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Rudolf Steiner im Spiegel

11.05.2010

Kunstmuseum Wolfsburg

Der Spiegel über eine Ausstellung im Kunstmuseum Wolfsburg
von Max Michels von den Beatagenten

"Mit der Ausstellung Rudolf Steiner und die Kunst der Gegenwart werden das Kunstmuseum Wolfsburg und das Kunstmuseum Stuttgart die Verbindungen und Resonanzen sichtbar machen, die im Werk zeitgenössischer Künstler zur Gedankenwelt Rudolf Steiners bestehen. In ausgewählten Werkpräsentationen und eigens konzipierten Installationen nähern sich Künstler wie Meris Angioletti, Joseph Beuys, Tony Cragg, Olafur Eliasson, Helmut Federle, Katharina Grosse, Anish Kapoor und Giuseppe Penone der ästhetischen und philosophischen Weltsicht Steiners an."

So beschreibt das Kunstmuseum einleitend seine Informationen zu einer am 13.5.2010 beginnenden Ausstellung "Rudolf Steiner und die Kunst der Gegenwart". 

Was sich aber ein Autor namens Tobias Rapp in der Printausgabe des Spiegel - wie es den Anschein hat, aus einschlägigen Blogs über Steiner - an Versatzstückchen zusammengeklaubt hat, kommt so platt daher, dass sich eingehendere Beschäftigung damit nicht einmal ansatzweise lohnt. Über die Ausstellung ein paar dürre Sätzchen, die genausogut in eine kleine Notiz gepasst hätten, dafür aber jede Menge Seitenhiebe auf eine - dem Autor offensichtlich zutiefst unsympathische - Einrichtung namens Waldorfschule und deren Gründer Rudolf Steiner: "... tatsächlich ist sein Blick von erstaunlicher L.-Ron-Hubbard-Haftigkeit."

Zumindest wäre es schön gewesen, wenn es in dem Artikel einige genauere Hinweise auf Ort und Zeit der Ausstellung gegeben hätte. Allerdings, da hätte der Autor ja vielleicht auf die Webseite des Kunstmuseums in Wolfsburg schauen müssen. Hat er? Es sieht nicht danach aus.

Dafür scheint Herr Rapp die Flure von Waldorfschulen besser zu kennen, schließlich weiß er, dass die SchülerInnen in diesen Fluren morgens mit einem Steiner-Porträt begrüßt werden. Im Zusammenhang mit der Ausstellung eine bahnbrechende Information, wenn sie denn überhaupt stimmt. Genau wie die seit Jahren überholte und nicht totzukriegende Meinung, das Fussballspiel sei an Waldorfschulen verboten, weil, so der Autor: "Zu erdnah, der Fuß". Mensch Herr Rapp, wo soll der Fuß denn sonst sein?

Immerhin sieht es so aus, als hätte Herr Rapp sich die Mühe gemacht, den von manchen Lichtgestalten der Kritikerszene kolportierten - und wie ich finde - ziemlich ekelhaften Vorwurf der "ausländerfreien Waldorfschulen" so umzuschreiben: "Ein Refugium, in dem man sicher sein kann, nicht mit der multikulturellen Gegenwart der deutschen Städte konfrontiert zu werden. Türken schicken ihre Kinder eben nicht zu Rudolf Steiner..."

Dass dieser Artikel auf einer Seite erscheint, die mit Kultur überschrieben ist, macht es nicht unbedingt besser und lesenswerter schon gar nicht. Da möchte man doch ganz konventionell und gar nicht waldorfgemäß sagen: Setzen, Sechs! Aber genug davon. Wer wissen möchte, was ihn in Wolfsburg erwartet, dem sei ein Blick auf den Internetauftritt der Ausstellungsmacher empfohlen. Wenigstens darauf hätte der Artikel schließlich verweisen können.

www.kunstmuseum-wolfsburg.de

Wie man es auch machen kann, zeigt der NDR hier >

 

 

 

 

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