|
"Anthroposophy.com-Chat, der Pionier-Anthroposophen-Chat im Netz!!", so lautet die Eingangsüberschrift zu diesem Internet-Angebot. Wer nun glaubt, ein Chat sei in den meisten Fällen eine Ansammlung von "Halbirren", die sich zum Zwecke des gegenseitigen Herumblödelns in einem "Chat-Room" treffen, wird beim Anthro-Chat auf anthroposophy.com eines Besseren belehrt. Dort nämlich treffen sich Menschen, die ein Interesse haben an einem lebendigen Austausch von Ansichten über "Gott und die Welt". So gibt es zum Beispiel den virtuellen Zweig, vom Betreiber des Chats in den Rang einer Pionier-Tat erhoben. Und da ist auch etwas dran, denn neben der Rudolf-Steiner-Liste, die schon 1997 von Jens Prochnow, dem Radio-Anthroposophen, ins Leben gerufen wurde, ist der Chat immerhin eine bereits seit 2000 bestehende Einrichtung. Viele Mitglieder der ersten Tage sind immer noch dabei. Ein Zeichen für die Qualität des Austausches, der sich von der Unverbindlichkeit der "normalen" Chat-Räume eben doch unterscheidet. Man kennt sich auch anders und kommuniziert auch sehr häufig auf anderen Ebenen miteinander. Fast allen Mitgliedern des Chats ist die virtuelle Dimension dabei lediglich Mittel zum Zweck. Werkzeug zur Kommunikation mit anderen Menschen. Im Vordergrund steht der Inhalt des Gesagten. Sicherlich ist auch manchmal die Anwesenheit von sogenannten Chat-Trollen ein wenig nervig, aber meist erledigt sich so etwas von allein, und es ist kein Eingriff von außen notwendig. Um der besseren Verständlichkeit willen wäre manchmal ein Moderator vonnöten, aber andererseits lebt dieser Raum von der Möglichkeit, sich frei äußern zu können. Vielleicht gelingt es ja mal irgendwann, einmal oder auch regelmäßig einen Chat-Abend mit einem Vertreter der Anthroposophischen Gesellschaft oder der Waldorfschulbewegung zu gestalten. An Themen, die die anthroposophischen Zusammenhänge betreffen, ist kein Mangel. Kritikern der Anthroposophie wäre zu raten, sich offen und klar mit Fragen an die Community zu wenden, ohne die ihre Kritik in irgendwelchen neugierigen Fragen zu verstecken, die beim Gegenüber nur Unverständnis hervorrufen. Denn Fragen, die sich bei Google mit einem Klick klären lassen oder die die Intention der Fragesteller all zu ersichtlich machen, sind nicht dazu geeignet, als Gesprächseinleitung Interesse zu wecken. Ein Gähnen wäre die Folge und das wiederum wäre bei den Kritikern der "Beweis" für die mangelnde Transparenz in "Rudis Welt". So schließen sich dann die Kreise und verwundert ob der gegenseitigen Intoleranz bleibt nur Frust auf beiden Seiten. Alles in allem ist der Anthro-Chat ein Stück gelebte anthroposophische Öffentlichkeit, über Grenzen hinweg. Die Möglichkeit, mit Menschen ins Gespräch zu kommen, ist gegeben und es liegt an jedem selbst, inwieweit er seinem virtuellen Gegenüber seine Gedanken anvertrauen möchte. Willkommen im Anthro-Chat!
http://www.anthroposophy.com
|