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Aus dem Newsletter des FIU-Verlages Februar 2006 von Rainer Rappmann
nein, man bemerkt, daß die Zeitgnossen und Protagonisten von Beuys die Bühne verlassen. Ich sage das ohne Hähm und durchaus mit Betroffenheit. Vor allem, was Johannnes Rau betrifft, will ich deutlich festschreiben, daß er eine durchaus beachtenswerte Entwicklung im politischen Deutschland vollzogen hat, nämlich die bis zum höchsten Repräsentanten unseres Gemeinwesens, die Respekt verdient. Gleichwohl ist er den Weg eines Antipoden von Joseph Beuys gegangen, nicht nur, daß er den wichtigsten Anreger der 2. Hälfte des 20. Jhrdts. Joseph Beuys, seiner wichtigsten Aufgabe scheinbar beraubt hat, ihn nämlich als Professor der Kunstakademie Düsseldorf zu entlassen. Nein, auch ist er Zuge seiner eigenen Lebensentwicklung weiter auf dem Pfad der Parteien geblieben, hat es aber auch da zu einer gewissen Spitze getrieben, eben dem Amt des Bundespräsidenten. All das wirft wiederum ein Licht auf die eigentliche Bedeutung von Joseph Beuys; denn die Verbindung der beiden ist ja durchaus "schicksalhaft" zu nennen.
Zieht man eine Achse "Machbarkeit - Nichtmachbarkeit, aber Tiefe der Dimension", so findet man die Linie, die Johannes Rau mit Joseph Beuys verbindet und verbunden hat. Es gibt nur einen gravierenden Unterschied zwischen den beiden und zwar im Sinne des Satzes von Bellini: "Das gesamte dritte Jahrtausend wird im Beuysianischen Gedankengut wurzeln." Johannes Rau hatte 20 Jahre mehr Zeit und er hat sie genutzt im Sinne der Perspektive von Joseph Beuys, so wollen wir hoffen ... Dadurch waren die beiden vielleicht näher zusammen, als sie sich zu hoffen erlaubten ...Merkwürdigerweise hat Rau Beuys nach dessen Tod weiter "verfolgt". Auch gibt es Hinweise und Stimmen, die behaupten, es gäbe niemals Schloss Moyland und das dortige Beuys-Archiv ohne Johannes Rau. Wohl uns, wir hätten auch so einen LANDESVATER ....
Birgit Weidmann und ihre Agentur "flux-lux" wird nächste Woche beginnen - und dafür bin ich ihr durchaus dankbar! - für den Verein zur Förderung des Erweit. Kunstbegriffs" zu telephonieren und die Frage aufzuwerfen: Wessen Interesse für Beuys ist so, daß es für ihn/sie existentiell wird? Wer ist bereit, unseren Verein, der sich ganz diesem Beuys-Impuls verschrieben hat, zu unterstützen?? Ich hoffe, die Anrufe treffen auf offene Ohren.
FIU-Verlag und Verein zur Förderung des Erweiterten Kunstbegriffs (FIU), D-88239 Wangen, Tel: 0/7528/7734
www.fiu-verlag.com
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