Nichts dran? Oder was? Ein Einwurf von der Seite

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tdz- redaktion. Etwas wundern kann man sich wohl schon, wenn man in der Berliner Zeitung liest, dass gegen Alena Buyx, die ehemalige Vorsitzende des Deutschen Ethikrates, Plagiatsvorwürfe erhoben werden. Nun ist so etwas, wie wir wissen, eigentlich nicht soo verwunderlich, denn Plagiatsvorwürfe wurden und werden ja schon des Öfteren mal erhoben. Man denke an Frau Schavan oder den Ministerpräsidenten Thüringens, Herrn Voigt. Ganz zu schweigen von Ulrike Guerot, die wegen angeblicher Plagiate stehenden Fußes von der Universität Bonn die Kündigung erhielt und die, inzwischen vor dem Bundesarbeitsgericht, gegen die, ihrer Ansicht nach, ungerechtfertigte Kündigung klagt. Bei Facebook finde ich einen Beitrag von ihr, den ich unseren Lesern nicht vorenthalten möchte: "Na, da bin ja mal gespannt, was die #TUM München, die ehrwürdige #Leopoldina, das Kuratorium der #Bertelsmannn-Stiftung, der #Aufsichtsrat der Berliner Charité sowie der Expertenrat der Bundesregierung jetzt machen, wo #AlenaBuyx überall Mitglied ist: Wird sie jetzt überall sofort entlassen?" 

Wundern kann man sich vielleicht auch darüber, dass – Stand heute nachmittag, d. 25.Februar 2026 – in keinem der bundesdeutschen Leitmedien, man denke da an den Spiegel, die Zeit, Welt, FAZ, taz etc. etwas über die Plagiatsvorwürfe zu lesen ist. 
Ist am Ende gar nichts dran? (Update: Inzwischen ist ein Artikel in der FAZ erschienen)

Oder möchte man es gar nicht so genau wissen? Immerhin handelt es sich bei Frau Professorin Alena Buyx um eine hochangesehene Wissenschaftlerin, der wir es schließlich zu verdanken haben, dass wir so wunderbar durch diese schreckliche Pandemie-Zeit gekommen sind (Ironie aus). Nun, sie hat, wie man ja auch hin und wieder in den sozialen Medien lesen kann, natürlich nur als Wissenschaftlerin gesprochen, vielleicht aber sogar nur als Privatperson wie zum Beispiel irgendein Herr Günther aus Schleswig Holstein. So lesen wir in der Berliner Zeitung: "Im Rahmen der Corona-Enquetekommission des Deutschen Bundestages erklärte Buyx nach eigenen Angaben im November, ihre damaligen Aussagen seien als persönliche „Einschätzungen“ zu verstehen gewesen." 

Zum Gutachten heißt es dann in der Berliner Zeitung weiter: "Das Gutachten führt zahlreiche Einzelbeispiele an. (…) Zudem dokumentiert Weber nach eigener Darstellung Fälle fehlerhafter oder unvollständiger Literaturangaben, etwa bei Seitenzahlen, Herausgebern oder Buchtiteln, die bereits in älteren Dissertationen enthalten gewesen seien."

Wollen interessierte Leserinnen oder Leser nun aber etwas mehr erfahren über die Causa Buyx, müssen sie oder er wohl oder übel auf die Medien zurückgreifen, deren Berichterstattung der o.g. Herr Günther bei Herrn Lanz als faktenfrei oder so ähnlich bezeichnet hatte. 

Was wird nun passieren? Wir sind gespannt, erlauben uns allerdings auch keine Vorhersage. Aber vielleicht könnte man doch hervorheben, dass es wohl doch sinnvoll erscheint, dass es jetzt mit der der Berliner Zeitung und auch – man höre und staune – der Ostdeutschen Allgemeinen Zeitung ein weiteres Medienangebot gibt, das den Anspruch, den ein öffentlich-rechtlicher Fernsehsender immer erhebt, nämlich "sich das ganze Bild zu machen", tatsächlich wahr macht. Die Berliner Zeitung hat übrigens das Plagiatsgutachten hier verlinkt, so dass es eingesehen werden kann.


Der Autor dieses Beitrags war ehemaliger Mitarbeiter eines öff. rechtl. Rundfunksenders und bis vor kurzem Mitglied des DjV. 

Quelle: https://www.berliner-zeitung.de

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