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Die Renaissance der Atomkraft in Polen nimmt Gestalt an. Geplant ist der Bau von zwei Atomkraftwerken. Gibt es wirklich keinen anderen Weg?
von Max Michels

Die spinnen, die Römer, heißt es bei Asterix. In der Tat ist es manchmal ja auch nicht nachzuvollziehen, was die Römer - jedenfalls die bei Asterix - damals alles so trieben.

Was hat das mit Polen zu tun? Die Polen - so ist es zu lesen - setzen neuerdings wieder auf Atomkraft. Na prima! Möglicherweise glaubt man dort, wenn in Deutschland die Lichter ausgehen, weil diese "Öko-Spinner" von der deutschen Bundesregierung den Ausstieg aus der Atomtechnik beschlossen haben, dann könne man doch mit Strom aushelfen. An solchem Strom, das sollte den polnischen Verantwortlichen seitens der Bundesregierung deutlich klargemacht werden, besteht aber - hoffentlich - in Deutschland kein Interesse. Ich für meinen Teil könnte gerade noch dem Import von polnischen Hafermastgänsen etwas abgewinnen.

Nach Tschernobyl und Fukushima weiterhin auf eine unbeherrschbare Technologie zu setzen, ist reichlich verwegen und deshalb darf man vielleicht nachfragen, was der Grund für dieses Atomrevival ist. Genauer gefragt: was treibt unsere Nachbarn an, ein neues Atomenergieprogramm zu stricken, nachdem es in Polen bereits zwei halbfertige Bauruinen gibt und das Land 1990 einen Baustopp für Atomreaktoren erlassen hatte? Das Umweltinstitut München berichtet, dass sogar über einen Einstieg in die Wiederaufarbeitung und die Schnelle-Brüter-Technologie nachgedacht würde.

Schon im März 2010 hatte die Frankfurter Rundschau über die Beweggründe der Polen berichtet, das erste AKW auf polnischem Boden zu errichten: "Über 90 Prozent des Stroms werden in Polen noch immer aus dem Verbrennen von Braun- und Steinkohle gewonnen. Das soll sich angesichts der strengen Umweltauflagen spätestens im Jahr 2020 ändern, heißt es in einem Strategiepapier der Regierung in Warschau. Dann soll in Polen das erste Atomkraftwerk des Landes ans Netz gehen. Ein zweites AKW soll dann bis 2030 folgen." Und Zeit-Online berichtete im Mai 2011 über den polnischen Staatspräsidenten Bronislaw Komorowski, immerhin zwei Monate nach Fukushima: "Er kenne keine Argumente, die eine reale Gefahr beim Bau moderner Atomkraftwerke belegen könnten, (...) Für Polen gebe es 'keinen anderen Weg als den der Atomkraft', fügte Umweltminister Andrezj Kraszewski hinzu." 

Das deutet auf eine altbekannte Verfahrensweise hin: Augen zu und durch. Das eine solche Verfahrensweise allerdings schon vor Fukushima fragwürdig war und es danach geradezu sträflichen Leichtsinn bedeutet, weiterhin auf diese Technologie zu setzen, scheint sich als Erkenntnis wohl doch nicht überall durchgesetzt zu haben.

Wer sich näher über diese Vorgänge informieren und dabei mithelfen helfen möchte, dass sich bei unseren östlichen Nachbarn so etwas wie Einsicht verbreiten möge, kann das mit Hilfe des Umweltinstituts München tun. Auch auf der Seite des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit gibt es Informationen und Hinweise, wie die Bürgerbeteiligung durch Stellungnahmen und Eingaben bei den polnischen Verantwortlichen vonstatten gehen kann.

Zur Webseite des Umweltinstituts München > 
Zur Information des Bundes-Umweltministeriums >

 

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