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Vor kurzem erhielt ich einen Brief. Ein lieber Freund, der mich mit warnenden Worten darauf hinwies, dass meine andauernde Beschäftigung mit den Medien doch sehr einseitig und schädlich sei. Ich sollte es doch besser lassen. Im Folgenden erläuterte er mir dann sein Ansinnen mit vielen Beispielen und kam dann zu dem Schluss, dass sein Brief eventuell bewirken könne, dass ich ihm die Freundschaft aufkündige. Weit gefehlt, mein Freund, denn Dein am Ende geäußerte Gedanke, dieser Brief und die daraus sich ergebende Korrespondenz wäre doch etwas für meine Online-Zeitung (und wenn nicht da, wo dann?), ließ mich meinen Computer gleich wieder einschalten. Und jetzt kommt mir ein Artikel zu Speicher, der von "junk culture" spricht. Ein Offener Brief, der von 100 bekannten britischen Persönlichkeiten unterschrieben, im Londoner Daily Telegraph erschienen ist und eine große Medienresonanz hervorrief. Thema: "Junk culture vergiftet die Kindheit". Du hast ganz recht, mein Freund, wir kommen nicht darum herum, uns noch intensiver mit dem Thema Junk zu beschäftigen. Mein Zug hat allerdings den Bahnhof längst verlassen und ist nicht mehr aufzuhalten, aber dass wir uns wirklich mal ernsthaft mit den Auswirkungen der Medienverschmutzung auseinandersetzen müssen und "Tacheles" reden müssen, ist doch wohl nicht von der Hand zu weisen. Wenn die Nachricht über das Kind, das Erhängen gespielt hat, nachdem es die Exekution des Herrn Saddam gesehen hatte, stimmt und nicht bloß eine von den Medien hochgekochte Geschichte ist, brauchen wir eigentlich nicht länger zu warten. Fast alle kennen den alten Spruch: Es gibt viel zu tun, lassen wir es liegen. Nein, es gibt viel zu tun. Schaun wir doch mal hin! Warum nicht gleich im Kinderzimmer anfangen? Wo ist eigentlich mein Laptop??
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