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Neue Formen von Arbeit denken

30.03.2011

Im Juni 2010 hatte TdZ darüber berichtet, dass der geplante Feldversuch zum Grundeinkommen unter anderen Vorzeichen stattfinden würde als es ursprünglich einmal geplant war. Im Jahre 2009 war noch von 2 Standorten die Rede gewesen, nämlich Stuttgart und Brandenburg. Dieser Plan war 2010 aufgegeben und das Projekt war auf den Standort Uckermark fokussiert worden. Seither - so schien es - wurde eher im Stillen an diesem Projekt gearbeitet. Jetzt ist es soweit. In einer Presseinformation teilte  die Breuninger-Stiftung mit, wie sich das Projekt "100 mal Neues Leben in der Uckermark" entwickelt hat und wie konkreten Schritte zur Realiserung dieses Projektes aussehen. 

pr-meldung - Für 100 Menschen in der Uckermark wird es in den nächsten zwei Jahren die Möglichkeit geben, sich eine neue Lebens- und Arbeitsperspektive zu erarbeiten. Das Projekt 100 mal Neues Leben - eine Kooperation des europäischen Regionalen Fördervereins in Pinnow, des Ministeriums für Arbeit, Soziales, Frauen und Familie des Landes Brandenburg und der Breuninger Stiftung Stuttgart - bietet dem Einzelnen den Raum, sich neu zu orientieren.

Mit einem Bewerbungsverfahren werden in den nächsten Wochen Menschen gesucht, die entweder staatliche Leistungen beziehen oder andere Einkommensquellen haben. Ihnen gemeinsam soll sein, dass sie für sich neu entwickeln wollen, wie sie in Zukunft vor Ort arbeiten wollen. Um sie auf diesem Weg professionell zu begleiten und nachhaltig Arbeitsmöglichkeiten zu schaffen, stellt das Ministerium für Arbeit, Soziales, Frauen und Familie des Landes Brandenburg rund 350.000 Euro zur Verfügung, die Breuninger Stiftung aus Stuttgart unterstützt das Projekt mit 200.000 Euro.

Grundlage des Projektes 100 mal Neues Leben sind die Erkenntnisse, dass Menschen - vor allem nach einer langen Phase der Arbeitslosigkeit - nur dann für sich wieder einen Weg zurück in Arbeit sehen, wenn sie diesen Weg selbst entwickeln können. Außerdem erweist es sich gerade für eine ländliche Region, mit einer demographischen Entwicklung wie die Uckermark, als absolut überlebensnotwendig, dass Menschen in ihrem Lebensumfeld arbeiten und wirken können. Deswegen gilt es für die rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer Arbeit „auf regionalen Pfaden" neu zu erfinden und neue Geschäftsfelder zu erschließen. Und: Es geht darum, aus Beispielen in Deutschland und dem europäischen Ausland zu lernen und neue innovative Formen für Arbeit und Beschäftigung zu erproben.

Die 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden in den zwei Jahren von einem dreiköpfigen Team begleitet und bekommen außerdem die Chance, von externen Trainern und Fachleuten zu lernen. Im Kern geht es darum – ähnlich wie in der Diskussion um das Grundeinkommen – zu zeigen, dass Menschen für sich und ihre Region arbeiten wollen. Dafür muss aber der Begriff der Arbeit geweitet werden, und andere Formen wie zum Beispiel bürgerschaftliches Engagement oder soziale Dienstleistungen möglich sein.

Diese grundsätzlichen Ideen und die tiefe Überzeugung, dass Arbeit in Zukunft neu gedacht werden muss, führte auch zu der ungewöhnlichen Kooperation zwischen dem europäischen Regionalen Förderverein e.V., der Breuninger Stiftung in Stuttgart, wo eine Expertengruppe die Grundlagen erarbeitete und dem brandenburgischen Sozialministerium. Um diese Idee aber auch europäisch weiterzutragen wurden weitere Projektpartner in Österreich und Tschechien gewonnen.

Die Breuninger Stiftung, unter der Leitung von Dr. Helga Breuninger, arbeitet schwerpunktmäßig zu den Themen Partizipation, Bildung und Arbeit. In den letzten 25 Jahren entwickelte sie zusammen mit nationalen und internationalen Partnern verschiedene modellhafte Projekte zu diesen Themen und sorgte auch für deren nachhaltige Absicherung.

Der europäische Regionale Förderverein e.V. wurde 1998 gegründet und ist im Sinne einer AGENDA 21 in der regionalen Entwicklung der Landkreise Uckermark, Barnim und Märkisch Oderland aktiv. Neben der Trägerschaft von Regionalen Entwicklungsvorhaben (Geopark Eiszeitland am Oderrand, Kommunale Arbeitsgemeinschaft Region Finowkanal) und einem aktiven Europa-Engagement (Europazentrum Brandenburg-Berlin) wurden durch den Verein vielfältige Projekte der Arbeitsförderung begleitet. Dabei sind Innovation und Nachhaltigkeit Markenzeichen der Arbeit des eRFV e.V. geworden.

Das Bewerbungsverfahren für Teilnehmer am Projekt 100 mal Neues Leben beginnt am 11.04.2011. Nähere Informationen unter: Europazentrum Brandenburg-Berlin (EZBB) des eRFV e.V.
Herr Wolfgang Pfeiffer
Technologie- und Gemeindezentrum 8b
16278 Pinnow 
Tel.: 03 33 35/ 30472
E-Mail: info(at)europazentrumbb.de

Quelle Pressemitteilung Breuningerstiftung