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Der anthroposophische Blogger Michael Eggert macht sich einige Gedanken über einen Beitrag des Humanistischen Pressedienstes (hpd) und dessen Versuch, "Attacken gegen Rudolf Steiner zu konstruieren". Seinen Beitrag hat Michael Eggert, der uns freundlicherweise den Abdruck seines Textes gestattet hat, mit "Steiner als der neue Nostradamus" überschrieben.
Der "humanistische Pressedienst" ist ziemlich verzweifelt über den momentanen Hype, der um Rudolf Steiner gemacht wird: "Wer sich durch die Steiner-Huldigungen klickt, kommt aus dem Staunen nicht heraus. Ein unkritischer Mensch kann Steiner nach Abschluss der Lektüre nur für den Vater der Moderne schlechthin halten. Biologische Landwirtschaft, Alternativmedizin, Ökobewegung, moderne Architektur, ja Kunst überhaupt, moderne Musik, ethische Banken, die Grünen, Diskussionen um soziale und ethische Verantwortung – es scheint gar nichts zu geben, was dieser Mensch nicht inspiriert hat."
Ja, ja, Steiner sogar als Urvater der Grünen und Alternativen- das passt nicht ins Bild, das man gerne pflegte. Man muss also irgendwie die Kurve kriegen, um das Irrationale, Messianische um Steiner wieder in den Vordergrund zu rücken: "In Steiner wird alles hineininterpretiert, was gerade hip ist. Alles, womit man sich vom vermeintlich technokratischen oder „materialistischen“ Mainstream abkoppeln kann. Es müssen nur irgendwo die Worte „nachhaltig“, „ganzheitlich“ oder „alternativ“ vorkommen – sei es in Steiners umfangreichen Oeuvre, sei es in irgendeiner Interpretation. Der Mann hat alles gewusst, alles inspiriert. Vorallem hat er Laufmeter über Laufmeter schwer- bis unverständlicher Texte zu allem und jedem hinterlassen. Texte, die auf göttlicher Offenbarung beruhen."
Von da ab geht es argumentativ leicht. Man schlägt einfach den Bogen zu Nostradamus, dem "durchgeknallten Astrologen" und bringt einen unbekannten Faschisten ins Spiel, der irgendwie "ähnliche Überlegungen" wie angeblich Steiner publiziert hatte, irgendwann, irgendwo. So viel "Ähnlichkeiten", so man sie denn sehen möchte, ändern aber nichts an der Tatsache, dass Steiner heute mehr denn je diskutiert wird: "In gewisser Weise erklärt das, warum beide bis heute ihre Anhänger finden, wenn auch in unterschiedlichen Kreisen. Nostradamus-Anhänger sind heute eher leicht beeindruckbare und manipulierbare Menschen mit etwas Bildung, der durchschnittliche Steiner-Fan ist ein überdurchschnittlich gebildeter Künstler oder Unternehmer auf Sinnsuche. Im Kern streben sie nach ein- und demselben."
"Im Kern" deutet darauf hin, wie viel Mühe es macht, Attacken gegen Steiner zu konstruieren. In diesem Artikel jedenfalls ist der Kit, der den Brückenschlag zu Nostradamus schlagen möchte, offensichtlich propagandistischer Natur. Abtreten, war nichts.
Quelle: http://hpd.de/node/11729
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