierigen Entdeckungsreise hinter den Mysterien Anfang und Ziel zu geben."

Sollte es sich bei diesem Zeitgenossen tatsächlich um denselben Ibach handeln, der unter dem Namen "steinerimbrett" obskure Theorien über die Verflechtungen von Anthroposophie und dem Rest der Welt in allen möglichen Foren postet?

Nun, es wäre ja möglich, dass der Herr Ibach - vielleicht als Satiriker - im Jahre 2007 die Internetseite www.dreigliederung.de mit seinen "Unterwanderstiefeln" (Süverkrüp) beglückt hat, aber so ganz wirklich möchten wir daran nicht glauben. Und so bleibt nur ein gehöriges Stückchen Ratlosigkeit übrig und die Erkenntnis, dass das Leben die schönsten Geschichten schreibt, auch wenn sie manchmal so bescheuert sind, dass man am liebsten gleichzeitig lachen und weinen möchte.

Artikel Steiner in Wolfsburg
Waldorfvater Ibach bei dreigliederung.de 

 

Diskussion

2 Kommentare

Seite 1 von 1 1

#1 Dorothea schrieb am 25.09.2010 00:34

@ Max Michels von den Beatagenten

 

lassen Sie es einfach bleiben:

 

Sie können nicht schreiben, und werden es auch nie können.

 

Selbst eine Diffamierung misslingt Ihnen, Anthroposophen sind selbst dazu zu ...

#2 Steinerimbrett schrieb am 25.09.2010 23:35

Die Sache? Was interessiert Sie oder sie die Sache, die eigentlich zur Diskussion steht. Von Interesse ist es allein, der Person dahinter zu schaden, damit die Sache Sie oder sie nicht schaden kann (was es gemessen an den vorhersehbaren Reaktionen aber offensichtlich tut). Was für ein leicht durchschaubares, ihre Urheber bestenfalls kompromittierendes Schmierentheater... und was ebenfalls leicht zu durchschauen gewesen wäre, wenn hier schon der Eindruck entstehen soll, da war einer aber (wort-)mächtig Waldi, bevor ihn ein so ganz und gar nicht zu erwartender Teufel geritten hat, so ein aus absoluter Unkenntnis und Unerfahrenheit gegründetes Anti-Anthro-Unternehmen namens SteinerimBrett durchs Netz zu torpedieren:

Sowas wie gute Gründe für den defätistischen Stellungswechsel finden sich bereits auf den ersten Seiten der Leseprobe aus dem bösen - was sag´ ich - völlig aus dem Nichts gegriffenen (weil ja dereinst so unerschrocken waldorfnah)

Buchprojekt. Jetzt stecken Sie und sie zwar überall ihre Nase rein und verfolgen nahezu jede verdächtig scheinende Spur, aber einfach mal auf der Seite nachzuschauen, von der all die "obskuren Theorien" - weil brutal weit entfernt von überprüfbaren Fakten - ausgehen, das kann Sie und sie nur überfordern, die es doch allem Anschein nach nur auf dem leichtesten Wege persönlich nehmen, persönlich übelnehmen, wenn Dinge zur Sprache kommen, die gefälligst das grelle Licht der Öffentlichkeit zu scheuen haben. Diese sehr persönliche Form einer diffamierenden Vorgehensweise (wie es "Dorothea" durchaus zutreffend beschreibt) ist mir übrigens durchaus noch bekannt aus frühen Nach-Waldorfzeiten - und wie ich auch jetzt wieder feststellen darf, ein äußerst beliebtes Mittel von Menschen, die sich der Sache selbst nicht stellen können, der Person dahinter aber umso entschlossener mindestens ein Bein. Blöd nur, daß man selbst dabei so heftig ins Straucheln gerät, weil die Haltung vorher schon längst nicht mehr als Haltung zu erkennen war.

 

Eine angemessene Replik als Fortsetzung dieser Zeilen erfolgt in Kürze bei Steinerimbrett.

Leserkommentare


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