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Am neuen Reinhard-Mohn-Institut sollen verantwortungsvolle Führungspersönlichkeiten für die Wirtschaft ausgebildet werden.
- An der Universität Witten/Herdecke ist das „Reinhard-Mohn-Institut für Unternehmensführung und Corporate Governance" (RMI) eröffnet worden. Damit würdige die Universität Witten/Herdecke ihren langjährigen Mäzen und Impulsgeber Reinhard Mohn, teilte die Pressestelle der Universität mit.
Der im vergangenen Jahr verstorbene Unternehmer und Stifter hatte während der Aufbauphase zu den prägenden Persönlichkeiten der ersten privaten Hochschule Deutschlands gehört. „Mit seiner großzügigen finanziellen Förderung und durch sein Engagement als langjähriger Vorsitzender des Direktoriums hat Reinhard Mohn maßgeblich zum erfolgreichen Aufbau und zur nationalen und internationalen Reputation unserer Hochschule beigetragen", sagte Prof. Dr. Martin Butzlaff, Geschäftsführer der Universität Witten/Herdecke.
Durch seine sozial- und wirtschaftspolitischen Visionen habe Reinhard Mohn der Gesellschaft immer wieder wichtige Impulse gegeben. Dies sei auch Anspruch und Verpflichtung des neuen Instituts. Die Ideen Reinhard Mohns zur Unternehmenskultur und -führung sollen in dem neu gegründeten Forschungsinstitut fortgeschrieben und auf dem neuesten Stand der Wissenschaft weiterentwickelt werden.
Im Mittelpunkt der Arbeit steht die interdisziplinäre und anwendungsorientierte Analyse von Themen der Unternehmensführung, Corporate Governance und des Controlling. Mit dem Institut soll darüber hinaus eine Plattform etabliert werden, die den wissenschaftlichen Austausch nationaler und internationaler Experten aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft fördert.
Das Reinhard-Mohn-Institut wird geleitet von Prof. Michèle Morner. Gefördert wird das Institut durch die Bertelsmann Wissenschaftsstiftung. Prof. Morner betonte anlässlich der Institutseröffnung, die vergangenen Jahre hätten aufgezeigt, dass verantwortungsbewusste Unternehmensführung gesellschaftlich von großer Bedeutung, aber nicht selbstverständlich sei. „Für weiterführende Antworten in diesem Bereich, die neue Optionen aufzeigen, benötigen wir den Blick über den Tellerrand der Ökonomie, mit Fokus auf dem Menschen". Hier setze das Reinhard-Mohn-Institut an, indem es unterschiedliche Kompetenzen in den Bereichen Unternehmensführung, Corporate Governance und Controlling mit Themen der Wirtschafts- und Unternehmensethik sowie der Führungspsychologie und -soziologie verknüpfe: „Auf diese Weise wollen wir die Kunst guter Unternehmensführung wissenschaftlich fundiert untersuchen und von den Erkenntnissen entsprechende Gestaltungsempfehlungen ableiten." Daneben sieht es das RMI insbesondere als seine Aufgabe an, praxisorientierte Bildungsangebote für Studierende anzubieten. Ziel des RMI sei es, verantwortungsvolle Führungspersönlichkeiten auszubilden, die „die Kunst der Unternehmensführung verstehen", so Prof. Morner.
Bei der Eröffnung sprach auch Liz Mohn, stellvertretende Vorsitzende der Bertelsmannstifung und Witwe von Reinhard Mohn. „Die Reform des Bildungswesens lag meinem Mann immer sehr am Herzen",betonte sie. Er habe immer bemängelt, dass es den Hochschulen in Deutschland an Unabhängigkeit, Freiheit und klaren Führungsstrukturen fehle. Mit seinem Engagement als langjähriger Vorsitzender des Direktoriums habe er den Beweis erbringen wollen, dass private Hochschulen den Wettbewerb beleben und wichtige Reformimpulse geben können. Inhaltlich zugeordnet sind dem Reinhard-Mohn-Institut drei Lehrstühle - der „Dr. Werner Jackstädt-Stiftungslehrstuhl für Allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Controlling", der „Lehrstuhl für Corporate Governance & Board Dynamics", sowie der bereits 1991 gegründete „Reinhard-Mohn-Stiftungslehrstuhl für Unternehmensführung, Wirtschaftsethik und gesellschaftlichen Wandel".
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Eine negative Grenzmoral lässt es naturgemäß als nicht gänzlich unwahrscheinlich erscheinen, dass jemand, der so konditioniert ist, dass er den Aufstieg in einer betrieblichen Hierarchie zu seinem Lebensziel macht, geradezu zwangsläufig bis an die Grenzen des gesetzlich Möglichen gehen muss. Und manchmal auch darüber hinaus, denn offenbar hat sich ein individualistisches Nützlichkeitsethos durchgesetzt, das darauf gerichtet ist, das ökonomisch Mögliche und das psychologisch Akzeptable zusammentreffen zu lassen.
Dies findet Bestätigung in einer Studie über die ethischen Haltungen deutscher Manager, die zu dem Ergebnis kommt, dass traditionelle Werthaltungen bei Führungskräften durch eine opportunistische Situationsorientierung abgelöst werden, die sich keinen als verbindlich erachteten normativen Kriterien verpflichtet fühlt, sondern dem Diktat der Prosperität und der ökonomistischen Logik gehorcht.
Also: viel Erfolg bei der Ausbildung verantwortungsvoller Manager!
Uni Witten/Herdecke verstärkt Kooperation mit Bertelsmann. Am neuen Reinhard-Mohn-Institut sollen verantwortungsvolle Führungspersönlichkeiten für die Wirtschaft ausgebildet werden.