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Mixas Rücktritt angenommen. Zölibat und anderes bei der katholischen Kirche. Ende der Enthaltsamkeit? von Michael Mentzel
Herr Mixa nimmt seine Bischofsmütze. Das allein war schon mal eine echte Nachricht. Angesichts der neuen Vorwürfe wegen sexuellem Missbrauch allerdings auch noch nachvollziehbarer als bisher.
Eine Anmerkung des Bamberger Erzbischofs Schick hingegen dürfte in der nächsten Zeit für noch mehr Aufregung sorgen. In der Online-Ausgabe des Spiegel findet sich ein Zitat aus einem Gespräch mit dem Kirchenoberen aus Bamberg, in dem es um den Zölibat geht: "Ich wäre dafür, dass man darüber nachdenkt". Nachdenken also über den Umgang mit dem Zölibat, der nach Ansicht vieler Zeitgenossen der Grund für die in den letzten Monaten bekanntgewordenen Missbrauchsfälle innerhalb der katholischen Kirche sein soll.
Weiter ist zu lesen, dass der Bamberger Erzbischof fordere, dass Laien mehr Verantwortung in den Gremien erhalten sollten und auch Frauen stärker sowohl "in der Pastorale als Gemeindereferentinnen und Pastoralreferentinnen - aber auch in unseren Leitungsgremien" einbezogen werden sollten. Das ist tatsächlich einigermaßen neu und wird, auch wenn dergleichen immer mal wieder hinter vorgehaltener Hand angemerkt wurde, vermutlich zwar die Hardliner auf den Plan rufen, aber vielleicht auch eine etwas öffentlichere Debatte im Umgang mit diesen Fragen bewirken.
Mit einem kleinen Schmankerl wartet der Spiegel im Zusammenhang mit dem Rücktritt Mixas allerdings auch noch auf: "Mixa soll, so heißt es in Kirchenkreisen, homosexuelle Neigungen gehabt haben. In der Szene wurde über seinen Spitznamen "Monsi" - abgeleitet von Monsignore - gespottet."
Der Erzbischof Schick, so schreibt SPON, verstünde sich als "katholischer 68er", was man angesichts seiner Anmerkungen ja problemlos nachempfinden kann. Zumindest aber lässt sich sagen, dass sich auf höherer Ebene etwas zu bewegen beginnt und so darf man ruhig gespannt sein auf die Reaktionen, denn durch die Veröffentlichungen über diese jüngsten Entwicklungen, werden, wenn sich die zu erwartende Aufregung etwas abgekühlt hat, möglicherweise Steine ins Rollen kommen, die auf ihrem Weg durchaus auch manchen größeren Brocken mitreißen könnten.
Inzwischen hat, wie Medienberichten zu entnehmen ist, der Vatikan das Rücktrittsgesuch von Herrn Mixa angenommen. Mixa habe alle Vorwürfe gegen seine Person über seinen Anwalt "mit aller Entschiedenheit" zurückgewiesen.
Hintergrund Bericht Spiegel-Online
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Gerechterweise sollte mann auch die Meldung von heute, Freitag 14.05.2010 mitteilen:
"Die Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs gegen den ehemaligen Bischof von Augsburg Walter Mixa sind in sich zusammengebrochen. Die Staatsanwaltschaft Ingolstadt stellte ihre Vorermittlungen gegen Mixa ein."
Quelle: t-online-Nachrichten
" ..no chance für Veränderungen."
Es scheint so zu sein. Vielleicht war hier die Hoffung der Vater des Gedanken bezw. des "recherchus interruptus". ;-)
Hier noch ein Nachtrag: die bereits oben zitierte erzkonservative rk. Internetzeitung berichtet schon am 12.3.10: "Papst Benedikt weist Angriffe auf den Zölibat zurück."
Also: no chance für Veränderungen.
www.kath.net/detail.php
Über die Abschaffung des Zölibats haben schon vor 20-30 Jahren die Bischöfe der Niederländischen rk. Kirche laut und erfolglos nachgedacht.
Zum Thema "Enthaltsamkeit" möchte ich z.B. an Lukrezia Borgia erinnern und auch an diese Zeitungsartikel:
www.abendblatt.de/vermischtes/journal/article673994/Gottes-heimliche-Kinder.html (aus:3/2004)
oder:
www.kreuz.net/article.9668-page.html (aus:09/2009)
Ratzinger war ja unter Papst Johannes Paul II Leiter der Glaubenskongregation und diese hat sich damals heftig gegen das Priestertum der Frau bzw. eine weiter gehende Verantwortung in der Kirche ausgesprochen. Warum und wieso sollte Ratzinger jetzt als alter Mann und als Papst Benedikt von dieser Meinung abweichen? Das scheint mir Wunschdenken zu sein. Wir haben ja z.B. gesehen, wie der Streit über die rk. Schwangerschafts-Beratung ausging: da mussten sich die deutschen Bischöfe auch dem Vatikan beugen und die Beratung beenden.
Ende der Enthaltsamkeit in der katholischen Kirche?