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Thilo Sarrazin darf seinen Parteiausweis behalten. Ob die gütliche Einigung eine gute Lösung war, wird sich sicherlich demnächst herausstellen. Max Michels von den beatagenten
Sarrazin bleibt Genosse, Genossen. Schön. Jetzt könnte er ja eigentlich austreten und in eine andere Partei eintreten, ohne sein Gesicht zu verlieren. Die Zeit schreibt, dass er sich in seiner Erklärung nicht von seinen umstrittenen Äußerungen distanziert hätte. "Stattdessen versicherte er, was er alles nicht habe ausdrücken oder bewirken wollen. Er habe weder Migranten diskriminieren noch sozialdemokratische Grundsätze verletzen wollen." Solche Worte gehen runter wie Öl, erinnern aber leider von der Diktion ein bisschen an die Worte Walter Ulbrichts: "Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu bauen."
Die SPD-Oberen jedenfalls haben den Antrag auf Rauswurf zurückgezogen und die eher konservativ geprägte Fraktion innerhalb der SPD, so mein Eindruck, wird die Sache wohl gelassen sehen, man nennt es auch Mainstream. Oder auf deutsch: "Man wird doch wohl noch sagen dürfen."
Bei dem - wegen der Ostertage eher verhaltenen Theaterdonner - um Thilo Sarrazin sollte man bei der Beurteilung dieser Partei-Ausschlussfrage auch nicht vergessen, was im September 2010 noch bei Spiegel-Online zu lesen war: "... seitdem bekannt ist, dass Sarrazin wegen seiner umstrittenen Äußerungen aus der SPD ausgeschlossen werden soll, bekommt die Parteispitze Hunderte Mails, Anrufe und Schreiben, in denen dem früheren Berliner Finanzsenator recht gegeben wird. Sarrazin komme darin "fast ausschließlich" gut weg, hatte Parteichef Sigmar Gabriel zugegeben."
Gleichwohl, der linke Flügel der Sozialdemokraten, die Jusos und insbesondere die Berliner Genossen, von denen war der Antrag auf Ausschluss von Thilo Sarrazin ausgegangen, betrachten den Umgang der Parteioberen mit den Vorgängen allerdings weniger locker, genauer gesagt, sie sind stinksauer.
Aber da es medientechnisch - angesichts anderer Ereignisse - sowieso nicht mehr all zu interessant ist, was Herr Sarrazin zu sagen hat, können wir wieder zur Tagesordnung übergehen. Und alles ist wieder im - nächsten - Fettnapf... ähh.. in Butter. Und die bleibt einem ja bekanntlich - schon aufgrund der Konsistenz - nicht so schnell im Halse stecken. Mahlzeit!
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