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Erster Abschluss des Berufskollegs

21.07.2011


Geschafft! 21 Schülerinnen und Schüler des Berufskollegs Schloss Hamborn haben die Allgemeine Fachhochschulreife in der Tasche! Zeugnisübergabe im Rahmen einer kleinen Feierstunde.
ein Bericht von Michael Mentzel

Torben, Jona und Lukas freuen sich stellvertretend für die 21 Schülerinnen und Schüler des Berufskolleg für Gesundheit und soziale Arbeit Schloss Hamborn. Mit einer Durchschnittsnote von 2,5 und immerhin sieben mal einer 1 vor dem Komma gehören diese jungen Damen und Herren jetzt zu denen, die mit der Fachhochschulreife den Weg in ihr zukünftiges Leben antreten. Nach zwei Jahren intensiver praktischer wie auch schulischer Arbeit konnte man gemeinsam mit Lehrern und Eltern zum guten Schluss noch einigen launigen Reden lauschen, sich bei einem kleinen Ratespiel amüsieren und vor allem glückliche Gesichter sehen. Die Zeugnisübergabe - mit kleiner Abschlussfeier - fand am 12. Juli im Musiksaal der Rudolf-Steiner-Schule Schloss Hamborn statt. 

Zwei Jahre Berufskolleg, davon das erste Jahr praktische Arbeit in Kindergärten, Altenheimen, Krankenhäusern oder anderen sozialen Einrichtungen haben die Schüler reifer gemacht, haben ihnen ein Stück Lebenswirklichkeit und Erkenntnisse aufgezeigt, die sie vor allem auch fähig gemacht haben, sich selbst besser einzuschätzen, erzählt Lilly Günter: "ich habe auf jeden Fall herausgefunden, was ich eigentlich wirklich will." Sie hat den ersten Teil ihres Praktikums in einem therapeutischen Reitstall absolviert: "Reiten war zwar immer mein Hobby, aber bei der Arbeit und durch die Arbeit mit den betreuten jungen Menschen ist mir klar geworden, dass dies für mich keine berufliche Zukunftsperspektive sein wird. Bei meinem zweiten Praktikum im Krankenhaus habe ich gemerkt, dass mir diese Arbeit sehr liegt und ich doch lieber als Kinderkrankenschwester arbeiten würde oder in diesem speziellen Pflegebereich etwas machen möchte. 

Ifeyemi hat ein Praktikum in Köln bei einer Beratungsstelle für MigrantInnen absolviert und hat auf diese Weise den Übergang von der Waldorfschule, in der es "doch ein bisschen anders zuging", wie sie eher augenzwinkernd sagt, in ein völlig neues Feld gut geschafft. "Das war wirklich eine spannende Sache", sagt sie: "Es arbeiten dort nur Frauen, und zwar aus 16 verschiedenen Ländern, was natürlich nicht ganz einfach war mit den vielen Sprachen, aber diese Arbeit hat mir großen Spass gemacht. Ich durfte sehr viel - auch selbständig - machen und ich hatte den Eindruck, dass ich nicht nur als Praktkantin, sondern als Mitarbeiterin gesehen und auch akzeptiert wurde."  

So wie den beiden Mädchen, mit denen wir gesprochen haben, ist es den meisten SchülerInnen während ihres ersten Jahres ergangen. Schulleiter Dr. Wilfried Gabriel betont, dass dieses erste Praktikumsjahr für die Schüler eine wirkliche Herausforderung war, die sie spürbar weitergebracht habe. "Die Praxis ist gebraucht worden", sagt er im Gespräch, "das ist erlebbar, die jungen Leute haben eine positive Haltung entwickelt, die sich auf das Sozialverhalten und auf die Lernbereitschaft im zweiten Jahr sehr deutlich ausgewirkt hat."  

Unterbrochen waren die Praktika des ersten Jahres durch jeweils dreiwöchige Unterrichtsblöcke, in denen dann ganz normaler Unterricht stattfand. Schließlich geht es auch darum, sich das theoretische Wissen anzueignen, das notwendig ist, um die Allgemeine Fachhochschulreife zu erlangen. "Das war dann die Gelegenheit, die SchülerInnen kennenzulernen, die nicht von unserer Waldorfschule auf das Berufskolleg gewechselt sind, sondern von außen dazukamen", sagt Lilly. "Die besonderen Höhepunkte waren dann das Klassenspiel mit der 12. Klasse der Waldorfschule und die gemeinsame Klassenfahrt nach Italien. "Das war schon ganz toll, aber ich hätte ich mir allerdings dort etwas mehr Einblicke in das italienische Gesundheitswesen oder die italienischen Gesellschaftszusammenhänge gewünscht", merkt Ifeyemi noch an. 

Das zweite Kolleg-Jahr war dann geprägt vom gemeinsamen Lernen im Klassenverband, was für die SchülerInnen, so die Einschätzung von Lilly, "eine gute Vorbereitung auf ein eventuelles späteres Studium oder die Berufsausbildung ist, die ja auch sehr oft viele theoretische Elemente enthalten. Mir hat dieses letzte Schuljahr wirklich viel gebracht."  

Für das Berufskolleg Schloss Hamborn ist dieser Durchgang mit diesem ersten gelungenen Abschluss ein schöner Erfolg, der zeigt, so noch einmal Dr. Wilfried Gabriel: "dass die Pilotphase überwunden ist und wir uns zuversichtlich auf die nächste Generation einstellen können, die jetzt auch schon das erste Praktikumsjahr hinter sich gebracht hat und ab September dann mit dem regulären Unterricht beginnen wird."  

Mit diesem letzten Abschlussfest und der Zeugnisvergabe für die AbsolventInnen des Berufskollegs haben jetzt alle Schloss Hamborner Abschlussklassen ihr Ziel erreicht. Und so hieß es in den letzten Tagen sowohl für die AbiturientInnen, die immerhin den beachtlichen Schnitt von 1,8 erreicht haben, als auch für die SchülerInnen, die den Realschulabschluss und damit die allgemeine Fachoberschulreife erreicht haben: "Schule war gestern, jetzt beginnt das Leben!"

 

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