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 |  | Schreinerei Schloss Hamborn |
Felix Orgaß, Klasse 11b beschreibt hier einen Tag in einem Betrieb der Berufsförderung Schloss Hamborn. Felix geht in die Klasse 11b der Rudolf Steiner-Schule Schloss Hamborn. Jeweils 10 Stunden in der Woche arbeiten die SchülerInnen neben der Schule in einem Betrieb, und erleben hier reale Abläufe im Handwerks- Sozial- und Dienstleistungsbereich. Zur Zeit ist er bei daruf., dem Medienbetrieb, in dem auch die Redaktion von Themen der Zeit ihren Sitz hat. Dieser Bericht entstand im Rahmen dieses Praktikums.
Ein Tag im Betrieb
7 Uhr Morgens, Zeit aufzustehen, und das gerade nach den Sommerferien.Im Halbschlaf kämpfe ich mich aus dem Bett und beginne meinen Tag; 8 Uhr, Schulbeginn, vorher noch schnell vor dem Jugendhaus eine rauchen und Neuigkeiten mit den anderen austauschen, dann los. „Was für eine Epoche haben wir eigentlich?" frage ich und erfahre: Kunst- und Musikerkenntnis, hört sich interessant an, und tatsächlich; Herr Brandes und Frau Aeffner sind ein echtes Dreamteam und es ist eine unglaubliche Enttäuschung als die Doppelstunde um ist; mir ist gleich klar: Dies ist die beste Epoche die ich je hatte. Wie man jetzt vielleicht merkt, gehe ich auf eine Waldorfschule, genauer gesagt: Auf ein Waldorfinternat mit dem Namen Schloss Hamborn welches in der Nähe der Stadt Paderborn liegt.
Ich gehe in die Klasse 11b, und Montags, Mittwochs und Freitags arbeite ich in der Berufsförderung. Diese ist eine Einrichtung die es uns Schülern ermöglicht, jeweils 3 Monate in den hier ansässigen Betrieben aus dem grünen- handwerklichen- und sozialen Bereich zu arbeiten und diese besser kennen zu lernen.
Heute ist mein erster Tag in der Schreinerei. Das ist zwar nicht mein Traumbetrieb, aber interessiert bin ich schon, nachdem ich von Herrn Kallenberg freundlich begrüßt wurde und er mir die MitarbeiterInnen Ulrike, Barbara und Raphael vorgestellt hat. Nachdem er mir die Werkstatt gezeigt hat, kann ich gleich schon etwas tun, irgendwie liegt mir die Arbeit mit dem Material Holz, denn ich arbeite die komplette Arbeitszeit locker durch und vergesse die Zeit, bis Herr Kallenberg mich schließlich darauf hinweist das ich gehen kann. Nun aber los; noch 15 Minuten bis zum Mittagessen. Vorher treffe ich noch ein paar Freunde und unterhalte mich ein wenig mit ihnen.
Nach dem Mittagessen geht es wieder in die Schreinerei. Mein Spaß an der Arbeit hat sich nicht verringert, selbst an langweilige Arbeiten wie das Einölen von z.B. Tischplatten gehe ich motiviert heran. Bei dem Betrieb handelt es sich um eine Vollholz-Schreinerei, die unter anderem Küchen, Tische, Schränke, Bettgestelle und auch ausgefallene Dinge, je nach Wunsch des Kunden, anfertigt und montiert. Die Zeit vergeht wie im Flug und um 16 Uhr bin ich schließlich fertig und mache mich gut gelaunt aber doch erschöpft auf den Weg zum Jugendhaus wo ich wieder ein paar Mitschüler treffe.
Den Rest des Tages gibt es nicht viel zu tun, außer Hausaufgaben und vielleicht etwas lesen. Kurz vor dem Abendbrot noch zum Abendlied; eher weniger motiviert nehme ich daran teil, denn ich kann weder Sinn noch Spaß an der Sache finden, ich bin der Meinung dass wir keine Lieder über den Mond singen sollten, wenn auf der Erde noch so viele Probleme existieren. Es gibt genug schöne Lieder mit einer guten Aussage... Da es für mich als Vegetarier hier immer etwas passendes zu essen gibt, lasse ich mir das Abendbrot schmecken. Den Rest des Tages verbringe ich hauptsächlich mit den anderen in und am Jugendhaus, bis ich dann um 21:30 Uhr in der Gruppe sein muss. Es ist mir zwar etwas zu früh, da ich bereits 17 Jahre alt bin, aber es gibt ja auch andere Schüler, die ihren Schlaf brauchen.
Am nächsten Berufsförderungstag, es ist Freitag, darf ich das erste mal zusammen mit Ulrike auf Montage fahren, wir bauen eine Regalreihe in ein Büro im Schloss ein, wieder habe ich sehr viel Spaß dabei und ärgere mich fast, weil am Freitag nur vormittags Berufsförderung ist. Gerne erinnere ich mich daran, als ich mit Herrn Kallenberg und Raphael, Holz aus dem Sägewerk geholt habe, wir haben die Holzplatten eigentlich bloß in das Auto und den Anhänger geladen, trotzdem packte ich mit Freude an und wir waren relativ schnell fertig. Später sagte Herr Kallenberg im Rückblick: „wir brauchten keinen Gabelstapler, wir hatten Felix dabei." Darüber war ich sogar ein bisschen stolz.
Nun sind die 3 Monate und damit meine Zeit in der Schreinerei um, ein wenig traurig bin ich schon da ich sehr viel Freude an der Arbeit dort hatte, trotzdem bin ich auch schon sehr gespannt auf die Medien-Werkstatt in die ich nun kommen soll. Aber erfahre dann plötzlich das ich nun in die Schlossküche komme. Anfangs bin ich noch enttäuscht gehe dann doch schon, mit Interesse, an die Arbeit dort heran und verbringe schließlich insgesamt einen Monat dort in dem ich das ein oder andere über das Kochen erfahre. Die Schlossküche ist eine Großküche die insgesamt 4 Heimgruppen und mehrere auf Hamborn arbeitende Leute versorgt. Gekocht wird so viel wie möglich mit Demeter-Produkten aus der eigenen Landwirtschaft, nach Wunsch auch vegetarisch oder für verschiedene Lebensmittelallergien geeignet.
Endlich Weihnachtsferien, wir machen uns auf den Weg in alle Richtungen Deutschlands, um Weihnachten und Silvester zu Hause zu verbringen, insgesamt sind auf Hamborn 12 Heimfahrten im Jahr vorgesehen, sollte es jedoch einmal nicht möglich sein nach Hause zu fahren so kann man die Zeit in der Feriengruppe verbringen.
So schön es zu Hause auch sein mag ein wenig freut man sich schon wenn man nach Hamborn zurückkommt, und wenn es nur wegen der Freunde dort ist.
Homepage: Schloss-Hamborn / Berufsförderung Homepage: Demeter Wikipedia: Epochenunterricht
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