Über das "Steinerianum" bei Basel
redaktion-tdz.- Sie wollen das letzte Geheimnis des skurrilen Bauwerks lüften: die renommierten Historiker Prof. Ansmut Zandowsky, Dr. Helgar Mertens und der Filosof Micaele Aergert. Leider wird ihnen seit einiger Zeit der Zutritt verwehrt, da sie angeblich den Ruf der Bewegung schädigen. Doch davon lassen sich die Forscher nicht abschrecken. Demnächst wollen sie dem "Tempel" mit Drohnen und Wärmebildkameras zu Leibe rücken. Mertens ist überzeugt: "Diese Nuss bleibt nicht ungeknackt." Sein Kollege Zandowsky fügt hinzu: "Es wäre die Krönung meiner Lebensarbeit, wenn ich dieses Geheimnis entschleiern könnte." Und der Aufspieß-Bürger Aergert ergänzt: "Wir sind gespannt, was dort noch alles zu Tage tritt, ich freue mich schon auf die Diskussionen in unserer raumschiffenden Anthrosophie-Facebook-Gruppe. Ob der als Staudengärtner arbeitende Steinerforscher Maier aus den USA, der sich mit bahnbrechenden Informationen über Rudolf Steiner in der Forschungscommunity einen Namen gemacht hat, die Ergebnisse der Historiker in seine Forschungsergebnisse einfließen lassen will, war bei Redaktionsschluss noch nicht bekannt.
Auf unsere Nachfrage in Dornach warnt ein Sprecher des Steinerianums allerdings: "Unbefugte Eindringlinge bereiten sich ein schweres Karma."
Goldgräberstimmung
Unabhängig davon haben Archäologen damit begonnen, auf dem Steinerianumgelände einen zugemauerten Schacht freizulegen. Man hofft, darin endlich den ominösen "Dornacher Schatz" zu finden, von dem C.A.Bernoulli gesprochen hat. "Das Goetheanum" [wie es seinerzeit genannt wurde, d. Red.], "so versicherte er, sei ein Ableger der internationalen Hochgradfreimaurerei, insbesondere des Ordens "O.T.O", der einen "Sexualkommunismus" vertrete. Auch seien im Areal des Steinerianums "heimlich Goldschätze aufgehäuft." [1]
Für die drei o. g. wackeren Forscher ein Grund mehr, ihre "Ausgrabungen" endlich ihrer staunenden Fan-Gemeinde präsentieren zu können. Die sogenannte „Dornacher Betonfraktion“ kündigte massive Proteste gegen die „Beforschung“ ihres Geländes an. Andere Schwurbler sprechen von einem gegnerischen Ansturm, den sie in einem sicheren Refugium in den Schweizer Bergen überleben wollen.
Die Forscher selbst wollen jedoch nicht ganz ohne geistlichen Beistand bleiben. Ein erfahrener Exorzist soll ihnen empfohlen haben, sich unter den Schutz der Gottesmutter zu stellen. Ein besonders wirksames Mittel gegen dunkle Machenschaften sei das Lied „Maria, breit‘ den Mantel aus“.
Illustration: Symbolfoto (KI)
Anmerkungen:
[1] https://www.themen-der-zeit.de/der-blick-durchs-schluesselloch/






