Themen der Zeit
 Suche  | Links  | Kontakt  | Impressum 
 
 
 
 
 

 


 

zur Nachrichten-Übersicht


Anerkennung auf höchster Ebene

22.09.2010

Der Wasserforscher Herbert Dreiseitl wird Loeb Fellow an der Harvard University.
Von NNA-Korrespondent Walter Siegfried Hahn

NNA. - Der Überlinger Künstler, Wasserforscher und Unternehmer Herbert Dreiseitl nahm zum Ende August seine Tätigkeit als „Loeb Fellow“ in der berühmten Harvard University an der amerikanischen Ostküste auf. Dreiseitl wurde damit als einer der wenigen Nicht-US-Bürger überhaupt in dieses renommierte Programm aufgenommen. Es gibt jährlich zehn bedeutenden Persönlichkeiten, die sich einen Ruf als Gestalter in Architektur, Landschafts- oder Stadtplanung erworben haben, die Möglichkeit, an der Harvard University forschend und lehrend ihre schon herausragenden Leistungen auf einen noch höheren Stand zu bringen und in Zukunft in noch größerem Rahmen zur Verfügung zu stellen.

Dreiseitl, ehemaliger Ulmer Waldorfschüler, hat nach dem Zivildienst in der Drogenhilfeeinrichtung „Sieben Zwerge“ am Bodensee und frühen künstlerischen Arbeiten vor allem am Institut für Strömungsforschung in Herrischried Inspiration gefunden. Schon in jungen Jahren gründete er 1979 sein eigenes Unternehmen, das heute in Fachkreisen einen hervorragenden Ruf besitzt und neben Überlingen mit Büros in Beijing, Portland/Oregon und Singapur weltweit Aufgaben wahrnimmt. Mit gut 60 Mitarbeitern werden künstlerische und landschaftsplanerische Arbeiten, vor allem aber Planung und Durchführungskontrolle im Wasserbereich durchgeführt. Das reicht von Brunnen- oder Platzgestaltungen in schwäbischen Kleinstädten über den vielleicht bedeutendsten Platz Deutschlands, den Potsdamer Platz in Berlin, bis zur Ergreifung und Durchgestaltung des kompletten Wassermanagements eines Stadtstaats wie Singapur.

Seine besondere Leistung ist die Verbindung künstlerischen Handelns und umweltrelevanter Planung und Durchführung im urbanen Umgang mit Wasser. Seine Arbeiten setzen Maßstäbe in urbaner Hydrologie, Behandlung von Ab-, Brauch- und Sturmwasser. Seine esoterische Zugangsweise wird in der Fachwelt wahrgenommen und durch ihre sinnlich wahrnehmbaren Folgen akzeptiert. Auf Kongressen und Symposien wie dem World Cities Summit Ende Juni in Singapur ist Herbert Dreiseitl regelmäßig mit Vorträgen und Seminaren vertreten. Unter seinen Veröffentlichungen sind die „Waterscapes“ und „New Waterscapes“ eher einem Fachpublikum bekannt, dagegen ist das in Zusammenarbeit mit anderen Autoren soeben erschienene „Wasser bewegt“ als Lektüre mit vielen praktischen Experimenten allen Menschen und vor allem Lehrern und Erziehern zu empfehlen.

Dreiseitl arbeitet ganz aus dem Wesen des Wassers heraus und bringt damit für viele seiner Kollegen und Auftraggeber aus Ingenieurs-, Architektur-, Stadtplanungs- und Regierungskreisen vollkommen neuartige Perspektiven ein, die vielerorts dankbar aufgenommen werden. Reinigung und Reinhaltung des Wassers entstehen dabei wie Nebenwirkungen einer respektvollen Haltung dem Wasser gegenüber. Auch seine Einbeziehung der Bevölkerung bei Planungen ist nicht nur erfolgreich im Sinne einer nachhaltigen und sozialverträglichen Gestaltung, sie findet auch von ihrem künstlerischen Ansatz der Sozialen Skulptur her großes Interesse. Es gehört heute zu den großen menschheitlichen Aufgaben, die Süßwasserquellen zu schützen, zu reinigen, ihre Verwendung zu managen und für genügend sauberes Trinkwasser zu sorgen. Herbert Dreiseitls Vorgehensweisen bieten für diese Probleme machbare, gute und schöne Lösungen, die nachvollziehbar und damit an anderen Orten umsetzbar sind.

Mit der Berufung als Loeb Fellow wird ihm nun eine erste große Ehrung zuteil, die zugleich unterstreicht, welche Bedeutung seiner Arbeit in Nordamerika zugemessen wird. Mit der Fellowship, einem Art Forschungs- und Lehr-Stipendium, erschließen sich ihm zugleich Möglichkeiten, ein Jahr lang Studenten nicht nur auszubilden, sondern mit ihnen an konkreten Projekten zu forschen und zu arbeiten. Konkret will er die gemeinsame Geschichte von Wasser und Gesellschaft erforschen, sowie Handwerkszeug erarbeiten für die Kontrolle Wasser-relevanter Gefahren.

Die Loeb Fellowshop wurde vor 40 Jahren durch eine Stiftung von John L. Loeb ermöglicht und ist an die Designhochschule an der Harvard University angebunden. Sie soll die Führungsqualitäten hervorragender Persönlichkeiten stärken, die in der Gestaltung unserer Umwelt tätig sind. Zugleich sollen Studenten von Harvard früh in Austausch mit diesen Persönlichkeiten und in praktische Tätigkeiten involviert werden. Bisher sind über 300 Menschen in den Genuss dieses einzigartigen Programms gekommen.