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Der Bio-Markt wächst ständig. Nach Angaben des AID stehen rund 40% der Deutschen den Bio-Lebensmitteln aufgeschlossen gegenüber. Allerdings kann die Nachfrage nur durch Importe gedeckt werden. Denn die Erzeugung von Bio-Produkten hält nicht mit der Nachfrage Schritt. Wilfried Dreyer vom Ökoring Niedersachsen sieht den Grund in der hohen Spezialisierung der konventionellen Landwirtschaftsbetriebe, die eine Umstellung auf biologische Wirtschaftsweise erschwert. Auch würde die Konkurrenz zwischen Energiepflanzen- und Nahrungsmittelproduktion in Bezug auf die Anbauflächen das Wachstum des Biolandbaus behindern. Die sinkende staatliche Förderung ist ebenfalls ein Hemmschuh für die Umstellungsbereitschaft vieler Landwirte. Immer mehr Länder stellen seit 2005 die Umstellungsprämien für den Bioanbau ein.
Der Agrarexperte Ulrich Hamm von der Universität Kassel erhalte immer wieder Anfragen von Handelsunternehmen, die gern "mehr Öko verkaufen" würden, berichtet die Frankfurter Rundschau in ihrer heutigen Online-Ausgabe. Besondere Engpässe gäbe es bei Kartoffeln, Eiern, Schweinefleisch, Futtergetreide und Hafer. Schaut man sich bei den großen Discountern wie Aldi und Lidl um, wird schnell klar, was gemeint ist. Dort steigt das Angebot an ökologisch erzeugten Produkten ständig.
Der Bio-Lebensmittelhersteller Alnatura bestätigt, dass die Lage etwas angespannt sei, heißt es in der FR. Zur Zeit bestehe jedoch kein Anlass zur Aufregung, sagte die Pressesprecherin Stefanie Neumann gegenüber Themen-der-Zeit. Es gäbe zwar noch keine Engpässe, aber in einigen Bereichen werden von den Erzeugern bereits höhere Preise gefordert.
Der Umschwung in der Landwirtschaftspolitik der großen Koalition wird nach Ansicht der Verbraucherschutzexpertin Bärbel Höhn(Grüne) die Lücke im Angebot noch vergrößern. Die Grünen machen, genau wie die Erzeugerverbände, beispielsweise Bioland, die veränderte Agrarpolitik für die Situation verantwortlich. Renate Künast, Vorgängerin von Bundesminister Seehofer im Landwirtschafts- und Verbraucherschutzministerium, warf ihrem Nachfolger vor, den Bio-Landwirten ständig Küppel zwischen die Beine zu werfen, indem sie den Bauern suggerierten, Öko sein nicht erfolgreich. Damit, so die Politikerin laut FR: "führen sie die Mehrheit der Bauern in die Irre."
Der Vorwurf wurde von Seehofers Ministerium prompt zurückgewiesen, zwar sei das Aussetzen der Prämien "ein Problem", die Engpässe bei den Erzeugern seien aber eher auf schlechte Erträge zurückzuführen.
Unions-Agrarexperte Peter Bleser machte "niedrige Preise und im Verhältnis zum Aufwand zu niedrige Erlöse der Erzeuger im Hochlohnland Deutschland" für die Engpässe verantwortlich: "Wenn es lukrativ ist, werden die Bauern auch mehr auf Öko umstellen", so Peter Bleser in der Frankfurter Rundschau.
Nach der umstrittenen EU-Ökoverordnung bleibt Bio also in den Medien und auch auf der Biofach Nürnberg, die im Februar stattfindet, werden Themen dieser Art sicherlich einen breiten Raum einnehmen.
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