|
Innere und äußere Tsunamis. Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners e.V. planen Notfallhilfe für traumatisierte Kinder in Japan
mm/tdz. - Permanent werden die Nachrichtenticker der großen Online-Medien aktualisiert und fast im Minutentakt können die LeserInnen sich über die neuesten Entwicklungen in Japan informieren. Wie nicht anders zu erwarten, stehen die Vorgänge in den Atomkraftwerken weitgehend an erster Stelle. Aber auch die psycho-soziale Situation der Bevölkerung nach dem schweren Erdbeben und dem anschließenden Tsunami ist katastrophal, was in dieser Tickermeldung der Taz zum Ausdruck kommt: "Die Kinderrechtsorganisation Save the Children erklärte, durch das Erdbeben und den Tsunami seien mindestens 70.000 Kinder obdachlos geworden. "Sie sind traumatisiert und stehen unter Schock", erklärte Stephen McDonald, der Leiter des Katastrophenteams vor Ort. Viele seien möglicherweise von ihren Familien getrennt worden. Die Hilfsorganisation World Vision teilte mit, sie habe eine erste Hilfslieferung für Kleinkinder ins Katastrophengebiet bringen können."
Was eine solche Situation für die Menschen dort bedeutet, lässt sich nur schwer ausmalen. Unwillkürlich drängt sich der Vergleich zu der Erdbebenkatastrophe in Haiti vor etwas mehr als einem Jahr auf. Wenn auch ein Vergleich dieser beiden Katastrophen nicht ganz angemessen ist, weil in Japan durch die offensichtlich nicht beherrschbaren Vorgänge in den Atomkraftwerken die Konfusion und die Ungewissheit ständig neue Nahrung erhält und damit Folgeabschätzungen - jedenfalls zum gegenwärtigen Zeitpunkt - nahezu unmöglich erscheinen, ist doch das Leid der unmittelbar Betroffenenen, insbesondere der Kinder, durchaus vergleichbar. Hilfe speziell auch für betroffene Kinder und Jugendliche zu leisten, ist eine der originären Aufgaben des Vereins "Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners."
Wie schon für Haiti oder andere Krisengebiete der Welt planen die "Freunde" auch diesmal eine notfallpädagogische Krisenintervention in Japan, um den vom verheerenden Erdbeben psycho-traumatisierten Menschen bei der Verarbeitung des entsetzlichen Erlebnisses zu helfen. In ihrer Presseinformation zu diesem Einsatz heißt es:
"Es ist unmöglich solch mächtige Worte zu finden, die die jüngsten Ereignisse im Nordosten der japanischen Insel Honshu beschreiben könnten. Nachdem ein Erdbeben der Stärke 9,0 am 11. März den Nordosten Japans erschüttert, erreichte nur wenige Stunden später ein Tsunami unvorstellbaren Ausmaßes die Region rund um die Stadt Sendai. Der Atem stockt, sieht man die nach kurzer Zeit im Internet kursierenden Videos von dem schwersten Erdbeben in der Geschichte Japans, das zahlreiche Menschen in den Tod riss.
Wie viele Menschen Angehörige und ihr ganzes Hab und Gut verloren haben, ist ungewiss. Gewissheit herrscht jedoch darüber, dass ihr inneres Gleichgewicht aus den Fugen gerissen wurde und nicht nur die äußere Verwüstung, sondern auch die inneren immens sind.
Um Betroffene bei der Verarbeitung der schrecklichen Ereignisse zu unterstützen, werden die Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners e.V. ein notfallpädagogisches Kriseninterventionsteam in die Region rund um die Stadt Sendai entsenden, sobald die Sicherheitslage hinsichtlich der atomaren Bedrohung geklärt ist. Ein Expertenteam aus Pädagogen, Ärzten und Therapeuten wird sich der psychosozialen Stabilisierung von Kindern und Jugendlichen annehmen. Durch verschiedene pädagogische Maßnahmen sollen die Betroffenen darin unterstützt werden, die schrecklichen Geschehnisse zu verarbeiten und in die eigene Biografie zu integrieren. Diese Form der pädagogischen Ersten Hilfe dient dazu, Traumafolgestörungen abzumildern bzw. vorzubeugen."
Idealerweise sollten derartige notfallpädagogische Maßnahmen in den ersten vier Wochen nach einer Katastrophe stattfinden. "Denn in diesem Zeitfenster entscheidet sich, ob Menschen in der Lage sind das Erlebte zu verarbeiten. Sie dabei zu unterstützen, ist das zentrale Anliegen notfallpädagogischer Interventionen", heißt es in der Meldung weiter. Auch gelte es, bei den Einsätzen lokale Fachkräfte in die Arbeit einzubeziehen und für notfallpädagogische Maßnahmen zu schulen.
Kriseninterventionen wie diese kosten natürlich Geld. Die Kosten für dieses Projekt werden von den "Freunden" auf ca. 50.000 Euro geschätzt. Trotz des ehrenamtlichen Einsatzes können nicht alle anfallenden Kosten vom Verein selbst getragen werden. Dringend wird deshalb um Spenden gebeten.
Spendenkonto: Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners e.V. GLS Gemeinschaftsbank Bochum BLZ: 430 609 67 Konto 800 800 700 Stichwort: "Japan" *
* Sollten mehr Spenden eingehen als für den Einsatz in Japan benötigt wird, oder der Einsatz aufgrund der Sicherheitslage nicht möglich sein, wird Ihre Spende für andere notfallpädagogische Einsätze verwendet.
Quelle
live-ticker taz-online | Pressemeldung "Freunde der Erziehungskunst Rudolf Steiners e.V.
|