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Ein sehenswerter Film von Vera Hoffmann
12 Jahre Rudolf-Steiner-Schule! Wie stehen heutige junge Menschen danach nun wirklich in der Welt? Nach unzähligen positiven, aber auch negativen Berichten zu diesem Fragenkomplex in der Medienlandschaft versucht der Regisseur Christian Labhart auf sehr authentische, feinfühlige, aber auch vielfältig künstlerische Weise dieser Frage nachzuspüren.
Auf der einen Seite kann der Zuschauer einen Einblick in das alltägliche Schulleben gewinnen, repräsentiert durch das alljährlich stattfindende Oberstufenchorprojekt der Rudolf-Steiner-Schule Zürcher Oberland mit dem engagierten, verständnisvollen aber auch sehr strengen Musiklehrer Thomas Gmelin (der selbst einmal Waldorfschüler war, - hier sei’s verraten).
Auf der anderen Seite erhalten wir tiefe und sensibel dargestellte Einblicke in das Privatleben der drei Hauptprotagonisten Wanja, Rebecca und Stefan, die sich am Ende einer langen und erlebnisreichen Schulzeit an der RSSZO befinden.
Ganz verschiedene Welten begegnen uns da. Die drei jungen Menschen befinden sich im hoffnungsvollen Aufbruch in ein endlich selbst zu gestaltendes Leben und repräsentieren jede/r eine ganz eigene Welt.
Wanja, feuriges, das Leben geniessendes Adoptivkind aus Sri Lanka leidet unter den grossen sozialen Ungerechtigkeiten in der Welt und will an der Revolution von unten mitarbeiten.
Stefans Welt ist die der Snowboarder. Die Höhepunkte des Mozartprojektes vergleicht er mit den Höhepunkten seiner Erfahrungen auf dem Snowboard. Tastend sinniert er über die Erfahrung der Liebe, auf die er gespannt ist.
Rebecca macht sich Gedanken über ihren eigenen Standort in der Gesellschaft und in welcher Rolle sie sich eines Tages wiederfinden will.
Allen drei jungen Menschen ist eines gemeinsam: sie erzählen mit bewegender Ehrlichkeit von sich, von ihrem Leben und ihren Träumen und Wünschen.
Ein Film voller Kontraste: diese Porträts (und auch das professionelle des Musiklehrers) sind eingebettet in Szenen und Musik der Probenarbeit zum Requiem von W.A.Mozart einerseits und andererseits in spektakulär schöne Landschaftsaufnahmen des Zürcher Oberlandes, wo sich die Schule befindet.
Mehr als sehenswert ist dieser Film des eigenwilligen Regisseurs Christian Labhart. Er ist ein „Muss" und ein Genuss für alle, die sich gerne mit Pädagogik, Musik und Zeitfragen auseinandersetzen.
Die Autorin Vera Hoffmann ist Waldorflehrerin, leitet die bilinguale "Escuela Libre San Miguel de la Palma" und war nach eigenen Angaben: "davor 13 Jahre als Klassenlehrerin in der RSSZO überzeugt, an einer der besten Schulen der Welt zu sein."
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