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Einer aktuellen SEKEM-Pressemeldung zufolge verbleibt Helmy Abouleish, Geschäftsführer der SEKEM-Firmengruppe in Ägypten, weiterhin in Untersuchungshaft. Ein erster Verhandlungstermin sei für Anfang Juni geplant, heißt es.
mm/tdz. - Helmy Abouleish war am 29. März von der ägyptischen Staatsanwaltschaft in Untersuchungshaft genommen worden, nachdem von unbekannter Seite Anzeige gegen ihn erstattet worden war.
Wie TdZ bereits Anfang April berichtet hatte, ist die Anzeige im Zusammenhang mit seiner Tätigkeit als Geschäftsführer des ägyptischen Industrial Modernization Centers (IMC) zu sehen. Die Anzeige bezieht sich auf den Zeitraum von 2005-2006. SEKEM stellt jedoch klar: "Eine von der Staatsanwalt eingesetzte Expertenkommission hatte in einem mehrwöchigen Prüfungsverfahren jedoch keine Unregelmäßigkeiten feststellen können. Der kürzlich vorgelegte Abschlussbericht, der alle Vorwürfe als haltlos bezeichnete, konnte nicht verhindern, dass eine Kautionsregelung von der Staatsanwaltschaft abgelehnt wurde. Angaben, wie es trotz des positiven Votums der Expertenkonferenz zu der Verhaftung kommen konnte, wurden nicht gemacht."
Da in Ägypten weiterhin Notstandsgesetze gültig seien, sei eine Verlängerung der Haft ohne eine Begründung möglich. Es lägen allerdings keine näheren Informationen zur Dauer der Untersuchungshaft vor.
Seit der Inhaftierung von Helmy Abouleisch hat sein Vater, Dr. Ibrahim Abouleish, der SEKEM-Gründer und Träger des Alternativen Nobelpreises von 2003, die Interims-Geschäftsführung übernommen.
Die Leitung der SEKEM-Firmengruppe erhofft sich von der für den 4. Juni anberaumten Verhandlung eine erste Klärung, legt aber Wert auf die Feststellung, dass die Anzeige "in keiner Beziehung zu einzelnen Firmen oder Aktivitäten der SEKEM Initiative steht."
Nach der Revolution werde in Ägypten gegen zahlreiche Mitglieder der früheren Regierung vorgegangen. Die Vorwürfe seien Korruption oder Untreue und in einem aufgeheizten öffentlichen Klima werde von vielen Ägyptern ein scharfes Vorgehen der Staatsanwaltschaft gefordert. "In welchem Umfang am 4. Juni eine Aufklärung der Vorwürfe zu erwarten ist, bleibt bisher noch unklar", schreibt SEKEM.
Weiterhin wird in der Meldung das Tätigkeitsfeld von Helmy Abouleish während seiner Jahre als Geschäftsführer des Industrial Modernization Centers erläutert. Danach diente der "durch die Europäische Union und die ägyptische Regierung mit insgesamt 450 Mio. € ausgestattete Fond (...) der Förderung der ägyptischen Wirtschaft vor allem durch Zuschüsse zu Trainings- und Modernisierungsmassnahmen in Industrieunternehmen sowie Politikberatung. Während seiner Geschäftsführung hat Helmy Abouleish entscheidend zum Erfolg des IMC Programmes beigetragen, das seit dem Jahr 2000 knapp 15.000 Unternehmen erreicht hat."
Die SEKEM-Firmengruppe gilt als ägyptischer "Bio-Pionier". Sie produziert, verarbeitet und vermarktet biologische und biodynamische Lebensmittel, Textilien und pflanzliche Arzneimittel in Ägypten, der arabischen Welt und auf internationalen Märkten. Eigenen Aussagen zufolge werden von den SEKEM Firmen mit einem Teil ihrer Gewinne die Aktivitäten der SEKEM-Stiftung für Entwicklung (SDF) finanziert, diese betreibt Schulen, ein medizinisches Zentrum und eine Forschungsakademie.
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