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Der Omnibus für direkte Demokratie hält wieder einmal in Schloss Hamborn.
Haltestelle Schloss Hamborn. Nach zwei Tagen auf dem Paderborner Marktplatz vor dem Dom haben Busfahrer Werner Küppers, zusammen mit Karl-Heinz Tritschler und den beiden Mitarbeiterinnen Tamara und Irina ihren Omnibus für direkte Demokratie wieder einmal für ein Wochenende in Schloss Hamborn geparkt. Diesmal sogar direkt vor dem Portal des Hamborner Schlosses. Inzwischen ist es schon das vierte Mal, dass der Bus hier Station macht.
Für die Besucher, die am Wochenende den Schlossberg zu Fuß, mit dem Fahrrad oder auch mit dem Auto "erklimmen", ist der Bus ein ungewohnter Anblick, der zu mancher Frage auffordert. So auch am heutigen Sonntag, an dem Cafébesucher, Spaziergänger und Radfahrer das schöne Sonnenwetter zu einem Ausflug nach Schloss Hamborn nutzen.
Auch wenn der weiße Doppelstock-Omnibus mit seiner goldenen Borte, die die beiden Geschosse optisch trennt, ein echter Hingucker ist, missionieren wollen die Mitarbeiter des Busses auf keinen Fall. Hört man Werner Küppers eine Weile zu, wenn er die Fragen der interessierten Spaziergänger beantwortet, kann man erleben, dass er versucht, Antworten zu geben, die zum Verständnis der derzeitigen Lage in unserer Gesellschaft beitragen und die dann weiterführen zu den berechtigten Anliegen, wie diese Lage durch eine direkte Demokratie und eine stärkere Teilhabe am politischen Willensbildungsprozess durch eine dreistufige Volksgesetzgebung verbessert werden könnte.
 |  | Werner Küppers |
Ein wesentliches Element dabei ist die Kunst und der künstlerische Umgang mit diesen Fragen. Der Beuys-Satz "Jeder Mensch ein Künstler", oft missverstanden als eine reine Aufforderung, sich mit Pinsel, Leinwand, Hammer oder Meißel künstlerisch zu betätigen, bezieht sich auf die Möglichkeiten, die dem denkenden Menschen zur Verfügung stehen, die sozialen Prozesse in seinem Umfeld künstlerisch und mit Phantasie zu gestalten und damit gesundend und heilend in diese Prozesse eingreifen zu können. Angesichts der globalen Krisen und der Auswirkungen bis in die regionalen Ebenen eine - nach Auffassung von immer mehr Menschen - notwendige Arbeit, denn Gemeinschaftsbildung kann nach dem Verständnis von Beuys nur vom Individuum selbst gedacht werden.
An die vergangenen Besuche in Schloss Hamborn denkt Werner Küppers gern zurück, denn beim ersten Mal gab es die Gelegenheit, einen ganzen Tag mit Schülern der Oberstufe im Unterricht ins Gespräch zu kommen und ein weiteres Mal war der Bus zu Gast bei der von SchülerInnen organisierten Jugendtagung Conn-Action. Dazwischen gab es - wie auch diesmal - fast einen reinen "Erholungsaufenthalt" zwischen zwei Terminen. Dass die MitarbeiterInnen auch hier ansprechbar sind, versteht sich angesichts der Thematik natürlich schon von selbst.
Im Gespräch weist Werner Küppers auch gern darauf hin, dass dieses Unternehmen Omnibus, eine gemeinnützige GmbH, keine Lobby hat und dass der Betrieb dieses Gefährtes nur möglich ist durch die Unterstützung eines Förderkreises, der inzwischen über dreitausend Menschen umfasst; Menschen, die mit regelmäßigen Spenden den Unterhalt des Busses und seines "Personals" möglich machen.
Während der nächsten beiden Tage, am Montag und Dienstag, werden die Menschen in Hamm Gelegenheit haben, über die "Direkte Demokratie" ins Gespräch zu kommen, denn dort ist die nächste Station des Omibus auf seiner diesjährigen Reise durch Deutschland. Für die Hamborner aber ist klar, dass der Platz vor dem Schloss nicht das letzte Mal die ideale Haltestelle für diese Initiative gewesen sein wird. Mehr Kunst, mehr Ethik und vor allem auch mehr Demokratie - wie sie das Unternehmen Omnibus durch ihre Aktivitäten verkörpert - dürften in diesen krisengeplagten Zeiten notwendiger denn je sein.
Wer sich über den aktuellen Fahrplan informieren will kann das hier tun >
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