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Ein Kommentar von Max Michels
Die Diskussionen um die Grüne Gentechnik erinnern mich an die Diskussionen um Atomkraftwerke. Hier die Interessen einiger Großkonzerne, eine Ausrichtung auf die Steigerung der Profite und Börsenergebnisse. Dort Ängste und Zweifel der Bürger, der Menschen, zu deren angeblichen Nutzen diese Technologien entwickelt und angewendet werden. Dazu die Zweifel alternativer Forscher und Wissenschaftler. Wer aber bestimmt, was dem Bürger gut tut, was ihm nützt? In erster Linie einmal der Mensch selber, den es betrifft. Aber hat er noch die Wahlfreiheit? Auf dem Papier, in schönen Sonntagsreden hat er sie ganz gewiss. Schließlich ist er ja Demokrat. Er kann sich also zurücklehnen und seinen Schlaf, den Schlaf des Gerechten fortsetzen, so wie er es seit jeher getan hat. Heiliger St. Florian... Das Problem ist, das im Falle der Günen Gentechnik vielleicht irgendwann die Feuerwehr feststellen muss, dass sie selbst die Brände gelegt hat, zu deren vergeblichen Bekämpfung sie dann ratlos vor den rauchenden Trümmern steht. Schöne Aussichten. Angst des Ohnmächtigen? Weit gefehlt, es ist die Einsicht in die Tatsache, das die eigene Trägheit die sachgemäße Auseinandersetzung mit den Risiken verhindert. Zu sehr haben wir uns an das gute Leben gewöhnt. Und so stutzen wir auch nicht, wenn die Wissenschaftler und die Konzerne als Befürworter dieser Technologien uns einreden wollen, das es für die Entwicklung in der "Dritten Welt" sinnvoll sei, wenn dort der Hunger auf diese Weise bekämpft werden kann. Wir können wir es dann drehen und wenden, wie wir wollen, wenn wir den Hintern nicht hochkriegen und uns mit den Risiken, Gefahren und Chancen auseinander setzen, die die Welt so für uns bereit hält, werden wir die Welt nicht voranbringen. Uns zwar hin und wieder, von Katastrophenmeldungen erschreckt, aufrichten und nach der oben zitierten Feuerwehr schreien, nach einer Weile aber wieder getrost zurückkehren ins Reich der Träume. Ein Trost bleibt. Im Schlaf verbraucht der Mensch keinen Strom. Es soll aber Menschen geben, die sogar im Schlaf mit den Zähnen knirschen. Ob das immer Probleme mit den Zähnen sind, wage ich zu bezweifeln.
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