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Pädophilen-Ring aufgeflogen

18.04.2011

Berlin. Kriminelles Netzwerk unter dem Tarnmantel einer Kinderhilfsorganisation. Einer der mutmaßlichen Täter ist Waldorflehrer.

Fassungslosigkeit an der Waldorfschule Märkisches Viertel in Berlin. Ein Lehrer der Schule ist offensichtlich an den Missbrauchs-Vorfällen beteiligt, wie sie derzeit von der Berliner Presse dokumentiert werden. Danach soll es einen Pädophilen-Ring geben, der unter dem Tarnmantel einer Jugendhilfsorganisation seit Jahren Kinder missbrauchen und mit Hilfe dieser Organisation auch Kinder aus Haiti verschleppt haben soll. Die Online-Ausgabe der Welt berichtet: "Entsetzen über die mutmaßlichen Aktivitäten der Festgenommenen herrscht derzeit vor allem an einer Waldorfschule im Berliner Stadtteil Reinickendorf. Der 67-jährige Johan E., Vorsitzender von Promote Africa, ist im Hauptberuf Lehrer an der Schule. Die reagierte sofort, suspendierte den aus Schweden stammenden Pädagogen und erteilte ihm Hausverbot."

Zu vermuten ist, dass man an der Waldorfschule von den Ereignissen kalt erwischt wurde, denn auch in Berlin haben die Ferien bereits begonnen. Allerdings berichten auch andere Berliner Zeitungen von der schnellen Reaktion der Schule und davon, dass eine Telefon-Hotline eingerichtet wurde, um schnell und umfassend zu informieren. So zitiert die Berliner Morgenpost heute aus einer Stellungnahme der Schule: "Bisher haben wir keine Erkenntnisse darüber, dass auch Schülerinnen und Schüler unserer Schule davon betroffen sind, haben aber vorsorglich eine Kontaktnummer eingerichtet, an der sich gegebenenfalls Betroffene wenden können".

Bereits Mitte Februar waren zwei Verdächtige in München verhaftet worden, darunter ein 25jähriger Brasilianer, der allerdings Medienangaben (Berliner Morgenpost) zufolge lediglich Schleuseraufgaben wahrgenommen habe und dafür auch bezahlt worden sei. Es bestehe der Verdacht, dass die Hilfsorganisation bereits seit 2001 Kinder aus Haiti nach Deutschland eingeschleust hätten.

Die Webseite der Hilfsorganisation, dessen Vorsitzender Johan E. ist, wurde inzwischen vom Netz genommen, eine Recherche zeigt allerdings, dass es dort offensichtlich Aktivitäten und Projekte mit anderen Berliner Schulen und Organisationen gegeben haben muss, so werden im Impressum beispielsweise Projektpartnerschaften mit einer Berliner Gesamtschule und dem Afrikahaus Berlin ausgewiesen.

Der Waldorfpädagoge, so heißt es an anderer Stelle, soll bereits 2002/2003 im Hinblick auf Pädophilie auffällig geworden sein. Ein schwedisches Blog weist darauf hin, dass Johan E. vor seiner Tätigkeit in Deutschland an einer Waldorfschule in Schweden unterrichtet habe.

Der Bund der Freien Waldorfschulen sieht offensichtlich zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Notwendigkeit einer Stellungnahme, was möglicherweise aber auch den Ferien geschuldet sein könnte. Gleichwohl werden dort die Alarmglocken läuten, denn wenn auch das aktuelle Problem trotz der mutmaßlichen Teilnahme eines Waldorfpädagogen - wie auch vergangene - nicht ein waldorfspezifisches Problem ist, ist doch ein professioneller Umgang mit dem Thema angesagt. Dazu sollte eine schnelle und eindeutige Information der Öffentlichkeit und der Waldorf-Community gehören, wie auch konkrete Hilfsangebote für eventuell betroffene Schulen oder Eltern. [Nachtrag am Ende des Beitrags]

Der anthroposophische Blogger Michael Eggert schreibt dazu: "Angesichts der besonderen kriminellen Energie, einen Menschenschlepper- Ring unter Tarnung aufzubauen, ist wohl davon auszugehen, dass dieser Waldorflehrer auch in seiner langen Tätigkeit in Waldorfschulen bislang unentdeckte Verbrechen begangen hat."

Wohl auch zu Recht merkt Christian Füller in der taz-online an: "... die Päderastie ist kein vergangenes Ereignis aus den fernen 70er Jahren. Es ist ein aktuelles Phänomen, wie der Fall Dennis und genauso der Berlin-Münchener Pädophilenring zeigt. Pädokriminelle sind keine Eindringlinge von außen. Sie infiltrieren die sozialen Institutionen, sie bilden Hilfsvereine für Kinder aus Haiti, lassen sich als Pflegeeltern vergattern oder werden Pädagogen. Eine unbequeme Erkenntnis, aber eine wichtige."


[NACHTRAG]
Der Bund der freien Waldorfschulen hat sich inzwischen mit einer Presserklärung zu Wort gemeldet. Darin heißt es unter anderem: " Die Schulleitung informierte umgehend den Bund der Freien Waldorfschulen (BdFWS) und arbeitet eng mit ihm zusammen: „Wir sind entsetzt über diesen furchtbaren Tatverdacht und unterstützen die Schule in jeglicher Hinsicht bei der Aufklärung und pädagogischen Aufarbeitung", so Vorstandsmitglied Henning Kullak-Ublick. Auch hätte der Vorstand der Schule gemeinsam mit dem Lehrerkollegium beschlossen, "dass alle an der Schule beschäftigten Lehrer ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen sollen, sofern das bei ihrer Einstellung noch nicht geschehen ist." Die Vorlage des erweiterten Führungszeugnisses gilt an der Schule seit 2010 für alle neuen Lehrkräfte.

 

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1 Kommentar

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#1 Kabur Kabari schrieb am 19.04.2011 13:39

Als wir uns in Hamburg, Göttingen und an anderen Orten Deutschlands auf den 2. bundesweiten Aktionstag gegen Kindesmissbrauch am 13.05.2006 in Hamburg vorbereiteten, habe ich u.a. versucht mit den führenden Funktionären der CDU, FDP und SPD, dem Sekretariat des katholischen Bischofs und der evangelischen Bischöfin Jeppsen über die Frage des virulenten Kindesmissbrauchs in den Varianten des sexuellen, des psychischen, des physischen und des emotionalen Kindesmissbrauchs in Familien, Heimen, Schulen und Organisationen zu sprechen und diese öffentlichen Funktionsträger für die Teilnahme an diesem Aktionstag zu gewinnen.

 

Das Resultat: Der damalige SPD-Vorsitzende von Hamburg, Dr. Petersen, schlich leise und ohne ein Wort zu verlieren kurz nach der Eröffnung um 09:00 Uhr über den Jakobikirchhof und verschwand ohne ein Wort wieder spurlos in den Strassen dieser Metropole Deutschlands.

 

Die sonstigen Reaktionen waren kategorisch ablehnend, teilweise sogar aggressiv, bis hin zu Unterstellungen, wir wollten die Bürger der Freien und Hansestadt Hamburg doch nur verunglimpfen und durch Unterstellungen schlimmen und kriminellen Verdächtigungen aussetzen.

 

Ich war damals trotz meiner Eloquenz sprachlos. Nie wieder möchte ich dieses Gefühl von Bösartigkeit, von Feindseeligkeit und von Ablehnung erleben. Unsere Gruppierung, die hinter der URL www.kinderschreie.de stand und aus einer Vielzahl von Opfern dieses so vehement und aggressiv verleugneten Kindes- und Menschenmissbrauchsystems bestand, hat sich einer Art von Wiederstand- und Protestuntätigkeit und dem Erleben eines irgendwie doch lebens- und liebenswerten Lebens ergeben, weil die Nähe des Todes, der mit den div. Methoden des Missbrauchs immer unweigerlich verbunden ist, keine Seele auf die Dauer zu ertragen im Stande ist.

 

Das moderne Auschwitz findet in den Kreisen der Pädophilen, der Päderasten, der Satanisten, der Sadisten und der psychotischen Gewalttäter in den Familien, den Schulen, den Heimen, den Vereinen usw. statt. Und die vielen physischen, psychischen, emotionalen und Tode, die da gestorben werden, bilden eine neue Form nazistisch-faschistisch-psychotischer Herrenmenschenphilosopie ab.

 

Und das sind keine Ausnahmen. Das ist ein Massenphänomen und es geschieht in Hamburg, Berlin, Haiti, Manila und so vielen anderen Orten dieser Welt, weil das Schweigen der Bürgerlichkeit der Acker ist, auf dem diese modernen Massenvernichtungsetablissements errichtet werden.

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