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Vor der Wahl auf den Philippinen

01.05.2010

Nicanor Perlas: Zugang zum "Feld" finden.
von Walter Siegfried Hahn

Walter Siegfried Hahn traf Nicanor Perlas bei einem Training für Aktivisten und "social entrepreneurs", das in der vergangenen Woche in der Nähe von Manila  mit Teilnehmern aus vier Kontinenten stattfand. www.emerge2010.tk


Auf den Philippinen finden am 10. Mai Wahlen zu allen nationalen und regionalen Parlamenten, Bürgermeister- und Gouverneursposten sowie zum Präsidenten statt. Nicanor Perlas, bekannt als anthroposophischer Aktivist in sozialen und Umwelt-Fragen, Träger vieler nationaler Preise und des Alternativen Nobelpreises, tritt als Kandidat für das Präsidentenamt an.

Trotz vieler Termine hatte Nicanor Perlas sich die Zeit genommen, den jungen und jung gebliebenen Weltveränderern in drei Stunden wesentliche Fragen zu beantworten oder ihnen neue aufzugeben. Er konzentrierte sich dabei darauf, deutlich zu machen, dass eine wirkliche Veränderung in der Welt, wenn auch absolut nötig, nachhaltig nur sein kann, wenn sie aus einem neuen Denken, Handeln und Fühlen kommen, aus einer Persönlichkeit, die bereit ist zur ständigen Veränderung ohne die innere Berufung aufzugeben.

Er wies auf eine Studie hin, in der 50 Träger des Alternativen Nobelpreises interviewt wurden. Bei aller Verschiedenheit verbindet diese Aktivisten eines: Sie alle haben einen spirituellen Hintergrund und arbeiten auf dieser Grundlage, die sie nährt und inspiriert. Entsprechend machte Perlas deutlich, dass Veränderung in der Welt bei der Veränderung von sich selbst anfangen muss. Man müsse Zugang zum "Feld" finden, zum höheren Selbst, zur geistigen Welt, von der alle spirituellen Traditionen sprechen und zu dem sie hinführen wollen.

Perlas war zum Ort des Trainings heraus gekommen, obwohl eine äusserst wichtige Entscheidung anstand. Als einziger hatte er bei der Wahlbehörde eine offizielle Petition eingereicht, die Wahl am 10. Mai zu verschieben, denn die zum ersten Mal auf den Philippinen verwendete elektronische Stimmenauswertung ist in den letzten Wochen heiss diskutiert worden und offensichtlich nicht vertrauenswürdig. Tatsächlich kam zum Ende seines Auftritts beim Emerge-Training die Nachricht per Handy: Die Petition wurde nicht angenommen, die Wahlbehörde hat sich lediglich entschlossen, an einigen Orten im Land - parallel zur elektronischen Auswertung - die Stimmen manuell zu zählen. Der Kommentar von Perlas war niederschmetternd: "Dann werden wir in die Katastrophe gehen."

Es ist sicher, dass die Situation auf den Philippinen um und nach dem 10. Mai sehr genau beobachtet werden muss, denn das Konfliktpotential bis hin zu einer Verschärfung des Bürgerkriegs ist hoch.

 

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