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Homöopathie. Fluch oder Segen?

11.07.2010

Homöopathie und Politik. Nach der Fußball-WM beginnt wieder der schnöde Alltag.
von Max Michels von den Beatagenten

Statt ins Bett zu gehen, saß Jogi Löw mit Grippe auf der Trainerbank und konnte beim Spiel um den dritten Platz das - glimpfliche - Ende dieser Fußballweltmeisterschaft miterleben. Wie und womit er seine Grippe bekämpft hat, konnte ich bisher nicht in Erfahrung bringen, gleichwohl: die WM ist für die deutsche Mannschaft vorbei. Aus. Und so geschieht es zwangsläufig, dass wir zurückzukehren in die Niederungen des täglichen, in unserem heutigen Falle des gesundheitspolitischen Lebens.

Nun, da freuen wir uns am Montag auf den neuen Spiegel, der sich mit der Homöopathie beschäftigt und lesen gleich einmal nach, was denn Herr Lauterbach zur Einstimmung bei Spiegel-Online dazu zu sagen hat. Karl Lauterbach ist der Dauer-Talkshowgast mit der Fliege, der immer ein bisschen so aussieht, als würde er sich ausschließlich von homöopathischen Mittelchen ernähren. Das aber scheint nicht der Fall zu sein, wie man seinen Auslassungen unschwer entnehmen kann, denn Lauterbach von der SPD findet, die Krankenkassen adelten die Homöopathie, weil "die Patienten glauben, die Kassen zahlen nur das, was auch nachweisbar hilft." Und er ist der Meinung, so sagt er dem Spiegel: "Man sollte den Kassen schlicht verbieten, die Homöopathie zu bezahlen".

Ach ne... Umgekehrt wird ein Schuh daraus, Herr Lauterbach, denn die Patienten - und ich vermute sogar die meisten - möchten eigentlich nur, dass ihnen die Krankenkassen das erstatten, was ihnen hilft. Und das kann eben - auch - Homöopathie sein. Falls sie es noch nicht wussten, außer wissenschaftlichen Nachweisen gibt es sehr wohl noch andere Kriterien, nach denen die Wirksamkeit alternativer Medikamente beurteilt werden kann. Die Mitglieder der Kassen aber als dusslige Deppen hinzustellen, die alles fressen, was ihnen die so genannten Volksvertreter - vielleicht eher "Pharmavertreter" zu nennen - vorsetzen, hat Methode und ist alles andere als neu.

Dass ein "Experte" wie der sozial-demokratische Lauterbach sich vor den Karren der Pharmalobby spannt oder spannen lässt, gibt also nicht wirklich zu denken und so meine ich, ist es an der Zeit, einmal nachzufragen, wie lange sich das Volk eigentlich noch von dieser Sorte Vertreter an der Nase herumführen lässt? Dabei ist es völlig gleich ob diese Vertreter nun Lauterbach, Missfelder, Sarrazin oder sonstwie heißen. Ihnen ist ein Umgang mit den Interessen der Bürgerinnen und Bürger zu Eigen, der langsam aber sicher zum Himmel schreit.

In der Tat, es ist Zeit zu sparen. Demokratie, so war es einmal irgendwo zu lesen, muss immer wieder neu errungen werden. Aber an der Demokratie zu sparen, sollte nicht zu den Maßnahmen gehören, denn es könnte sich dabei leicht um den vielzitierten Schuss ins eigenen Knie handeln. Der übrigens, damit ich nicht falsch verstanden werde, medizinisch mit alternativen Methoden kaum zu behandeln ist. Wir sollten beginnen, darüber nachzudenken, wie sich die Kosten einer ausufernden Bürokratie reduzieren lassen oder wie wir mit jenen Lobbyisten umgehen, die an Gesetzen mitschreiben und ihnen damit - vielleicht eher unbemerkt - den von Ihren Unternehmen gewünschten Stempel aufdrücken und die Bürgerinnen und Bürger außen vor lassen.

Aber in der Hauptsache sollten wir mehr und mehr darüber nachdenken, wie lange wir uns von einer "Gesundheitsindustrie", inclusive der von dieser Industrie durch Hochglanzwerbeanzeigen profitierenden Medien, noch vorschreiben lassen wollen, wie wir zu leben haben.

Und an dieser Stelle würde es mich doch einmal interessieren, wie Jogi Löw mit seiner Grippe umgegangen ist. Vielleicht entdecken wir demnächst irgendwo eine Anzeige, in der sein Umgang mit der Grippe volksnah zur Geltung kommen. Vielleicht so: Bayer erfolgreich im Kampf gegen Uruguay? Quatsch, Löw ist doch Baden-Württemberger!

 

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2 Kommentare

Seite 1 von 1 1

#2 ergebenst schrieb am 11.07.2010 17:23

was für ein kranker Artikel - gewollt bis zum ...

#1 admin schrieb am 11.07.2010 11:16

Sollte man den Kassen "schlicht verbieten, die Homöopathie zu bezahlen.", wie es Karl Lauterbach von der SPD fordert?

Leserkommentare


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