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Fussball, Präsidenten und ein Fahnenmeer Max Michels von den Beatagenten
Das wird eine Woche. Deutschland gegen Argentinien. Und als kleiner Nebenschauplatz: "Can we Wulff?" oder "Can we Gauck?" Das ist hier die Frage. Bald wissen wir mehr. Ein bisschen froh bin ich schon, dass Götz Werner bei den Facebookern so schnell aus dem Rennen war, denn Menschen wie er sollten nicht auf ein präsidiales Abstellgleis ohne weitere Anschlussmöglichkeiten geschoben werden.
Denn: was werden wir von dem neuen Präsidenten nach der ersten "Ruck-Rede" wohl zu sehen bekommen? Den großen Bahnhof zur Heimkehr der deutschen Fußballmannschaft - am Ende gar als Weltmeister? Das wäre eine schöne Aufgabe für einen Grüß-August: Deutschland inklusive Präsident wird in einem Fahnenmeer versinken und wer weiß, vielleicht ist der Präsident dann überhaupt nicht mehr zu sehen. Und nicht nur deshalb, so meine ich, ist es doch eigentlich schnurz, ob nun Gauck oder Wulff den Sieg davontragen wird.
Noch köchelt die Volksseele in ihrem Topf mit geschlossenem Deckel vor sich hin, während von eifrigen Aktivisten die virtuellen Maschen der sozialen Netze gestrickt werden, wie sich unschwer an der Präsidenten-Diskussion feststellen lässt. Um im Bild zu bleiben: Hin und wieder wird auch mal eine Masche fallengelassen, ansonsten erleben wir das alte Rechts-Links Schema. Aber die virtuellen Pullover wärmen noch nicht wirklich und es empfiehlt sich, vorzusorgen. Würde es unserem Land nicht guttun, einen Präsidenten zu haben, dessen Freiheitsbegriff nicht nach alten Strickmustern, sondern nach neuen Formen des sozialen Lebens ausgerichtet ist? Diese Offenheit den tatsächlichen Realitäten gegenüber aber kann ich leider bei beiden Kandidaten nicht so richtig erkennen. Also was? Vertrauen wir darauf, dass die Wahlmänner und -frauen eine Entscheidung treffen, die sie vor sich und ihrem Gewissen - so sie denn eines haben - vertreten können.
Wir dürfen aber auch, das sei erlaubt, angesichts der realen Situation in unserem Land, feststellen, dass es in nicht all zu ferner Zukunft - auch offiziell - heißen könnte: "Berlin, wir haben ein Problem". Ich meine, dann wäre es tatsächlich an der Zeit, Götz Werner wieder ins Spiel zu bringen. Man bräuchte ihn noch nicht mal aus dem Hut zu ziehen, denn er ist schon da. Und wer sagt eigentlich, dass der Kanzler eine Frau sein muss? Oh, habe ich jetzt Kanzler gesagt?
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