Der Guru und die Anthroposophie

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tdz.-red. Worauf die anthroposophische Szene schon lange gewartet hat, ist endlich eingetreten. Das ehemalige Flaggschiff der anthroposophischen Bewegung, der spirituelle Dienstleister Sebastian Gronbach hat, wie es scheint, einem offensichtlich nie laut ausgesprochenen Wunsch seiner zahlreichen Fangemeinde nachgegeben und bietet jetzt Altarbilder an, damit die Schüler des Gurus endlich sein Konterfei auch in angemessener Größe auf ihrem Heimaltar platzieren können.

Ist der Jahreszeitentisch, früher ein Muss in jedem Anthro- und Waldorfhaushalt, out? Der anthroposophische Rentner Ferdinand Steiner, nicht verwandt mit seinem Namensvetter Rudolf Steiner, dem Begründer der Anthroposophie, ist erschüttert: "Das hätte ich nicht gedacht, dass einmal aus diesem netten Info-3 Redakteur, der unseren Rudolf so sehr verehrt hat, jetzt auch noch ein solcher Selbstdarsteller werden würde. Nun ja, einen Hang zu Übertreibung hatte er ja schon immer, aber jetzt auch noch ein Altarbild?" Es klingt fast schon ein wenig Entrüstung bei dem alten Mann durch.

"Was sind das für Zeiten, in denen man 50 Mark (sic) für ein Foto von seinem Guru hinblättern muss? Wer braucht denn so etwas? Da bleib´ ich doch bei den Tannenzapfen, dem Laub vom Vorjahr und dem kleinen Zwerg, den meine Tochter in der dritten Klasse gebastelt hat."
Erinnern kann sich der Rentner noch an die Wünsche, die der Guru Gronbach auf seinem damals noch anthroposophisch daherkommenden "Mission Mensch" Blogs ausgesprochen hatte: "Ein Mac-Book und einen Porsche 911. Das fand ich wenigstens noch lustig! Aber wahrscheinlich war das gar nicht lustig gemeint, sondern der ist einfach so."

Die Reaktionen der anthroposophischen Gemeinde sind verhalten und außer der ein wenig verschämt daherkommenden Werbung für den zum Guru mutierten ehemaligen Lautsprecher der Bewegung – in einem Pressedienst einer geschätzten Kollegin – ist bisher noch nicht all zu viel von der Altarbild-Aktion des spirituellen Gemischtwaren-Anbieters zu hören, zu lesen oder zu sehen. Zu vermuten ist allerdings, dass es sich noch nicht um das Ende der Fahnenstange handelt.

Mehr über die Bewegung des Gurus Gronbach finden die geneigten 
Leser*innen hier und hier.
foto: screenshot von der webseite des shops

18 Kommentare. Hinterlasse eine Antwort

  • Anja Muthesius
    6. März 2020 17:42

    Endlich schreibt mal jemand genau das! Seit Jahren frage ich mich, was mit SB passiert ist. Oder viel mehr, was das für Leute sind, die seine Anhänger, seine Adepten sind. Warum die da mit machen. Und was aus seiner Frau, die mal eine der besten Kindergärtnerinnen war, geworden ist, dass sie auch dabei ist.

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    • Anja Muthesius
      6. März 2020 17:45

      … und wenn ich das Bild mit dem ober-gütigen Blick sehe, dann will ich seine hier verlinkte Webseite nur weg klicken.

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  • Paul Bernstein
    7. März 2020 10:41

    Rudolf Steiner ist noch viel durchgeknallter als alle anderen Möchtegern-Erleuchteten … nur DAS übersehen Anthroposophen natürlich

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  • Hm wo zum Geier ist der Shop? 50 Mark?? Wer hat denn die alten Scheine noch aufbewahrt??

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  • Es heißt, Gronbach ist aus seinem Ashram in Bonn geflogen und nach Österreich gezogen. Weiß jemand wohin dort?

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  • Wolfgang Püschel
    20. März 2021 17:30

    guru
    altar
    bilder

    Drei schöne und vielleicht überflüssige Wörter in der Klima-Zukunft dieses
    Planeten Erde im Weltall ___?

    Wolfgang Püschel
    20.3.2021

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  • Georg Hohenbild
    29. März 2021 17:43

    Ich dachte es wäre ein Scherz, ist es nicht! und kommt noch doller: Ein Altarbild mit dem Text"…MEIN GURU NIMM MICH MIR UND GIB MICH GANZ ZU EIGEN DIR"
    vermutlich ist es besser ihn "todzuschweigen", als sich weiter zu entrüsten…

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  • Ben Yathavan
    14. Juni 2021 11:39

    Sebastian Gronbach nennt sich jetzt übrigens Ben Yathavan, was soviel bedeutet wie Lord Vishnu. Vielleicht hält er sich ja für die aktuelle Inkarnation Vishnus …
    Seine Gruppe heißt auch nicht mehr Sacred Human, sondern das ist jetzt die „Generation Heilig“…

    Was für ein skurriles Affentheater da abgezogen wird …

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  • Ben Yathavan
    29. Juni 2021 22:56

    Seine Frau Fedelma ist ja nach Dahab, Ägypten ausgewandert und versucht dort ihr Glück. Während die restliche Bande in Leipzig lebt … nur als Ergänzung …

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  • Fragt Paul
    2. Juli 2021 18:18

    Die Wachtberger Ashram-Seite scheint es auch nicht mehr zu geben. Wo erfährt man denn sowas?

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    • Ben Yathavan
      5. Juli 2021 21:39

      Momentan gibt es nur interne Infos. Die Gruppe will sich in der Gegend um Leipzig etablieren. So wie ich es gehört habe, sind dort schon alle betroffenen Stellen im gegenseitigen Austausch, um dies zu verhindern… Namen und Adressen sind alle bekannt…
      Mehr gibt es öffentlich gerade nicht zu sagen, da wie gesagt, einige Prozesse am laufen sind…

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  • Der freidrehende Guru-Kult ist ja das eine, aber die Gruppe radikalisiert sich zunehmend politisch und verbreitet mittlerweile nicht nur massiv neurechte Polemik sondern möchte sich offenbar als Teil der rechtsradikalen Netzwerke etablieren – ein wirklich widerlicher Mißbrauch spritueller Werte…

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    • Hey Katjuscha, woher weißt du denn dass sich das Ashram in die rechte Richtung bewegt. Hast du da ein paar mehr Informationen für mich?

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  • Wo erfahre ich die Adresse von dem neuen Ashram vom Sebastian Gronbach in Leipzig. Meine Tochter, Anhängerin vom Gronbach, ist seit 3 Wochen unbekannt verzogen nach Leipzig in eine Gemeinschaft und zwar mit einem 6 jährigen Buben. Das sagt ja schon alles

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