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Der Präsident lud zur Party

11.07.2010

Bernd Ruf, Melanie Reverieges, Christian Wulff

Sommerfest im Schloss Bellevue in Berlin. Auch die "Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners" waren eingeladen.

mm/tdz. 11.07.2010 - Die meisten Einladungen zum jährlichen Sommerfest im Berliner Schloss Bellevue hatte noch der letzte Bundespräsident Horst Köhler ausgesprochen, der Anfang Juni zurückgetreten war. Mit diesem Ereignis also, die Druckfarbe auf der Ernennungsurkunde mag noch feucht gewesen sein, begannen die repräsentativen Aufgaben des Bundespräsidenten Christian Wulff.

Neben den zahlreichen Prominenten und sonstigen Würdenträgern waren wieder viele Bürgerinnen und Bürger dabei, die sich auf besondere Weise für andere Menschen oder für ihr Land einsetzen und nicht nur als Gäste der Sponsoren, sondern gerade wegen ihres gesellschaftlichen Engagements eingeladen werden. Zu ihnen gehörten in diesem Jahr auch Melanie Reverieges und Bernd Ruf, die beiden Schulleiter des Parzival-Schulzentrums in Karlsruhe; Bernd Ruf auch in seiner Eigenschaft als geschäftsführender Vorstand der "Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners". 

Das Motto der diesjährigen Präsidentenparty: "Freude – Veränderung – Zusammenhalt" passte also auch durchaus zum Motto der Karlsruher Parzivalschule "Im Mittelpunkt der Mensch". Mit dieser Einrichtung wurde ein Zentrum für Jugendliche mit besonderen Bedürfnissen geschaffen, in dem es möglich ist, Kindern und Jugendlichen mit Erziehungsschwierigkeiten und Lernbehinderungen sowie mit erheblichem individuellem Förderbedarf Bildung und Zukunftsperspektiven zu bieten. Neben einem individuell ausgerichteten pädagogischen Angebot wendet sich das Parzival-Schulzentrum auch mit therapeutischen Möglichkeiten an die Schülerinnen und Schüler mit besonderen Bedürfnissen.

Bernd Ruf hatte, nachdem er 2006 in einem Flüchtlingslager in Beirut mit kriegstraumatisierten Kindern konfrontiert wurde, ein umfassendes notfallpädagogisches Konzept entwickelt, das inzwischen auch internationale Anerkennung gefunden hat. Notfallpädagogik versucht traumatisierten Kindern und Jugendlichen in Kriegs- und Katastrophengebieten durch stabilisierende Maßnahmen auf Grundlage der Waldorfpädagogik bei der Verarbeitung ihrer traumatischen Erlebnisse zu helfen, um so eventuellen Spätfolgen entgegen wirken zu können. Noch in diesem Jahr stehen ein weiterer Einsatz in Haiti sowie mit Unterstützung des Auswärtigen Amtes drei weiterführende notfallpädagogische Einsätze in Gaza an, von denen der erste am 17. Juli 2010 beginnt und bis Ende Juli dauern wird.

Mit der Einladung zu diesem Sommerfest wurden jetzt sowohl der Aufbau des Parzival-Schulzentrums, der durch den Impuls der lokalen Waldorfbewegung möglich geworden war, als auch die notfallpädagogische Arbeit der "Freunde" in Kriegs- und Katastrophengebieten und das damit verbundene nationale und internationale Engagement gewürdigt.

Für die Pädagogen war die Einladung eine schöne Bestätigung ihrer Arbeit und so ganz nebenbei konnten sie, wie ka-news.de in ihrem Bericht über das Ereignis schrieb: "..guten Gewissens dem Club der Händeschüttler beitreten." Denn immerhin hatten sie, wie das Bild zeigt, auch eine ganz persönliche Begegnung mit dem neuen Bundespräsidenten Christian Wulff.

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