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Nichts ist besser als gar nichts.

04.11.2010

Geschäftsidee: "maintours"

"Sei fit - Fahr mit!"
Ein augenzwinkernder Selbstversuch zum Thema Unternehmensgründung und Alternativen für eine freie Gesellschaft.
Ab heute im Kino!

mm/tdz. - Was tun, wenn die Freundin mit dem Portemonee über den Wolken schwebt und dem Zurückgebliebenen nur noch eine Gruppenkarte der Frankfurter Verkehrsbetriebe bleibt?

Jan Peters zeigt es in seinem Film "Nichts ist besser als gar nichts". Seine Geschäftsidee, die sich vom anfänglichen "Möchten Sie auf meiner Gruppenkarte mitfahren" zu einer veritablen Firma (maintours) mit Logo und Visitenkarte entwickelt, bietet ihm vielfältige Möglichkeiten, mit Menschen über die unterschiedlichsten Lebensentwürfe ins Gespräch zu kommen. Der Unternehmensberater, der eigentlich Lehrer ist, die Tagesmutter Susanne Wiest, die mit ihrer Petition zur Einführung des bedingungslosen Grundeinkommens der gleichnamigen Bewegung einen gewaltigen Schub verpasst hat, oder der beim Fernsehen angestellte Grafiker, der einen Teil seiner Zeit den Bienen widmet. Diese und die anderen vorgestellten ZeitgenossInnen eint die Idee eines Daseins, das seine Bestätigung nicht in einem festgefügten Rahmen findet, sondern durch die Entwicklung eigener Freiheitsräume und selbstbestimmter Tätigkeiten eine anderes Denken über wirtschaftliche Zusammenhänge ermöglicht.

Der Film schildert ein Experiment mit ungewissem Ausgang. Was ist nötig, um als Hartz IV -Empfänger ein kleines Geschäft aufzuziehen? Ein Business-Plan, erklärt der Blumenfotograf dem Unternehmer, der inzwischen mit der Frage, "Darf ich Ihnen helfen, 2 Euro zu sparen?", etwas mehr Glück hat bei der Suche nach Mitfahrern; allerdings - weil die Erträge nicht reichen - verkauft er inzwischen auch noch Obdachlosenzeitungen.

Auf eine sehr liebenswerte Art werden in diesem Film Zusammenhänge aufgezeigt, an denen wir zumeist achtlos vorübereilen. Der Film lässt uns als Zuschauer teilhaben an den individuellen Einzelschicksalen von Menschen, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen, sondern sich zum Beispiel mit dem Pfandgeld von leeren Dosen über Wasser halten müssen. Auf "Action" oder spektakuläre Szenen wird verzichtet, dafür stimmige Bilder und ein genauer Blick auf die Protagonisten und das Umfeld, in dem sie sich bewegen. Und im Vorbeigehen erfahren wir eine ganze Menge über Welten, die uns vielleicht vorher verborgen waren.

Wie an einer Perlenkette reihen sich die Begegnungen und Gespräche aneinander und es will scheinen, als hätten alle Gesprächspartner etwas gemeinsam: Die Einsicht, dass es sich lohnt, nach einer anderen Lebensqualität Ausschau zu halten, als nach jener, die uns durch eine fortwährende Jagd nach immer neuen Kicks und eine permanente Werbeflut suggeriert wird. Diese Suche aber nicht mit einem erhobenen Zeigefinger und den moralisch-anklagenden Blick auf die "bösen Die-da-oben", sondern mit dem Fokus auf dem, was zwischen den Menschen lebt. Der Film fordert zu nichts auf, aber gerade dadurch wirkt er authenthisch und beantwortet dabei auch so manche - nicht gestellte - Frage.

Am 4. November 2010 kommt der Film in die Kinos. Mehr Infos über den Film und die Spielstätten finden Sie hier >

 

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