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TV - Menschen bei Maischberger

Gestern im Ersten. Eine interessante Mischung gab es gestern bei Frau Maischberger zu sehen und zu hören. Eine katholische Nonne, eine jüdische Theologie-Professorin, eine Muslimin, eine buddistische Nonne und Gisela Marx, eine Journalistin. Es wurden sehr spannende Fragen aufgeworfen, wie das feministische Selbstverständnis der Gesprächsteilnehmerinnen und ihr Verhältnis zur Männerwelt in theologischen Zusammenhängen. Bemerkenswert, die doch überraschend durchscheinende Einigkeit in dieser und auch in der Frage der Kopfbedeckungen im allgemeinen und insbesondere bei Musliminnen. Nicht ganz eindeutig wollte sich dann die Muslimin zur Frage der Gewalt in der Ehe äussern, ihre Wendungen waren nicht immer ganz nachvollziehbar, bei der Brisanz dieses Themas allerdings auch nicht wirklich so schnell abzuhaken. Insgesamt sah ich sehr sympatisch wirkende Damen mit fundierten Ansichten über ihre Religion. Beeindruckt hat mich die Souveränität, mit der sie ihre jeweilige Sache vertraten und dadurch die Möglichkeit des ernsthaften Dialogs trotz aller kulturellen Unterschiede eröffneten. Gisela Marx versuchte zwar immer wieder, diese "Harmonie" zu durchbrechen, hatte aber nach meiner Ansicht nur alte Aufgüsse längst bekannter Vorwürfe und Vorurteile im Gepäck, die angesichts der Chance, einmal wirklich ins Gespräch zu kommen, ziemlich altbacken wirkten. Interessiert Frau Maischberger, sie hatte sichtlich Spass an diesem Gespräch. Diesen und ähnlichen Themen wäre eine frühere Sendezeit zu wünschen.

Max Michels