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„Licht und Klang gestalten die Welt"

Neues Erlebniszentrum der Weleda Naturals GmbH erstmals zugänglich
von Edith Willer-Kurtz

Erstmalig konnten die Besucher bei den diesjährigen „Weleda Tagen" auch das neue Gebäude der Weleda Naturals GmbH kennenlernen, das zusammen mit einem „Erlebniszentrum" unmittelbar am Heilpflanzengarten im Norden von Schwäbisch Gmünd errichtet worden ist.

Die Weleda Naturals GmbH ist ein 100-prozentiges Tochterunternehmen der Weleda AG, sie wird die Weleda europaweit mit Tinkturen und Ölaußügen beliefern. 90 Tonnen Tinkturen und 100 Tonnen Ölauszüge werden zukünftig in Schwäbisch Gmünd jährlich produziert mit rund 50 Mitarbeitern, die bei der GmbH beschäftigt sind. Zehn Millionen Euro wurden in das neue Projekt investiert, die Mittel stammen aus dem Weleda Fonds II der GLS Gemeinschaftsbank.

Schon jetzt zieht der Heilpflanzengarten jedes Jahr Zehntausende von Besuchern an. Er ist Europas größter biologisch-dynamischer Garten mit über 250 unterschiedlichen Pflanzen auf 20 Hektar Land. Mit dem neuen Gebäude hat er eine weitere Attraktion. Es fällt auf durch seine Dynamik und den nach außen lehnenden Wänden, das Dach wirkt schwebend, die Außenanlagen sind im Bewegungsfluss, der den Austausch zwischen Heilpflanzengarten, Erlebniszentrum und Pflanzenverarbeitung nachempfindet.

Im Erlebniszentrum am Heilpflanzengarten, das für die Besucher während der „Weleda Tage" schon zugänglich war, befindet sich eine großzügige Verkaufsfläche mit Weleda-Körperpflegeprodukten, ein Seminar- und Tagungsraum sowie eine Cafeteria am Teich, die vielen ein willkommener Stärkungsort war. Andere ließen sich in den Ruheoasen des Erlebniszentrums mit Massagen verwöhnen.

Einige Hektar des Gartens, neu dazu erworben, sind derzeit mit einer Rapsart bepflanzt. Sie dient als Vorbereitung für die Kultivierung der Heilpflanzen – so erklärten die Weleda-Mitarbeiter den Besuchern. Dann wandelten die Gäste entdeckend durch das Areal von Feldern, Beeten und Gewächshäusern.

Geht man durch den Garten, Erlebt man Ungewöhnliches, zum Beispiel dem Schaubienenstand. Da fliegen die Bienen ganz aggressionslos, ihnen wird nämlich kein Honig weggenommen. Wenig später steht man vor dem `Insektenhotel´, einem Gestell, an dem unterschiedliche Unterschlupfmöglichkeiten geboten werden. Das sind mit Löchern versehene Baumastabschnitte, Schilfrohrabschnittbündel, umgekehrt hängende Blumentöpfe mit Stroh gefüllt. Die Insekten finden das Passende, sie sind da als Nützlinge untergebracht.

Das Regenwasser im Pflanzengarten wird zu 50 Prozent in Zisternen aufgefangen. Besonders ist auch die biologische Kläranlage mit Schilf, wobei nach der dritten Kammer Wasser in Trinkwasserqualität entsteht, das dann als Pflanzgießwasser genutzt wird.

An den Beeten entdeckt man Schilder wie „Klee" und „Aurum" mit Datum. Erst nach einer Erklärung wird verständlich: Hier ist mit Aurum angereicherte Gründüngung gepflanzt, die nach dem Mähen kompostiert wird. Der Kompost wird im nächsten Jahr dann wieder aufs Beet verteilt. Dieser Vorgang wird drei Jahre lang wiederholt, um den Boden so vorzubereiten, dass er geeignet ist für eine Heilpflanze, die dann mit Aurum angereichert ist. Dass die Beete manuell bearbeitet werden, ganz ohne Einsatz von Maschinen oder chemischen Hilfsmitteln, geht einher mit dem biodynamischen Wissen.

Ein transparenter Schaukasten zeigt die Wurzelbildung der Luzerne, wie tief sie in den Boden eindringt und damit vermehrt Stickstoff aus dem Boden holen kann, auch die Malve wird deshalb als Gründüngung angebaut. So kommt es zu einer natürlichen Versorgung ohne Zusatz von außen. Alle Felder sind absichtlich mit Sträuchern und Hecken umpflanzt, um Lebensraum für Vögel, Insekten und anderen „Nützlingen" zu bieten, um im Einklang in der Natur zu sein.

Im Gartenareal steht am Seerosenteich auch der Klangpavillon. Töne können Wasser in Schwingungen versetzen und Wellenbilder erzeugen. Diese Klangbilder des Künstlers und Forschers Alexander Lauterwasser zeigen die „Urbilder" aller sichtbaren Formen, die auch mit Blütenformen eine verblüffende Ähnlichkeit haben, in einem Video, so wie es auf der Buga2006 in München zu sehen war.

Während der Weleda Tage hielt Lauterwasser einen Vortrag mit Bildern. Gezeigt wurden in Schwingung versetzte Wassertropfen, deren Lichtreflexe geometrische Strukturen sichtbar werden ließen und die Zuschauer auf wunderbare Weise erfreuten. Die Gestaltungsprozesse Lauterwassers von Schwingungen und Musik sind das Ergebnis jahrelanger Beschäftigung und legen Zeugnis ab darüber, dass „im Beginn Klang als zentrale Kraft" steht. „Licht und Klang gestalten die ganze Welt", betont Lauterwasser. Alles sei durchsetzt von Rhythmus und Schwingungsprozessen. „Die Spirale sei die Urchiffre der Welt", um das Getrennte zu integrieren.„Da wo es sich von außen nach innen und von innen nach außen durchdringt, das ist der Punkt, an dem etwas Neues beginnen kann", so das Ergebnis seiner Beobachtung.

„Erlebniszentrum" ist eine passende Formulierung für das neue Gebäude wie es die Weleda Naturals GmbH präsentiert. Jährlich wird es Zehntausenden von Besuchern auch nach den „Weleda Tagen" anschaulich machen, welche Kräfte in der Natur wirken und wie sie das eigene Leben bereichern können. Bereits für das laufende Jahr wurde zu Seminaren und Workshops im neuen Zentrum eingeladen.