Wie das im Corona-Wahn umnachtete Deutschland das Zeitgeschehen verschläft und in einen endlosen Krieg zieht

von Johannes Mosmann – 
Während alle auf die Ukraine schauen, glimmen bereits andere Kriege in anderen Teilen der Welt – an denen sich Deutschland aktiv beteiligen wird. Zumindest dann, wenn die deutsche Politik nicht augenblicklich zur Besinnung kommt. Dass dies kaum noch möglich scheint, liegt vor allem an den über zwei Jahre hinweg eintrainierten Mechanismen des Corona-Systems. Es scheint, als ob die sechste Welle die "Welle der Solidarität" mit der Ukraine ist. Auch diese Welle ist wiederum mit Deutungen des Weltgeschehens assoziiert, die nicht hinterfragt werden können, ohne die eigene Stellung zu gefährden. Frank-Walter Steinmeier etwa, der sich zu seiner Zeit als Außenminister der Eskalation durch die USA zu widersetzen suchte, muss sich entschuldigen und öffentlich erklären: "Wir haben an Brücken festgehalten, vor denen unsere Partner uns gewarnt haben." Sogar Angela Merkel, die als Kanzlerin die Kriegsgefahr durch einen äußerst geschickten Balanceakt in Schach hielt, wird wegen ihres "strategischen Fehlers" verhöhnt.

Heftige Emotionen und das zugehörige simplifizierende Erklärungsmuster erzeugen ein extrem verengtes politisches Handlungsfeld, das eine adäquate Antwort auf den russischen Angriff praktisch ausschließt. Weite Teile der Bevölkerung verwechseln Mitgefühl und moralische Verurteilung mit der fachlichen Beurteilung der Kriegsursachen und -ziele, auf deren Grundlage allein den Ukrainern geholfen werden könnte. Sichtweisen, die etwa vom Narrativ des durch einen irren Einzeltäter monokausal verursachten Krieges abweichen, sind schlichtweg indiskutabel – einfach deshalb, weil Putin böse ist. Das ist schlimm genug. Wahnsinn ist, dass dieser Geisteszustand auch die politischen Verantwortungsträger ergriffen hat.

Deutschland ist gegenwärtig führungslos. Das nutzt Putin, um seine wahren Kriegsziele ungehindert zu realisieren. Der russischen Führung geht es nämlich in Wahrheit weder um die Ukraine, noch um die direkten Nachbarländer. Der Angriff fungiert vielmehr als Symbol, das ihr die Führerschaft in einem neuen Bündnis gegen die westliche Vorherrschaft sichert. Aus Sicht Russlands entsteht in diesem Augenblick eine "neue Weltordnung", in der Europa nicht mehr mitspricht. Beteiligt daran ist u.a. auch die Atommacht Pakistan. Andere wie z.B. Saudi Arabien zögern noch. Im nahen Osten, wo Robert Habeck nun mitmischen will, wird es in den kommenden Monaten brandgefährlich. Und im Hintergrund der Umstrukturierung unserer alten Weltordnung liegt das ruhige Auge des Sturms – China. Die USA verstehen diese Vorgänge ganz genau. Die Deutschen dagegen möchten nichts verstehen, weil "Versteher" hierzulande eine Beleidigung ist.

Gefährliche Wahrheiten

"Auf der ersten Pressekonferenz nach ihrer sechswöchigen krankheitsbedingten Pause hat Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) erstmals eingeräumt, in ihrer Russland-Politik Fehler gemacht zu haben. Sowohl die Unterstützung des Baus der Erdgas-Pipeline Nord Stream 2 als auch die Einrichtung der landeseigenen Klimaschutzstiftung MV seien aus heutiger Sicht falsch gewesen, sagte Schwesig am Mittwoch nach einer Kabinettssitzung."1

Manuela Schwesig wird indes kaum eine andere Wahl gehabt haben. Das Narrativ, von dessen korrekter Wiedergabe gegenwärtig der eigene Posten abhängt, lautet nämlich: Putin führt in der Ukraine einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg, zu dem es nicht gekommen wäre, wenn Deutschland dem "Diktator" schon früher die Stirn geboten hätte.2

Tatsächlich verhält es sich genau umgekehrt: Indem sie den Bau von Nord Stream 2 unterstützte, leistete Manuela Schwesig einen Beitrag für den Frieden in Europa. Hätten deutsche Politiker die unaufhörliche Sabotage der wirtschaftlichen und kulturellen Beziehungen zu Russland unterlassen, hätten sie, wie Bundeskanzler Scholz es zunächst noch forderte, insbesondere auch die Pipeline als eine rein wirtschaftliche Angelegenheit betrachtet, so wäre es niemals zu diesem Krieg gekommen. Das Töten begann, weil zuletzt zu wenige in Deutschland dachten wie die Ministerpräsidentin Mecklenburg-Vorpommerns, sondern sich der Kriegstreiberei unserer "Grünen" anschlossen.

Damit soll keineswegs gesagt werden, dass Nord Stream 2 für sich betrachtet politisch oder wirtschaftlich vernünftig ist. Ob es richtig ist, an Nord Stream 2 festzuhalten, ist eine Sache. Wenn aber die Bundesregierung öffentlich erklärt, an Nord Stream 2 festzuhalten, und die USA daraufhin deutschen Unternehmen ungehindert Drohbriefe schreiben können, so ist das eine ganz andere Sache. Deutschland verstärkte über Jahre hinweg das Bild, kein Vertragspartner sein zu können, weil alle Entscheidungen letztendlich in Washington fielen. Als die NSA das Handy der Bundeskanzlerin abhörte und die ganze Welt darüber lachte, was entgegnete die Bundesregierung den USA? Nichts. Dergleichen könnte unendlich fortgesetzt werden. Putin hatte deshalb zunehmend damit begonnen, direkt mit den USA zu verhandeln – und sich auf einen Krieg vorzubereiten. In diese gefährliche Weltlage stolperte eine neue, unerfahrene Regierung, die zumindest in ihrem grünen Spektrum jeglichen Realitätssinn vermissen ließ.

Die endgültige Entscheidung für den Angriff auf die Ukraine fiel, als Scholz aus den USA zurückkehrte und von seiner früheren Haltung zur Pipeline plötzlich geheilt war. Damit hatte Deutschland der Weltöffentlichkeit den letzten Beweis geliefert, weder mündig noch rechtsfähig zu sein. Deutschland schied als Verhandlungspartner aus. Das aber wiederum hat weitreichende Konsequenzen für die zukünftige Gestaltung der Weltordnung. Und auf diese will die russische Führung nun Einfluß nehmen.

Gehirntraining fürs Volk

Solche Dinge auszusprechen, ist gefährlich. Und genau das ist wiederum die tiefere Ursache dieses Krieges. Während diejenigen, die über "Russland-Versteher" glauben richten zu dürfen, vom Krieg überrascht wurden, sahen jene ihn kommen. Gespensterhaft bildete sich eine "öffentliche Meinung", die unwillkürlich auf einen gewalttätigen Konflikt mit Russland zulief. Der "Zwischenfall" Donald Trump zögerte das Unvermeidliche zwar etwas hinaus, lieferte jedoch zugleich den Anstoß für das geistige Fundament des nahenden Krieges: weil Putin dem US-Präsidenten mit Fake-News zur Macht verholfen habe, errichteten US-Demokraten und EU-Kommission ein bis Dato beispielloses Lenkungs-System für die öffentliche Meinung.3

Der Ernstfall konnte dann am Umgang mit dem Corona-Virus erprobt werden – und das System funktionierte tadellos. Über zwei Jahre hinweg konsumierten die Menschen zusammenhanglose Gedankenfetzen, ohne dass ihr Denkorgan sich der unverdaulichen Kost aktiv widersetzte und übergab, zwei Jahre lang befolgten sie sich wiedersprechende, sinnfreie Anordnungen, ohne dass ihr Eigenwille sich daran stieß. Und sie genossen es, diejenigen, welche die Aushöhlung von Denk- und Willenstätigkeit bemerkten und vor den zerstörerischen Folgen warnten, fertigzumachen oder sich wenigstens über sie zu erheben. So hatte auch das Gefühl etwas vom Corona-Schauermärchen.

Bei einer Inzidenz von 100 wurde die Maskenpflicht eingeführt. Jetzt, bei einer Inzidenz von 1.700, schafft man sie wieder ab.4 Der "Impfstoff" impft nicht. Alle kriegen Corona, so oder so. Für das erfolglose Experiment aber wurde die Gesellschaft in ihren Grundfesten erschüttert, eine Generation von Kindern nachhaltig geschädigt und millionenfacher Hunger erzeugt. Und trotzdem – selbst jetzt, da bis ins letzte Detail alles genau so gekommen ist, wie es "Querdenker", "Nazis" und "Alu-Hutträger" bereits Anfang 2020 voraussagten, bleibt eine Revision der absoluten Wahrheit von Lauterbach & Co. aus. Das Versagen führt nicht etwa zu Massen-Rücktritten. Oder zur Rehabilitation der öffentlich Gerichteten. Nein, die Wahrheit bleibt die Wahrheit, aller Wirklichkeit zum Trotz.

Bill Gates erkannte ganz richtig das gesellschaftspolitische Potential des Virus: "Die Coronavirus-Pandemie stellt die gesamte Menschheit gegen das Virus … Dies ist wie ein Weltkrieg, nur dass wir in diesem Fall alle auf der gleichen Seite sind."5 Gemeinsam gegen Corona. Das Mantra schallt seit zwei Jahren durch die Bahnhofslautsprecher. Solidarisch ist, wer nicht fragt, sondern gehorcht. Wer jedoch mitten im "Weltkrieg" gegen Corona noch an Freiheit und Demokratie festhalten will, verhöhnt die Toten und kann sich des Volkszorns gewiss sein.

Dieses Verhaltensmuster kann problemlos auf jeden beliebigen Gegner übertragen werden. Und wie hier 6 gezeigt wurde, war Russland tatsächlich von Anfang an das erklärte nächste Ziel der Operation. Bereits im Oktober 2020 hielt die EU-Kommission die Digitalkonzerne beispielsweise dazu an, die folgende Aussage wie "Fake-News" von "Corona-Leugnern" zu behandeln: "Euro-Atlantische Netzwerke wollen den Fall Nawalny's nutzen, um Nord-Stream 2 zu vereiteln."7 Teilweise überschnitten sich auch Corona und Anti-Russland Kampagne, denn Putin war selbstverständlich an der Verweigerungshaltung vieler Deutscher und damit an tödlichen Covid-19-Verläufen schuld.8

Der Elefant im Raum

Manuela Schwesig machte in der Russland-Politik einen Fehler. Genau wie die vielen klugen Köpfe, welche sich gegen die Corona-Politik der Bundesregierung stellten, einen Fehler machten. Und wer einen Fehler macht, hat gefälligst öffentlich zu Kreuze zu kriechen. Vielleicht lässt der Pöbel dann Gnade walten. So verlangt es die öffentliche Moral. Für "Leugner" oder "Versteher" ist kein Platz mehr in dieser schönen neuen, straff organisierten Gesellschaft. Putin hat die Ukraine angegriffen. Jeder, der Fernsehen hat, kann das mit eigenen Augen sehen. Genauso, wie jeder die Corona-Toten sehen konnte. Was gibt’s da noch zu denken, wo die Sache doch mit Händen zu greifen ist? Macht das Virus weg! Schießt den Putin tot!

Doch unter dem phrasenhaften Zwangsdenken brodelt ein unbewusster Wille zur Freiheit. Und weil dieser nun nicht mehr bewusster Gedanke werden kann, sucht er untergründige Wege, um das selbst gestrickte Korsett abzustreifen. Derartige psychologische Faktoren muss derjenige in den Blick nehmen, der die Ursachen moderner Kriege untersuchen will. Den 1. Weltkrieg etwa versteht man nicht, wenn man nur die politischen Hintergründe beachtet. Mit zu den Kriegsursachen gehörte auch, dass sich in Deutschland eine regelrechte Kriegssehnsucht entwickelt hatte. Die Jugendbewegung der "Wandervögel" beispielsweise zog tanzend und singend in den Krieg, weil sie sich von ihm die Befreiung von zu eng gewordenen gesellschaftlichen Strukturen erhoffte. Krieg als Katharsis, als Rückkehr zum Nullpunkt, als Chance für einen Neuanfang. Ähnlich verhielt es sich mit dem 2. Weltkrieg. An Persönlichkeiten wie Gottfried Benn lässt sich das beispielhaft studieren. Hitler weckte in dem Intellektuellen eine tiefsitzende Sehnsucht: endlich wird das Gemüt angesprochen! Raus aus dem abstrakten Zahlenraum, hinein ins vollsaftige Leben!

Genauso liegt die Sache aber auch jetzt, am Vorabend des 3. Weltkrieg. Zwei Jahre Corona-Maßnahmen und Zahlenspiele haben die Menschen innerlich ausgetrocknet. Sie fühlen sich erschöpft und leer – und sei es nur im Unterbewusstsein. Und das Unterbewusstsein verhält sich oftmals spiegelverkehrt zu dem, was das Oberstübchen theoretisch "will". Solche psychologischen Faktoren spielen im Friedenstaumel dieser Tage eine große Rolle. Noch geniert sich das bewegte Volk für seine dunklen Gefühle, noch nutzt es die blau-gelben Fähnchen als Eselsbrücke für den eigenen Nationalismus, noch schiebt es Selenskyj vor und schickt die "ukrainischen Helden" statt der eigenen Jugend in den Tod – aber der Elefant steht im Raum. Und auf diesem reitet unsere Politik, ohne allerdings etwas von Elefanten zu verstehen oder gar die Richtung vorgeben zu können.

Ein groß angekündigter Überraschungsangriff

Seit Anfang 2020 befindet sich Deutschland emotional im Kriegs-Modus. Die russische Führung bereitete sich allerdings schon seit 2014 darauf vor, einen Militärschlag gegen die Ukraine wirtschaftlich überleben zu können. Weniger emotional, eher kühl berechnend. Direkt nach der Krim-Krise führte Putin ein Programm ein, das Russland in allen lebenswichtigen Bereichen autark machen sollte.9 2020 war der Angriff dann zwar noch nicht entschieden, aber wirtschaftlich möglich geworden. Ob er aus Moskaus Sicht auch nötig sein würde, hing nun allein vom Verhalten Europas, und insbesondere der deutschen Politik ab. Putin wartete und beobachtete. Und er wiederholte in immer deutlicheren Worten, welche Schlüsse er zog.

Der vermeintliche Überraschungsangriff wurde Monate zuvor angekündigt. Doch Deutschland war bereits zu weit im Corona-Wahn entrückt, um diese Ansage noch hören zu können. Und "verstehen" durften Deutsche ja sowieso nichts mehr, was von russischer Seite kam.

Es ging Putin nie um die Pipeline. Nord Stream 2 ist für Russland wirtschaftlich nicht uninteressant, aber eine Nebensache. Die neue Verbindung zwischen Mitteleuropa und Russland war vielmehr ein Symbol für die Beziehung und zugleich Prüfstein für das Rückgrat der Deutschen. Würde die deutsche Führung die wirtschaftlichen Interessen ihres eigenen Volkes gegenüber den politischen Ambitionen der USA zu verteidigen wissen? Oder würde sie den Niedergang für eine ideologische Partnerschaft mit ihren "Freunden" in Übersee in Kauf nehmen? Als sich Robert Habeck mit Stahlhelm im Donbas ablichten ließ und Annalena Baerbock Außenministerin wurde, war die Sache im Grunde entschieden. Bundeskanzler Scholz sorgte zwar mit seinem zaghaften Versuch, die Möchtegern-Kriegshelden in seinem Kabinett zu bremsen, nochmal für ein kurzes Zögern. Doch als auch dieses Irrlicht in der allgemeinen Umnachtung verglomm, griff Putin an.

Es geht der russischen Führung aber auch nicht um die Ukraine. Die Ukraine ist von wirtschaftlichem und geostrategischem Wert für Russland, keine Frage. Und Putins Angst vor mit Atomraketen und Biowaffen ausgestatteten Nazi-Bataillonen ist, auch wenn viele Deutsche das nicht hören möchte, echt und begründet.10 Der eigentliche "Sinn" dieses Krieges liegt für Russland aber wiederum im Symbol. Viele, sehr viele Völker dieser Erde warten auf einen, der ihnen einen Weg aus der us-amerikanischen Knechtschaft weist. Ihm wollen sie folgen. Und Putin demonstriert nun, dass er kann, was Irak, Syrien und Lybien (aber auch die EU gegenüber dem Iran) nicht vermochten: aus der us-dominierten Infrastruktur der Weltwirtschaft auszubrechen. Das ist das eigentliche Ziel dieser "Spezialoperation".

Aus den wahren Kriegszielen machte Russland nie ein Geheimnis. Zuletzt wiederholte der russische Außenminister am 16. März 2022 in einer Talkshow, was die russische Führung bereits etliche Male erklärt hatte: "Es geht gar nicht um die Ukraine. Lange nicht mehr um die Ukraine, sondern vielmehr um die Weltordnung". Es entstehe "eine neue Realität: Die unipolare Welt geht unumkehrbar in die Vergangenheit, es bildet sich eine multipolare Welt. Das ist ein objektiver Prozess. Er ist nicht zu stoppen."11 Die westlichen Sanktionen sind dabei selbstverständlich einberechnet. Indem Europa SWIFT abschaltet, erschüttert dies das Vertrauen in die westliche Infrastruktur, erzeugt Angst vor der Allmacht der USA und hilft Putin, weitere Mitstreiter für die Etablierung seines vom Westen unabhängigen Zahlungs-Systems zu gewinnen.12Am 26. Januar 2022, also knapp einen Monat vor dem Angriff auf die Ukraine, erklärte Lawrow: "Wir bemühen uns darum, unsere Abhängigkeit vom US-Dollar zu reduzieren. Die Amerikaner "helfen" uns dabei aktiv: Sie tun alles Mögliche, um das Vertrauen zu ihrer Währung zu zerstören und diese riskant für internationale Zahlungsvorgänge nicht nur für die Russische Föderation, sondern auch für jedes andere Welt der Welt zu machen."13 Und nach Kriegsausbruch dann: "Saudi-Arabien will schon Yuan statt US-Dollar. Dieser Prozess kann nicht gestoppt werden … Die Rolle des US-Dollars wird zurückgehen. Das Vertrauen in den Dollar sinkt bedeutend."

Von den über 140 Nationen, welche die USA zu Sanktionen gegenüber Russland aufrief, macht nur ein verschwindend kleiner Teil tatsächlich mit.14 Die überwiegende Mehrheit wartet ab und beobachtet. Das wird hierzulande nicht berichtet. Ebensowenig wird berichtet, weshalb auch die Haltung Chinas kein Geheimnis ist – und was der Welt jetzt in Pakistan bevorsteht.

Wegelagerer und Terroristen

Über 80% der chinesischen Energie-Importe müssen durch die Seestraße von Malakka. Da liegen aber die us-amerikanischen Kriegsschiffe. Auch deshalb versucht China im Rahmen seiner vor 10 Jahren begonnenen "Neuen Seidenstraße" über die pakistanische Hafenstadt Gwadar ans arabische Meer zu kommen. Von dort ist es nur noch ein Katzensprung zu eben jenen Öl-Staaten, in denen Robert Habeck gegenwärtig den Kniefall übt. Malakka würde an Bedeutung verlieren, wenn China das gelänge. Dummerweise zogen sich die USA jedoch 2021 "überstürzt" aus Afghanistan zurück und vergaßen dabei einen Großteil ihres Kriegsgeräts. Während Deutschland über die Moral der Geschichte philosophierte, bereiteten sich Russland und China darauf vor, dass der Terror auf Pakistan übergreifen und die Fertigstellung der "Neuen Seidenstraße" gefährden würde.15 Im Dezember 2021 kündigten die pakistanischen Taliban dann wie erwartet der Regierung Pakistans den Waffenstillstand.16 Gleichzeitig sah sich der pakistanische Präsident Imran Khan plötzlich mit einer seiner Meinung nach von den USA betriebenen Destabilisierung seiner Regierung konfrontiert.17Und als wäre das nicht genug, verkündeten der indische und der us-amerikanische Verteidigungsminister gemeinsam, militärisch enger zusammenzuarbeiten18 – wenige Tage nachdem Indien "versehentlich" eine Rakete auf Pakistan abschoss.19

Am 24. Februar 2022, wenige Stunden vor dem Angriff auf die Ukraine, reiste der pakistanische Präsident nach Moskau.20Es war der erste Besuch eines pakistanischen Staatsoberhauptes in Russland seit 23 Jahren. Die deutsche Politik findet das genauso unauffällig wie den Truppenabzug der USA aus Afghanistan. Zumindest scheint es das Narrativ vom irren Einzeltäter nicht zu erschüttern. Ob Putin Khan wirklich noch retten und die Atommacht stabilisieren kann, wenn der Westen dort in den nächsten Monaten Terroristen zu Freiheitskämpfern umdichtet, ist gleichwohl fraglich. Peking hofft jedenfalls darauf und wird nicht zuletzt deshalb im Ukraine-Krieg eisern hinter Russland stehen. Aber nicht nur Gwadar, sondern auch die neuen, eigentlich für Europa gedachten russischen Energielieferungen sind für China wichtig. Die Transportwege mögen noch ausbaufähig sein, langfristig aber kann mit dieser Route sowohl die Seestraße von Malakka als auch die pakistanische Hafenstadt Gwadar entlastet werden.

Das letzte Kapitel der Dichter und Denker

Putin ist ohne jeden Zweifel der Täter. Trotzdem beschreibt diese Perspektive nur einen winzigen Ausschnitt der Wirklichkeit. Weil die Deutschen gegenwärtig nur den Ausschnitt sehen, übersehen sie auch, dass ihre "Friedensbewegung" die Vorbereitung für einen noch weitaus grausameren Krieg ist, der zudem niemals enden wird. Die USA befinden sich bereits ununterbrochen im Krieg. Und weil Deutschland jetzt unbedingt seine Abhängigkeit von Russland gegen eine Abhängigkeit von der arabischen Welt eintauschen will, wird es das nächste mal auch nicht "Nein" zum Irak-Krieg sagen können. Deutschland tritt Dank Habecks Vermittlung nun in die unmittelbare Konkurrenz zu China, das derzeit Hauptabnehmer der Wüstenstaaten ist.21 Die Bundesregierung wird also ihre liebe Mühe damit haben, dass die Öl-Staaten nicht den Petro-Dollar verschmähen und stattdessen Yuan fordern. Sie muss von den US-Amerikanern das böse Spiel mit den religiösen Gefühlen von Sunniten und Schiiten erlernen. Wie es der Zufall will, erklärte Saudi Arabien soeben, zumindest gegenüber seinem größten Abnehmer China die Dollar-Bindung aufgeben und Yuan akzeptieren zu wollen – da "die saudische Unzufriedenheit mit Washington wachse."22

Russland beliefert China mit Energie, China beliefert die USA mit Waren, und die USA beliefern Europa u.a. mit ihren virtuellen Welten. Da endet der Strom. Zwischen Europa und Russland findet kein Verkehr statt, da ist eine Scheidewand. Europa bezieht seine Energie aus der arabischen Welt, wird dort in Verbrechen gegen die Menschlichkeit verwickelt und in einem nie endenden Krieg dauerhaft gebunden. Auch aus den Stellvertreterkriegen um die Bodenschätze Afrikas kann es sich nicht länger heraushalten. Der wahre Gegner Deutschlands heißt dann China, mit dem man allerdings zugleich symbiotisch verknüpft bleibt, weil das Riesenreich die produktive Grundlage für die eigene Dienstleistungs-Gesellschaft bietet.

Das ist das aktuelle Szenario für unserer Zukunft. Und dieses kann von den USA vollkommen beherrscht werden. Das heißt, solange Deutschland weiter so gut mitspielt und dann auch wie gewünscht eine aktive Rolle im nahen Osten übernimmt, liegt der Überfall auf die Ukraine durchaus im us-amerikanischen Interesse. Verlieren können in diesem Krieg nur die Ukraine und Europa. Russland, China und die USA dagegen gewinnen in jedem Fall.

Unsere grünen Politik-Frischlinge haben es mit etwas völlig anderem zu tun als dem, was die "demokratische Mehrheit" in Deutschland gerne sehen möchte. Das zur kindlichen Naivität erzogene Gemüt vieler Deutscher wünscht sich, die Kriegsursachen sehen, anfassen oder gar personifizieren zu können. Die zerstörten Häuser können sie ja auch wirklich im Fernsehen sehen. Sie sehen verzweifelte Menschen, Leichen, getötete Kinder. Und das Gesicht Putins, der den Angriff befahl. Dieses Gesicht möchten sie gerne ohrfeigen. Aber damit tun sie nicht nur nichts für den Frieden, sondern verschlimmern den aktuellen Krieg und bereiten den nächsten vor.

Wer wirklich Frieden will, muss die Kriegsursachen aufsuchen und bekämpfen. Diese lassen sich jedoch nicht am Bildschirm verfolgen, sondern nur denkend ergründen. Das ist anstrengend. Und es macht einsam, da ein offener Austausch über dasjenige, was man zu erkennen glaubt, kaum mehr möglich ist. Zudem bleibt die politische Sabotage des Diskurses nicht wirkungslos: das eigene Denken erlahmt und wird unfruchtbar. Der menschliche Geist braucht den freien, lebendigen Austausch. Je umfassender also die Isolierung kritisch denkender Menschen gelingt, desto höher auch die Wahrscheinlichkeit, dass diese dann tatsächlich nur Wirklichkeitsfremdes zu Tage fördern. Umso stärker aber wächst die Kriegsgefahr. Das ist die tödliche Falle, in welcher das Volk der "Dichter und Denker" nun festsitzt. Ob es sich aus eigener Kraft befreien kann?


foto/Bildquelle:

CC BY-SA 4.0 de. Bildcollage: Johannes Mosmann. Verwendete Werke: Olaf Kosinsky, Wikimedia Commons, 2019-05-09 Annalena Baerbock GRÜNE MdB sowie Sandro Halank, Wikimedia Commons, 2021-12-07 Unterzeichnung des Koalitionsvertrages der 20. Wahlperiode des Bundestages. Desweiteren folgende Adobe Stock-Bilder: Wonderful Sunflower (Helianthus annuus, Asteraceae) isolated on white background von Olaf Simon, businessman with using speaker riding on elephant von Tsung-Lin Wu, destruction concept von Sergey Nivens, man with pointing finger gesture riding on walking elephant von Tsung-Lin Wu.


1 https://www.ndr.de/nachrichten/mecklenburg-vorpommern/Schwesig-raeumt-erstmals-Fehler-in-Russland-Politik-ein,schwesig1150.html

2 https://www.fr.de/politik/ukraine-krieg-wladimir-putin-russland-nuetzliche-idioten-deutschland-merkel-merz-scholz-lindner-91443310.html

3 https://www.dreigliederung.de/essays/2020-10-johannes-mosmann-corona-virus-mit-kuenstlicher-intelligenz-gegen-den-freien-geist-google-ki-fakes-news-eu-kommission

4 https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1192085/umfrage/coronainfektionen-covid-19-in-den-letzten-sieben-tagen-in-deutschland/

5 https://www.gatesnotes.com/Health/Pandemic-Innovation

6 https://www.dreigliederung.de/essays/2020-10-johannes-mosmann-corona-virus-mit-kuenstlicher-intelligenz-gegen-den-freien-geist-google-ki-fakes-news-eu-kommission

7 Ebd., S. 8

8 https://www.tagesschau.de/investigativ/rtde-covid-propaganda-desinformation-101.html

9 https://www.zeit.de/wirtschaft/2014-07/sanktionen-russland

10 https://www.dreigliederung.de/essays/2022-03-johannes-mosmann-annalena-und-die-wilden-tiere

11 https://mid.ru/de/foreign_policy/news/1804655/

12 Eine fundierte Skizze der russischen Kalkulation liefert der Ökonom Stephan Eisenhut in seinem Essay "Russland rechnet anders", enthalten in Die Drei 2/2022, abrufbar unter: https://diedrei.org/lesen/russland-rechnet-anders

13 https://mid.ru/de/foreign_policy/news/1795942/

14 https://www.nachdenkseiten.de/?p=82217

15 https://www.voanews.com/a/regional-extremists-energized-by-taliban-s-takeover-could-pose-threat-to-pakistan-china-interests-expert-says-/6236892.html

16 https://www.stern.de/news/pakistanische-taliban-kuendigen-waffenruhe-mit-regierung-auf-31409094.html

17 https://www.theguardian.com/world/2022/mar/31/imran-khan-address-pakistan-faces-no-confidence-vote

18 https://www.dw.com/de/usa-rücken-näher-an-die-seite-indiens/a-56937566

19 https://www.dw.com/de/indien-schießt-versehentlich-rakete-auf-pakistan-ab/a-61099213

20 https://www.nzz.ch/international/pakistan-imran-khans-seltsamer-besuch-bei-putin-nzz-ld.1671708

21 https://asiatimes.com/2021/12/china-to-rely-more-on-middle-east-for-oil-and-gas/

22 https://finanzmarktwelt.de/saudi-arabien-denkt-ueber-yuan-statt-us-dollar-fuer-oel-verkaeufe-nach-china-nach-228761/

11 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • Stefan Padberg
    9. April 2022 17:55

    Die Darstellung Russlands/Lawrows/Mosmanns, wonach Russland erst einmarschiert sei, nachdem Deutschland North Stream 2 aufgegeben und Europa sich der US-Linie untergeordnet habe, ist chronologisch falsch. Erst kam der Einmarsch, danach die Stilllegung des Pipeline-Projekts. Die Behauptung, die deutsche Regierung hätte nur weiter an North Stream 2 festhalten müssen, dann hätte es diesen Krieg nicht gegeben, ist eine abenteuerliche Vogel-Strauß-Haltung. Es ist genau andersherum: Der Einmarsch hat gerade die Vereinheitlichung zwischen Europa und den USA bewirkt, die Russland jahrelang eigentlich verhindern wollte. Ein schöneres "Geschenk" konnte Russland unseren Transatlantikern gar nicht machen.

    Außen vor bleiben in Mosmanns Darstellung die russischen Auslassungen über die Nichtexistenz der Ukrainischen Nation und Putins pseudohistorisch begründete Kampfansage an dieses "Anti-Russland". Außen vor bleibt auch die Entwicklung der gelenkten Demokratie in Russland seit 2011/12 hin zu einer waschechten Diktatur, die Erzeugung bzw. Übernahme großrussischer neoimperialer Ideologien und die gezielte Flutung der westlichen Öffentlichkeit mit Fake News. Außen vor bleiben die historisch begründeten Ängste der Osteuropäerinnen und Osteuropäer vor Russland, die Letzteres im Verlauf der letzten Jahrzehnte nie aufgelöst und die Deutschland bei seiner Russlandpolitik nie berücksichtigt hat. (Viele selbsternannte "Mitteleuropäer" in unseren Kreisen übrigens auch nicht!) Außen vor bleibt, dass die russische Strategie Russland in einen Hort der Fortschrittsfeindlichkeit verwandelt hat und weiter verwandeln wird, was viele Russinnen und Russen ins Exil treibt, weil sie sich in Russland keine Zukunft mehr vorstellen können. Und außen vor bleibt, dass die Ukrainerinnen und Ukrainer einen schrecklich hohen Preis dafür bezahlen müssen, dass Russland die "multipolare Weltordnung" meint "erkämpfen" zu müssen.

    Zustimmen kann ich, wenn Johannes Mosmann darauf hinweist, dass Länder wie China oder Indien der westlichen Sanktionspolitik reserviert gegenüber stehen und dass Russland versuchen wird, die Dollarvorherrschaft anzugreifen. Neben Yuan als alternatives Zahlungsmittel gibt es auch noch die Möglichkeit von Bartergeschäften, die für Russland in Zukunft eine größere Rolle spielen könnten. Dass Russland dies aber von Anfang an angestrebt habe ("Uns ging es gar nicht um die Ukraine"), ist doch ein durchschaubares Scheinargument. Die Position Chinas ist in dieser Sache unklar. Es deutet vieles darauf hin, dass China als Exportnation sich auf solche Abenteuer nicht einlassen wird. Und auch Indien wird es sich zweimal überlegen, mit dem Westen zu brechen. Aber es ist richtig, dass es hier in der westlichen Erzählung einen blinden Fleck gibt.

    Für mich überwiegt am Ende der Eindruck einer seltsam einseitigen Betrachtung der Lage, hart an der Grenze zur Rechtfertigung der russischen Politik. Damit wird Johannes Mosmann der Komplexität der Situation in meinen Augen nicht gerecht.

    Antworten
  • Johannes Mosmann
    9. April 2022 20:12

    Sehr geehrter Herr Padberg,

    Vielen Dank für Ihre Anmerkungen. Die Darstellung, wonach Russland erst einmarschiert sei, nachdem Deutschland die Pipeline gestoppt habe, ist chronologisch korrekt. Der offizielle Stopp erfolgte am 22. Februar, also zwei Tage vor dem Einmarsch. Faktisch gestorben war die Pipeline zudem bereits Anfang Februar, als nämlich Scholz, der sich zunächst gegen Baerbock gestellt und an Nord Stream 2 festgehalten hatte, zurückruderte. Dazu muss man wissen, dass es allein Scholz zu verdanken war, dass die Pipeline nicht bereits Ende 2021 gestoppt wurde – die Presse sprach gar von einem „Showdown“ zwischen Baerbock und Scholz. Insofern dürfte Russland spätestens Anfang Februar klar gewesen sein, dass es keine Pipeline geben wird.

    Sie finden: „Die Behauptung, die deutsche Regierung hätte nur weiter an North Stream 2 festhalten müssen, dann hätte es diesen Krieg nicht gegeben, ist eine abenteuerliche Vogel-Strauß-Haltung.“

    Das finde ich auch. Das Hickhack um Nord Stream 2 ist meines Erachtens nur das letzte Kapitel in einer langen, hässlichen Geschichte. Insofern ist mir nicht klar, weshalb Sie dies glauben einwenden zu müssen. Denn ich schrieb ja tatsächlich: „Hätten deutsche Politiker die unaufhörliche Sabotage der wirtschaftlichen und kulturellen Beziehungen zu Russland unterlassen, hätten sie, wie Bundeskanzler Scholz es zunächst noch forderte, insbesondere auch die Pipeline als eine rein wirtschaftliche Angelegenheit betrachtet, so wäre es niemals zu diesem Krieg gekommen.“ Und dann entwickle ich in dem Essay, weshalb es gar nicht um die Pipeline geht.

    Die Zusammenhänge sind etwas komplexer, als Ihre Unterstellung es vermuten lässt. Wirklich abenteuerlich scheint mir ihre These zur Geschichte der transatlantischen Beziehungen: „Der Einmarsch hat gerade die Vereinheitlichung zwischen Europa und den USA bewirkt, die Russland jahrelang eigentlich verhindern wollte.“ Das ist schlichtweg Geschichtsleugnung, mal ganz abgesehen davon, dass Macron gar nicht glücklich darüber sein dürfte, Frankreich in dieser Beziehung unter „Europa“ subsumiert zu wissen. Recht haben Sie allerdings, wenn Sie hinzufügen: „Ein schöneres Geschenk konnte Russland unseren Transatlantikern gar nicht machen.“ Das sehe ich genauso. Der Angriff auf die Ukraine schadet Europa, aber sicherlich nicht den transatlantischen Beziehungen.

    Sie werfen mir „Einseitigkeit“ vor, weil ich nicht die russische Propaganda, die Angst der Osteuropäer, das Leid der Ukrainer usw. erwähne. Dieser Vorwurf erweckt bei mir den Eindruck, dass Ihnen das Thema des Artikels schlicht entgangen ist. Ich glaube wie Sie, dass die russische Führung Propaganda betreibt, dass Russland eine permanente Bedrohung für die osteuropäischen Staaten darstellt, und dass den Ukrainern unermessliches Leid zugefügt wird. Aber dies wurde, meine ich, bereits von zahlreichen Medien berichtet. Oder etwa nicht? Es scheint mir gegenwärtig gar das Hauptthema sämtlicher Medien zu sein. Um diese Dinge zu Gehör zu bringen, hätte es also meines bescheidenen Beitrags nicht gebraucht.

    Mir ging es im Gegenteil um den blinden Fleck in der sonstigen Berichterstattung, von dem Sie immerhin zugeben, dass es ihn gibt. Wenn es diesen blinden Fleck aber gibt, dann bedeutet dies doch zunächst: die „westliche Erzählung“, wie Sie das nennen, ist einseitig. Ich habe demgegenüber jetzt einmal eine ganz andere Seite beschrieben. In einem kleinen Blog. Und das motiviert Sie nun dazu, einen Kommentar zu schreiben und mir „Einseitigkeit“ vorzuwerfen. Merken Sie's selber? Das ist eine sehr interessante Sache mit der „Einseitigkeit“ …

    Mit freundlichen Grüßen
    Johannes Mosmann

    Antworten
  • Wolfgang Geuer
    15. April 2022 13:24

    Vielen Dank erstmal für diese Sichtweisen und die viele Arbeit, die dem vorausgegangen ist. Ich fühle mich direkt nach dem Lesen nicht in der Lage,
    dass zu kommentieren. Habe heute nur nach dem Lesen der 4 Evangelien zum Karfreitag gemerkt, was ich zu tun habe und wie weit weg wir noch sind vom Verständnis dieser Texte.
    Dem geistreichen Text abträglich finde ich die Ironie, die eine leichte Arroganz vermuten lässt, wie dumm die meisten Politiker ich sind.
    An dem Punkt hier ein Link zu Texten die da einen besseren Duktus, wenn auch nicht so geistreich sind. https://www.sicherheitneudenken.de/
    Ostergruß Wolfgang Geuer

    Antworten
  • Alfons Kaiser
    15. April 2022 18:18

    Mit Pakistan hattest Du schon mal Recht, lieber Johannes! 🙂
    Ansonsten möchte ich lediglich noch auf das verweisen, was Steiner schon vor über einhundert Jahren meinte, weil das aus sich heraus eh schon fast alles erklärt :
    "Daher muß eine mitteleuropäische Außenpolitik wie folgt vorgehen:
    1.) Der französische Revanchegedanke muß in sich selbst versumpfen.
    2.) Die Slawenfrage muß durch postive Politik (Dreigliederung) gelöst werden.
    3.) Dem Wirtschaftskonkurrenzkampf muß man als einem dauernden Zustande entgegensehen; es muß also Mitteleuropa in einem richtigen wirtschaftlichen Konkurrenzverhältnis zu England bleiben und darf nicht in ein wirtschaftliches Abhängigkeitsverhältnis kommen."
    (zitiert aus Ludwig Polzer-Hoditz, Erinnerungen an Rudolf Steiner, Verlag am Goetheanum 1985, S. 127 unten)
    Interessant wäre auch, in Erfahrung zu bringen, wie Putin persönlich zur Dreigliederung steht. Hat da irgendjemand eine halbwegs verläßliche Quelle?

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  • Michael Schneider
    16. April 2022 1:40

    Ich staune über die "Geduld" des Autors auf den Unsinn eines Herrn Padberg überhaupt einzugehen. Vielleicht sollte man einfach mal die Klospülung bedienen, wenn so etwas angeschwommen kommt. Fakt ist, dass in diesem Land ein Großteil der Menschen so hart verdummt ist, wie es selbst im 3. Reich noch nicht denkbar war. Das wird von dem Autor wohl auch nur im Ansatz erkannt. Man müsse selbst vor dem Fernseher denken? Nein. Wer vor dem Fernseher 2022 sitzen geblieben ist, hat unter Beweis gestellt, dass er von sich aus keinerlei Interesse am Denken hat. Diese Leute müssen denazifiziert werden.
    Die öffentliche Meinung Deutschlands ist für Russland völlig egal. Ebenso wie die Meinung der deutschen Führung. In Russland wird zur Kenntnis genommen, dass die Entnazifizierung in Deutschland nicht erfolgreich war.
    Die Kräfte, die Deutschland dominieren werden von Russland zerschlagen oder es wird es wird von den Freunden aus Übersee balkanisiert. Darin gleicht es der Ukraine, die, wie der ignorante Padberg nicht wissen möchte, tatsächlich von Nationalsozialisten dominiert wird. In Deutschland geschieht das nicht so offen, dem Geiste nach aber genauso (siehe Padberg).
    Dem Autoren des Artikels, dem immerhin dämmert, dass hier einiges schief läuft: Es ist für Russland immer klar gewesen, dass Deutschland keine eigene Politik hat. Insofern gibt es keine Überraschungen. Deutschlands "Positionierung", wenn man das Geplapper dieser Irren überhaupt so nennen möchte, ist völlig egal. Außerdem möge er etwas Vertrauen haben, dass Russland die Kraft hat, die multipolare Weltordnung durchzusetzen. Und natürlich geht es in der Ukraine nicht nur um Weltpolitik, sondern auch darum, dass die russländische Völkerfamilie dieses Land befreit. Und das ist keine russische Propaganda. Ich bin im Gegensatz zu den deutschen Propaganda-Opfern in der Lage die russische Sprache soweit zu verstehen, dass ich mir von den Handlungen und Argumenten der Gegenseite ein Bild machen kann. Im Übrigen kann ich sehr Anti-Spiegel.de empfehlen, der immer wieder übersetzte russische Artikel veröffentlicht und überhaupt beste Analysen bietet. Was mir auch unverständlich bleibt, wie man die Bedeutung der Pipeline auch nur in Frage stellen kann? Wäre es besser, die Hände aneinander zu reiben, wenn es kalt ist? Oder möchte man dem gehirngewaschenen Publikum entgegenkommen? Und nein, Deutschland konkurriert nirgendwo, wenn es den eingeschlagenen Weg fortsetzt.

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  • Michael Schneider
    16. April 2022 12:26

    Noch eine Anmerkung: Hier versammelt sich ja auch in den Kommentaren die komplette Anstalt Deutschland.

    [Editiert: Wenn Sie einen Kommentar zu einem Artikel kommentieren wollen, können Sie das mit der "antworten"-Funktion des Kommentars erledigen. Bitte halten Sie dabei die allgemein üblichen Höflichkeitsregeln ein. Vielen Dank.]

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  • Michael Schneider
    20. April 2022 0:52

    Also dass jeder Kommentar zu 25 bis 80 Prozent wegzensiert wird, ist schon spitze! Ich komme ja aus der DDR. Ich fühle mich hier wie zu Hause. Es ist schön bei Euch!

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    • Schön, dass es Ihnen gefällt. 😉 Und wenn Sie jetzt noch einfach die allgemein üblichen Höflichkeitsregeln einhalten, klappt´s auch mit den Kommentaren. Versprochen.

      Antworten
  • Michael Schneider
    20. April 2022 20:06

    Wenn man einen Mann, der zum Mord an einem Präsidenten aufruft, einen intellektuellen Trottel nennt, dann finden Sie das unhöflich. (Um ihr Gehirn nicht zu überspannen, lasse ich jetzt mal außen vor, dass dieses Land auch in bezug auf deutsche Geschichte ein spezielles ist wie auch die jetzige Situation.) Darf ich Sie, aufgrund dieser Rüge von Ihnen, ebenfalls nicht einen intellektuellen Trottel nennen, um höflich zu bleiben? Falls ja, glauben Sie, dass es dann überhaupt Menschen gibt, die man mit Fug und Recht intellektuelle Trottel nennen kann? Im Übringen brauchen Sie keine lustigen Gesichter zu machen. Diesen Humor behalten Sie mal für Ihr Publikum. Dass ich hier schreibe, ist eine Ausnahmesituation.

    Antworten
  • Karin Richter
    22. April 2022 19:11

    Es war für mich sehr interessant zu lesen und ich danke für diesen Beitrag . Mein großer Wunsch ist es aus der Mitte Christus heraus zu denken , leben und zu handeln .

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  • Diese Wirklichkeitsleugnung ist dermaßen krass – dazu fällt selbst mir nichts mehr ein.

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