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Neulich in Schloss Hamborn


Im Gespräch nach dem Vortrag


Quellengeheimnisse
Das Land an Alme, Lippe und Pader
zu einem Vortrag von Dr. Joachim von Königslöw
Eindrücke von Michael Mentzel

Zu Gast beim Zweig der Anthropsophischen Gesellschaft im Hamborner Schloss war Dr. Joachim von Königslöw. Sein Thema: Die Quellengeheimnisse im Paderborner Land.
Was sind es für Geheimnisse, die hinter der Pader, der Alme und der Lippe verborgen sind? Sind es überhaupt Geheimnisse und kann man erleben, was uns diese drei Flüsse sagen wollen? Von Königslöw nahm seine Zuhörer im voll besetzten Schlosssaal mit auf einen anregenden Ausflug in eine Welt zwischen dem Festen und dem Flüssigen, in eine Zwischenwelt, dort, wo die Elementarwesen ihren Platz haben und zu den Menschen sprechen können, wenn diese es hören wollen.

Zu Beginn seines Vortrages wies er auf "merkwürdige" Entsprechungen zum Land des Jordan hin, dem Urfluss der Menschheit. Abgesehen von den geographischen Gegebenheiten handele es sich auch hier um drei Quellflüsse, die sich zu einem, nämlich dem Jordan-Fluss, vereinigen. Der Hazbani, der Ledan und der Banyas vereinigen sich in einem Gebiet, in dem Jesus , es war der nördlichste Punkt seiner Wanderungen, gewirkt hat. Petrus sagte an diesem Ort: Du bist der Christus. ....

Die drei Flüsse Lippe, Pader und Alme entspringen in unmittelbarer Nähe zu den Externsteinen und vereinigen sich dann zur Lippe. Bezeichnenderweise heißt die Lippequelle auch Jordanquelle. Die Pader, so ist es in der Bischofsstadt Paderborn zu erleben, tritt unter dem Dom ans Tageslicht. Rudolf Steiner, so Joachim von Königslöw, habe das Gebiet um die Externsteine als ein Inspirationszentrum bezeichnet.

Ausdrücklich betonte Joachim von Königslöw, hier nicht symbolisieren, mystifizieren zu wollen, es seien eben diese Entsprechungen vorhanden; er sieht in diesen Entsprechungen eine Möglichkeit, die Seele einzustimmen auf die Geheimnisse der Quellen und des Wassers. Quellen seien die „Augen der Erde", habe Rudolf Steiner einmal bemerkt.

Wenn wir über unser Sehen nachsinnen, so können wir feststellen, dass wir mit dem Bewusstsein, mit der Seele sehen und dass sich dieses Sehen zu einem großen Teil im Flüssigen abspielt. Die Menschen sind zu Tränen gerührt, weinen Freudentränen oder vergießen Tränen der Trauer. Was aber erlebt das Wasser, wenn es das "Licht der Erde an der Quelle erblickt?" Was erzählt die Erde vom Kosmos?

Das Wasser bringt die Weisheit ans Licht, die Germanen wussten von diesen Verhältnissen. Mimir oder Mimr, die Quelle am Fusse der Weltenesche Yggdrasil wird auch als Quell der Weisheit bezeichnet. Im Reich zwischen dem Festen und Flüssigen wirken die elementaren Wesenheiten, die Erde nimmt dieses Wirken wahr und schaut darauf durch die Quellen. Die Augen der Erde.

Tränen? Tritt das Wasser aus der Quelle in das Licht der Welt, ist es fortan auch den Kränkungen der Welt ausgesetzt. Fabriken, Mühlen werden gebaut, dort wo die Kraft des Wassers es hergibt, Verschmutzungen und Verunreinigungen durch die unterschiedlichsten Einflüsse nehmen ihren Lauf.

Diese lebendigen Beschreibungen können im Zuhörer die Bereitschaft wecken, sich den Geheimnissen der Quellen auf eine andere Weise zu nähern. Der Redner beschrieb sehr anschaulich ein Erlebnis, das er auf einer Wanderung an der Sauer bei Grundsteinheim hatte, als er in dem trockenen, kalksteinigen Flussbett auf der Suche nach der Quelle war. Tief unter ihm begann es plötzlich zu rauschen und zu gurgeln. Aus starrer, fester Materie erwachen die Lebensgeister, wahrnehmbar für den, der hören will und kann. Und an irgendeiner Stelle beginnt dann das Wasser hervorzuquellen und zu fließen. Königslöw verglich diesen Vorgang mit einem Auferstehungserlebnis. Auch die Christus-Strömung war nicht abzutöten und das Wasser, wenn es fließt, lässt sich nicht mehr aufhalten.

Seinen Zuhörern gab der Redner den Ratschlag mit auf den Weg: "Verschaffen Sie sich hin und wieder solche Quellenerlebnisse!". Gleichwohl wies er sehr bestimmt noch einmal darauf hin, dass es sich bei diesen Gedanken nicht um Wissenschaft handele, sondern um Natur-Imaginationen, die es uns vielleicht ermöglichen können - anknüpfend an solche Erlebnisse - die uns umgebende Natur neu sehen zu lernen.

Nach diesem anregenden Vortrag des ehemaligen Waldorflehrers, der übrigens kein studierter Geograph - wohl aber ein passionierter und sehr versierter Kenner geologischer Verhältnisse ist - dürfte es sich gewiss lohnen, der Erde speziell an diesen genannten Orten einmal etwas genauer in die "Augen" zu schauen.

Für viele Zuhörer, so war es im Anschluss beim Hinausgehen zu vernehmen, sicher auch eine Aufforderung, ihre nähere Umgebung, das Land um Lippe, Alme und die Pader, anders zu betrachten und vielleicht selbst festzustellen, welche Geheimnisse ihnen die Quellen dieser Flüsse mitteilen.

 

 

 

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