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Schilda ist überall. Die Statiker der Deutschen Bahn haben etwas zu wenig Gewicht auf das Gewicht ihrer Passagiere gelegt. von Regina Reinsperger
Stuttgart 21 und die Müngstener Brücke. Was haben diese beiden Projekte gemeinsam? Die Deutsche Bahn betreibt sie. Und da kommt man schon sehr ans Nachdenken, wenn man die kleine einspaltige dpa-Notiz liest, die die Stuttgarter Zeitung in ihrer gestrigen Ausgabe (05.05.11) auf Seite 9 bringt: „Zugbrücke - Bahn berechnet Gewicht falsch".
Für Ortsfremde: die Müngstener Brücke ist die höchste Eisenbahnbrücke Deutschlands. Sie ist eine Stahl-Bogen-Konstruktion aus dem Jahr 1897 und überspannt in 107m Höhe das Tal der Wupper zwischen Solingen und Remscheid. Seit 5 Monaten ist die 114 Jahre alte Brücke zur Überholung gesperrt. Das dürfte aufgrund des stattlichen Alters der Brücke ein normaler Vorgang sein. Die Bahnkunden, mehrere Tausend täglich, werden seitdem mit Bahnbussen durch das Tal gefahren. Die Wiedereröffnung der Brücke verzögert sich nun. Der Grund ist einigermaßen ungewöhnlich: im Antrag an das Eisenbahnbundesamt, der zur Wiedereröffnung gestellt werden muss, wurde nur das Leergewicht eines Zuges zugrunde gelegt; die Statiker der Bahn haben schlichtweg das Gewicht der Passagiere vergessen. "Jetzt arbeiten wir mit Hochdruck an den statistischen Berechnungen mit dem neuen Gewicht", zitiert die Meldung einen Bahn-Sprecher.
Angesichts der weitaus komplizierteren Planungen von Stuttgart 21 oder des Alb-Tunnels fragt man sich dann doch, was die Techniker der Bahn denn da wohl noch alles nicht berücksichtigt haben, was dann "über die Wupper geht", wie der Volksmund sagt, wenn sie sogar ihre Bahn-Kunden vergessen. Aber auch das ist ja nichts Neues, letztlich hat die Bahn ja auch bei Stuttgart 21 ihre Kunden vergessen ...
Für Eisenbahnfans: Wikipedia über die Müngstener Brücke - technische Details und Bilder.
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