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Erster Europäischer Mauerfall. Von sich reden macht derzeit das "Zentrum für politische Schönheit", das zum Jahrestag des Mauerfalls am 9. November eine spektakuläre Aktion gestartet hat.

mm/tdz - Eine Aktion des Zentrum für politische Schönheit sorgt wieder einmal für Aufregung. Seit Beginn dieser Woche sind in Berlin die Kreuze, die an die Mauertoten an der innerdeutschen Grenze erinnern sollen, verschwunden.
Allerdings sind sie inzwischen an einer anderen Mauer wieder aufgetaucht und stehen nun an den Außengrenzen des Friedensnobelpreisträgers Europäische Union.

In der Tat ein Gedenken der etwas anderen Art. Auf der Webseite der Aktion heißt es: "Am kommenden Wochenende wird dem Mauerfall zum 25. Mal gedacht. Aber 25 Jahre nach dem deutschen Mauerfall sind Europas Grenzen dicht. Zehntausende Menschen ertrinken, dehydrieren und kentern an Europas Außenmauern. Flüchtlinge klammern sich unter Radachsen, um nach Europa zu gelangen. Während sich Politiker aller Parteien am 9. November in den Armen liegen und das Ende der mörderischen innerdeutschen Mauer feiern, haben Sie die viel mörderischeren Außenmauern Europas finanziert. Diesem Verrat nimmt sich das Zentrum für Politische Schönheit an. Rücken wir den illegalen Mauerbauten in der Europäischen Union zu Leibe."

Den Fall der Mauer zu feiern und dabei nicht an die aktuelle Lage an den Grenzen der EU zu denken, ist für die Aktionskünstler ein Unding. Ihr Ziel: "Der europäische Vorhang muss fallen! (..) Europa feiert den Fall der Mauer und betreibt – als hätte die Geschichte nichts mit der Wirklichkeit zu tun – die eigene Selbsteinmauerung auf hohem Niveau und unter Hochdruck. Die neuen Stacheldrahtmauern Bulgariens und Griechenlands wurden rechtswidrig unter Bruch des internationalen Völkerrechts auf europäischen Boden gebaut. Damit sich das Unrecht nicht festsetzt, ist es wichtig, es jetzt wieder abzureißen! Nicht durch die Politik, sondern durch den Druck einer mutigen Zivilgesellschaft wurde die innerdeutsche Mauer porös, die 28 Jahre lang als unüberwindlich galt."

Wie dieser Mauerfall bewerkstelligt werden soll, und was nach Ansicht der Macher dazu notwendig ist, kann man auf der Webseite der Aktivisten erfahren. Die durchaus umstrittene Aktion hat bereits viele Wellen geschlagen und wird es vermutlich noch eine ganze Weile tun. Und Aussagen wie diese von Philip Ruch vom Zentrum für politische Schönheit mag so manchem wackeren Konservativen die Zornesröte in Gesicht treiben: "Gedenken wir nicht der Vergangenheit, gedenken wir der Gegenwart – und reißen die EU-Außenmauern ein. Nicht mit warmen Worten, sondern mit Bolzenschneidern!"
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