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Neulich in der Kulturwerkstatt Paderborn. Im Kleinkunstsaal stellt Pete Alderton seine neue CD vor. Nun ist Blues nicht unbedingt mein Ding und wenn die Bluesharpspieler ins Mikro kriechen und ihren Blues oder das was sie dafür halten, durch die Verstärker in meine Ohren kreischen lassen, nehme ich normalerweise Reissaus. Die Paderborner Blues-Band "Used", die sich ihre Ohren schon in frühen Jahren durch einen ohrenbetäubenden Lärm weggebluest haben müssen, ist für mich ein klassisches Beispiel.
Ein Gegenbeispiel ist Pete Alderton mit seiner Band. Da meint jemand, was er singt und er muss nicht schreien, um seine Botschaft zu vermitteln. Die Band transportiert diesen Blues direkt in die Seelen der Zuhörer, ohne die Ohren zu malträtieren. Musik eben. Und was für eine. Hörbar professionell abgemischt, immer auf den Frontmann achtend, irgendwie nie Selbstzweck. Und der Blues? Bleibt erhalten. Die rauchige, aber klare Stimme Petes liegt auf der Musik und die Melancholie, die in dieser Stimme verpackt ist, verschmilzt mit dem Piano, der Sologitarre und dem Bass zu einer Einheit, die Blues erst zu dem macht, was er sein soll. Äußerungen, die zwar ganz persönliche Gefühle ausdrücken, aber durch Intensität und Verdichtung den Zuhörer mitnehmen in die Seelentiefen des Sängers oder Künstlers. Große Klasse. Die CD heißt "Living on Love".
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