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Die Bloggosphäre hat ihn wieder
mm/tdz. Als ich nach Hause komme, nach fünf Tagen Internet-Freiheit auf dem Fahrrad bis zur Nordsee, das i-phone nur zum telefonieren oder für google-maps, sehe ich nach einem kurzen Blick in die Blogsphäre: Nerone ist wieder da.
Nein, er gehörte nie zu den anthroposophischen Bloggern, es gab ein Interesse an den Hintergründen der Anthroposophie durch seine Kinder, die zur Waldorfschule gingen. Vielleicht sähe es an manchen Schulen anders aus, wenn es mehr Nerones gäbe, aber wer weiß das schon. Seine Neugierde für spirituelle Themen, so schien es mir, war nicht geheuchelt, er wusste aber sehr wohl zu unterscheiden zwischen aufgesetztem anthroposophischen Geschwätz und der ernsthaften Auseinandersetzung mit Rudolf Steiner, gleichwohl: "... ich will das hinter mir lassen. Ich bin sozusagen damit durch, die Sättigung ist erreicht. Ich habe im Rückblick einen Kenntnisstand erreicht, der mir ausreicht und in mir auch keine Toleranz hinsichtlich der eigenen Beschäftigung mit Fragen zulässt, die mich nicht berühren."
Seine scheinbar nie erlahmende Gesprächsbereitschaft war ein ziemlich gutes Beispiel für Toleranz. Er ertrug Andreas Molau und Andreas Lichte, es war des öfteren auch Rüdiger Sünner zu Gast, einer der sonst eher selten als Kommentator zu sehen ist; und ich meine, neben vielen anderen, auch von einem der "grimmigen" Grandt-Brüder (TdZ) gelesen zu haben. Kurzum, Nerone bot ein Forum für die, die an einer ernsthaften Auseinandersetzung über Themen der Anthro-Sphäre interessiert waren, aber auch eines für die notorischen Nörgler, die hinter jeder Waldorfschultür eine Nazi-Kaderschmiede wittern oder mit ihren Redundanzien den Leser bis zum Erbrechen langweilen konnten.
Es war lange still bei Nerone. Jetzt bloggt er wieder: "Um im Dorfe anzukommen meldet man sich im Fussballverein an, spielt mit den alten Herren Fussball und versucht sich daran zu gewöhnen gemeint zu sein, auch wenn man nicht versteht, was gemeint ist. Umdrülle, hiekeie, laloh, sel und sel… Ich werde es nicht mehr lernen – aber verstehen hoffentlich irgendwann schon." Wenn man weiß, wie Nerone sich in seine Themen hineingearbeitet hat, glaubt man das gerne.
Die Metropole Düsseldorf hat einen Blogger weniger (keine Angst, es gibt noch welche in der Region), dafür hat die Region Lörrach einen dazugewonnen. Für mich - obwohl ich überzeugt bin, dass wir durchaus unterschiedliche Auffassungen von der Welt im Allgemeinen und auch im Besonderen haben - auf jeden Fall ein Gewinn. Welcome back und: Danke Herrmann Finkelsteen für den Hinweis!
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