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Trenthorst bleibt erhalten


Tierhaltung in Trenthorst

tdz/bölw. Die Ökologische Lebensmittelwirtschaft ist erleichtert, dass Bundesminister Seehofer das Institut für ökologischen Landbau in Trenthorst erhalten will. Dr. Felix Prinz zu Löwenstein, der Vorsitzende des Bundes Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), sagte dazu: "Durch diese Entscheidung setzt Horst Seehofer ein wichtiges Signal. Ökologischer Landbau als stark wachsendes und zukunftsweisendes Segment der Landwirtschaft braucht wissenschaftlichen Fortschritt. Es ist deshalb unabdingbar, dass die Bundesforschung hier engagiert bleibt".

Löwenstein betonte, dass Trenthorst in den letzten Jahren zu einem vorbildlichen Standort für Ökolandbauforschung ausgebaut worden sei, "..der Betrieb hat die Umstellungszeit durchlaufen, die Nährstoffdynamik der Böden hat sich an das System Ökolandbau angepasst und die Tierhaltung wurde zu einem funktionierenden artgerechten Haltungssystem entwickelt. All dies sind beste Voraussetzungen, um weiterhin ganzheitliche Forschungsansätze unter praxisnahen Bedingungen zu verfolgen. Es ist gut, dass dieses Kapital nun nicht verschenkt, sondern weiter genutzt wird."

Felix Prinz zu Löwenstein forderte, dass die Forschung für Ökolandbau und die ökologische Lebensmittelverarbeitung einen größeren Stellenwert erhalten müsse. Der Verband, so Löwenstein, werde sich dafür einsetzen, dass der Forschung auf nationaler wie auch auf europäischer Ebene ein erheblich höherer Anteil an Mitteln gewidmet werde, um das Innovationspotenzial der Branche zu erschließen.

Fraktionsübergreifend hatten sich Politiker der CDU, SPD und der Grünen für den Erhalt des Standortes eingesetzt. Gustav Herzog, der Berichterstatter der SPD-Fraktion für den Ökologischen Landbau erklärte zu der Entscheidung, die er eine "gute Botschaft" nannte, "Gerade in der aktuellen Phase eines boomenden Marktes und eines starken Nachfrageüberhanges für Produkte aus der Ökologischen Lebensmittelwirtschaft spielen Konstanz und Qualität der Forschung eine herausragende Rolle. Nach mehrjähriger Aufbauarbeit und Investitionen in Millionenhöhe ist der Standort Trenthorst personell und materiell bestens dafür aufgestellt, die Begleitforschung für einen aufstrebenden Sektor der Landwirtschaft sicherzustellen."

Für die deutsche Landwirtschaft, so noch einmal der BÖLW, "ist der Erhalt der Ökolandbauforschung am Standort Trenthorst ein wichtiges Signal."
Die Erkenntnisse, die sich in der letzten Zeit gerade auch im Hinblick auf eine Verknappung der einheimischen Bio-Produkte ergeben haben, geben dieser Einschätzung mehr als Recht. Die Bundesregierung wäre also in der Tat gut beraten, wenn die Mittel für Trenthorst und für die Forschung im ökologischen Landbau nicht gekürzt, sondern im Gegenteil, noch erhöht würden. Dass die Zeichen der Zeit in Richtung Biolandbau von der Politik erkannt werden, beweisen auch die jüngsten Äußerungen des Landwirtschaftsministers von Mecklenburg-Vorpommern, Till Backhaus(SPD), der bis zu 35 Millionen Euro in die Förderung von Bioprojekten investieren will, wie der NDR vor einigen Tagen berichtete. Nach seiner Auffassung "kann das gesamte Bundesland mit einer Bio-Region Vorpommern zeigen, dass es bereit sei, sich dem Trend zu stellen. Damit entstünden zusätzliche Arbeitsplätze, es würde etwas gegen den Klimawandel getan und deutschlandweit ein Zeichen für die Ökobranche gesetzt".

Foto: Milchkuhstall des Instituts für ökologischen Landbau der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft©

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