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Professionell


Carsten Mentzel im Café Alte Schule
von Max Michels

Wer Carsten Mentzel bisher als Mitglied in den unterschiedlichsten Formationen (z.B. Paul Joses oder Pete Alderton) erlebt hat oder seine Fähigkeiten als Producer dieser und anderer Künstler bewundern konnte, hatte vor einigen Tagen die Möglichkeit, ihn einmal von einer anderen Seite zu erleben. Nämlich ohne Band und Begleitung nur mit Akustik- und E-Gitarre im Cafe Schloss Hamborn. Es wurde eng, denn das Cafe war voll besetzt, ein Zeichen dafür, dass sich inzwischen wohl herumgesprochen hat, was dieser Künstler so alles zu bieten hat. 
Und die Erwartungen seiner Fans wurden nicht enttäuscht. Er selbst, wohl auch ein wenig überrascht von dem Andrang, kam nach kurzer "Einarbeitungszeit" zur Sache. Eine unglaubliche Dichte geht von den Interpretationen der Lieder der verschiedensten Songwriter aus. Bob Dylan, Nina Simone, John Mayer, Leonard Cohen, es waren "neue" Songs, die hier ihren Weg, wie es schien, direkt in die Herzen der Zuhörer fanden. Seine eigenen Stücke fügten sich absolut stimmig in das Programm ein. Die Bandbreite seiner stimmlichen Möglichkeiten scheint schier unerschöpflich, man fragt sich manchmal, wie er das macht. Den Bogen von Elvis Presley über Edith Piaf zu Hallelujah von Leonard Cohen zu schlagen, ist schon eine großartige Leistung. Das war Spielfreude pur und man hatte das Gefühl, als wenn dieser Sänger noch nie etwas anderes gemacht hätte als zu singen. Die Leichtigkeit seiner Überleitungen ließ fast eine Wohnzimmeratmosphäre aufkommen, plötzliche Unterbrechungen wurden professionell gemeistert bis hin zu kleinen Kommentaren mitten in komplizierten Gitarrensoli. So ist es natürlich auch nicht verwunderlich, dass er am Ende seines Konzertes nach einer CD gefragt wird. Nein, noch hat er es noch geschafft, sich selbst so darzustellen, wie es eigentlich auf Grund seiner Professionalität und seiner Fähigkeiten zu erwarten wäre. Immerhin steht er schon seit 12 Jahren auf den unterschiedlichsten Bühnen. Vielleicht soviel: Mindestens alle zwei Monate ist er in Paderborn im Fat Louis zu sehen und zu hören, dann aber mit Band und etwas lauter mit Rock-Songs und -Balladen. Dieser Abend aber hat sehr deutlich gezeigt, mit was wir im Laufe der nächsten Zeit bei diesem Künstler noch zu rechnen haben.

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