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Arbeitsplatz Schule

18.05.2010

Brockhaus 1894

19. Mai 2010. Tag des Waldorflehrers. Bund der Freien Waldorfschulen initiiert Kampagne zur Lehrergewinnung 

mm/tdz. 18.05.2010 - Innerhalb der nächsten zehn Jahre wird rund ein Viertel der ca. 8000 Lehrer der 219 bundesdeutschen Waldorfschulen das Pensionsalter erreichen. Für die Schulen ein ernstes Problem. Denn das steigende Interesse an einer alternativen Pädagogik, das sich unter anderem auch in den Anmeldezahlen niederschlägt, hält sich leider nicht die Waage mit dem Interesse an dem Beruf des Waldorflehrers. Dabei sei "den meisten jungen Leuten gar nicht klar, was für ein vielseitiger, kreativer Beruf da auf sie wartet", erklärt Walter Riethmüller vom Vorstand des Bundes der Freien Waldorfschulen.

Dr. Erhard Hofmann unterrichtet an der Rudolf-Steiner Schule Schloss Hamborn und kann diese Einschätzung bestätigen. Die Entscheidung, nach seinem Studium Waldorflehrer zu werden, hat er nicht bereut: "Wie viele meiner Kolleginnen und Kollegen bin ich über Umwege auf den Waldorflehrerberuf gestoßen und heute bin ich sehr dankbar dafür. Das hohe Maß an äußerer Freiheit bei der Gestaltung des Unterrichtes, ein tolles Kollegium und vor allem eine neugierige und offene Schülerschaft belohnen mich täglich für meinen Einsatz und meine Arbeit." Er hätte, so sagt er, Potentiale an sich entdeckt, "von denen ich zuvor nicht einmal erahnt hätte, dass sie in mir schlummern."

Rund 600 Stellen für Nachwuchslehrer, so der Bund der Waldorfschulen, seien jährlich zu besetzen. Um diesem Mangel an qualifizierten Pädagogen abzuhelfen, hat man eine Kampagne ins Leben gerufen, mit der offensiver als bisher versucht wird, junge Menschen für den Beruf des Waldorflehrers zu begeistern. Die Adressaten: Quereinsteiger, die die Qualifikation als Waldorflehrer nach ihrem universitären Fachstudium durch Weiterbildung erwerben können, oder Studienanfänger, die ihr Studium erst beginnen wollen. Möglich ist das an den elf Hochschulen und Seminaren, die neben zahlreichen berufsbegleitenden Waldorflehrerseminaren Aus- und/oder Fortbildungen zum Waldorflehrer anbieten.

In diesem Zusammenhang ist auch das Fernstudium Waldorfpädagogik in Jena zu sehen, sowie die Möglichkeit der Fortbildung zum Waldorflehrer am Lehrerseminar für Waldorfpädagogik in Kassel, das als förderungswürdige Weiterbildungseinrichtung gemäß der Anerkennungs- und Zulassungsverordnung Weiterbildung (AZWV) anerkannt ist und von der Bundesanstalt für Arbeit unterstützt wird.

Im Rahmen der Kampagne wurde für den 19. Mai 2010 ein "Tag des Waldorflehrers" ins Leben gerufen, der bundesweit auf den steigenden Bedarf an Lehrkräften an Waldorfschulen aufmerksam machen soll. Zusammen mit den Seminaren für Waldorflehrerbildung hat der Bund der Freien Waldorfschulen eine Hotline geschaltet, über die sich Interessierte direkt über Ausbildungsmöglichkeiten informieren können. In einem Live-Chat auf der Webseite www.bildung-fuers-leben.de kann man an diesem Tag etwas über die Perspektiven des Waldorflehrerberufs erfahren.

Weltweit gibt es heute über 1.000 Waldorfschulen sowie 2.000 Kindergärten und Förder-Einrichtungen, unter anderem auch in Israel, Südafrika und Ostasien. Die erste Waldorfschule wurde 1919 in Stuttgart für die Arbeiterkinder der Waldorf-Astoria-Zigarettenfabrik eröffnet. 

 

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