Themen der Zeit
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Wichtige Themen auf der jährlichen Mitgliederversammlung des Bundes der freien Waldorfschulen.

mm/tdz. - Für die Waldorfschulen in Deutschland ist die Frage einer qualifizierten Lehrerbildung existenziell. Dabei spielt nicht nur die Finanzierungsfrage, sondern auch und gerade "der Markenkern", nämlich die spezielle Ausrichtung einer auf den ganzen Menschen gerichteten Pädagogik die zentrale Rolle. Durch die fortwährend steigende Zahl von Waldorfschulen - inzwischen sind es allein in Deutschland 227 - steigt auch der Bedarf an Lehrern. Deshalb hatte der Bund der Freien Waldorfschulen (BdFWS) bereits vor einiger Zeit eine Kampagne zur Lehrergewinnung gestartet.

Auf der Mitgliederversammlung des BdFWS in Stuttgart, die am vergangenen Wochenende stattfand, war denn auch dieses Thema ein zentraler Tagesordnungspunkt. 280 Delegierte hatte sich eingefunden, um "erste Weichenstellungen für die Zukunft hinsichtlich Organisation und Finanzierung dieser Gemeinschaftsaufgabe vorzunehmen. Jährlich wenden die Waldorfschulen bereits jetzt über 8 Mio. Euro für Lehreraus- und -fortbildung auf." So geht es aus der aktuellen Meldung des Bundes der Freien Waldorfschulen hervor. Den Angaben zufolge wurde als "Akutmaßnahme" beschlossen, "Mittel zur Verfügung zu stellen, damit die einzelnen Ausbildungsstätten untereinander Kompetenzzentren für die Aus- und Weiterbildung der Oberstufenlehrer bilden können."

Für die Freie Hochschule Stuttgart wurde eine Erhöhung von bisher 210 auf 245 Studienplätze bewilligt. Im Rahmen des Bologna-Prozesses wurde an dieser Hochschule bereits das Studienangebot auf die staatlich anerkannten Abschlüsse Bachelor und Master of Arts umgestellt.

Die Bedeutung "innovativer Studiengänge in der Waldorflehrerbildung" wurde von Dr. Albert Schmelzer vom Institut für Waldorfpädagogik, Inklusion und Interkulturalität in Mannheim hervorgehoben. Es gelte, "verschiedene Profile der Lehrerbildung zu realisieren, wie zum Beispiel die Vorbereitung auf den Unterricht an inklusiven oder auch interkulturellen Waldorfschulen." An vielen Waldorfschulen wird in den letzten Jahren verstärkt auch an den Fragen der Inklusion und Integration gearbeitet. ( tdz berichtete )

Mit 8,3 Millionen Euro ist die Lehrerbildung der größte Posten im Haushalt des BdFWS, der insgesamt für das Jahr 2010/11 rund 11 Millionen Euro beträgt. Aufgebracht wird diese nicht unerhebliche Summe von den Schulen nach einem durch die Schülerzahlen berechneten Schlüssel. Sinkende öffentliche Zuschüsse sorgen immer wieder dafür, dass die Elternbeiträge erhöht werden müssen, um den Haushalt aufrechterhalten zu können. Dies erläuterte Prof. Steffen Koolmann vom Mannheimer Institut für Bildungsökonomie und der Alanus Hochschule Alfter bei der Vorstellung der Gesamtbilanz: "Da die Zuschüsse seit 2003 im Verhältnis zur Bilanzsumme stetig sinken, müssen die Eltern dies durch ihre Beiträge kompensieren, die um 2,1 Prozent gestiegen sind".

Mehrfach hat Themen der Zeit schon über die Einsätze der "Freunde der Erziehungskunst" berichtet. In diesem Jahr feiern die "Freunde" ihr 40-jähriges Jubiläum. Immerhin seien in diesen Jahrzehnten 684 Waldorfeinrichtungen in der ganzen Welt gefördert worden und "insgesamt hätten die 'Freunde' 67 Mio. Euro Finanzmittel weitergeleitet", so Henning Kullak-Ublick, Vorstandsmitglied des BdFWS. Auf der Mitgliederversammlung wurde die Organisation und deren Engagement bei notfallpädagogischen Einsätzen in Krisengebieten wie beispielsweise Haiti oder Fukushima, noch einmal ausdrücklich gewürdigt.

Die Mitbegründerin der "Freunde", Nana Göbel, so die Pressemeldung des Bundes: "hob das Weltinteresse der heutigen Schüler hervor, die Kinder der Globalisierung seien und appellierte an die Lehrer, diesen Funken im Unterricht nicht erlöschen zu lassen."

Quelle: Presseveröffentlichung des BdFWS

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