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Resolution: Demeter-Verband fordert die Bundesregierung zum aktiven Handeln auf. Umdenken in der EU-Landwirtschaftspolitik ist gefragt.
mm/tdz. Der Weltagrarbericht war Thema der Delegiertenversammlung des Demeter-Verbandes in Darmstadt. 2008 hatte eine internationale Expertenkommission im Auftrag der Vereinten Nationen einen Bericht erstellt, in dem die Politik aufgefordert wurde, zugunsten der Hungernden in der Welt eine andere Landwirtschaftspolitik zu betreiben. Von der Bundesregierung war dieser Bericht nicht mit unterzeichnet worden.
In einer Resolution fordert jetzt der Demeter-Verband, dass die Bundesregierung "die aktuelle Überarbeitung der EU-Agrarpolitik nutzen sollte, um die Agrarwirtschaft auf nachhaltigere und gerechtere Grundlagen zu stellen", wie es in der Pressemeldung des Verbandes heißt.
Konkret geht es darum, für die Hungernden in der Welt - es sind weltweit über eine Milliarde, von denen über 70 Prozent auf dem Land leben - Unterstützung zur Selbsthilfe zu gewähren. Argrarindustrie sei nicht der richtige Weg, um die drängenden Probleme zu lösen.
Einem "weiter wie bisher" erteilen die Delegierten des ältesten Bio-Anbauverbandes eine eindeutige Absage. Gefordert wird mehr Forschung zu standortgemäßen Methoden "unter Einbezug des Wissens von Praktikern wie Landwirten." Es gehe auch um ein "europäisches Agrarmodell einer multifunktionalen, regionalen und nachhaltigen Landwirtschaft ohne Gentechnik".
Die EU-Agrarpolitik stünde in der Tat vor immensen Herausforderungen und vor dem Hintergrund von Klimawandel, Artensterben und dem Verlust der Bodenfruchtbarkeit müsse geholfen werden, "das Leben auf dem Land überall auf der Welt zukunftsfähig zu machen. (...) Geld vom Staat oder der EU solle es nur noch für gesellschaftliche Leistungen geben. Folgekosten für Umwelt und Mensch seien anzurechnen. Die EU dürfe nicht durch Handel oder Subventionen, wie etwa auf so genannten Biotreibstoff, die Ernährungssouveränität in anderen Weltregionen gefährden."
Da der Ökolandbau die meisten gesellschaftlichen Anforderungen erfülle, sei er - auch durch eine erweiterte Forschung - stärker zu fördern. Stephan Illi, Demeter-Vorstand, kommentierte die Forderungen der Teilnehmer der Delegiertenversammlung: "Das konventionelle Landwirtschaftssystem hat seine Chance gehabt, nun ist der Ökolandbau dran."
Neben Bioland, Naturland und weiteren Verbänden des Öko-Landbaus dürfte der Demeter e.V., der international in über 45 Ländern aktiv ist, wohl zu den erfahrensten Anbauverbänden der Welt gehören. Der Demeter-Anbau geht zurück auf die Erkenntnisse des Anthroposophie-Gründers Rudolf Steiner, der 1924 in seinem "Landwirtschaftlichen Kurs" die Grundlagen zur biologisch-dynamischen Landbauweise gelegt hatte.
Ebenfalls zum Thema "Weltagrarbericht" bei TdZ >
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