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 |  | Lang ist´s her! ©tdz 2006 |
Der Widerstand gegen Planung der MVA wächst weiter.
mm/tdz. In Paderborn-Mönkeloh wird der Bau einer Müllverbrennungsanlage geplant. Der Antragsteller, die Abfallverwertungsgesellschaft Stratmann, bezeichnet die Anlage zwar als Heizkraftwerk, allerdings wird aus der Art der Antragstellung deutlich, dass es sich zweifelsfrei um eine Anlage zur Müllverbrennung handelt.
Der Energiewirkungsgrad eines Heizkraftwerkes beträgt zwischen 60 und 90%, während die geplante Anlage lediglich einen Wirkungsgrad von 20-25% erreicht. Selbst konventionelle Kraftwerke erreichen noch eine Wirkungsgrad von bis zu 50%. Nach Auffassung der Bürgerinitiative, die sich in Paderborn und Borchen gebildet hat, ist dies eine Irreführung der Bevölkerung. Bezweifelt wird außerdem der tatsächliche Nutzen der Anlage, denn für die örtliche Abfallentsorgung spielt die MVA keine Rolle, der Müll aus der Region Paderborn wird, geregelt durch langfristige Verträge, von der MVA Bielefeld-Heepen entsorgt. Das Fazit der Bürgerinititiative: Es besteht kein Bedarf und kein öffentliches Interesse an einer Müllverbrennungsanlage in Paderborn.
Andererseits haben die Antragsteller ein großes Interesse an einer solchen Anlage, da hier "heizwertreiche" Abfälle verbrannt werden sollen, die derzeit noch kostenintensiv zwischengelagert werden müssen. Eine Entsorgung dieser Abfälle ist aber nur in Anlagen mit entsprechender Rauchgasreinigungsanlage möglich. Eine solche Ausstattung ist für die geplante Anlage nach vorliegenden Informationen vermutlich aus Kostengründen nicht vorgesehen.
Auch aus ökologischer Sicht wird der Betrieb der MVA von der Bürgerinitiative kritisiert, denn die Stoffe, die hier verbrannt werden sollen, haben hohe Brennwerte, eignen sich nicht für eine Verrottung und tragen massiv zur Kliamabelastung durch CO2 bei. Feste Rückstände der Verbrennung sind anschließend als Sondermüll zu lagern. Die langfristigen Probleme, die dadurch entstehen könnnen, sind noch kaum untersucht. Eine unzureichende Abgasreinigung lässt viele gesundheitsschädliche Stoffe, wie Schwermetalle und Dioxine in die Umwelt gelangen.
Gefährdungen für die Bevölkerung könnten nur durch eine nach modernsten Gesichtpunkten erstellte Anlage ausgeschlossen werden. Befürchtet wird, dass durch den Betrieb eine etwa 10-20fache Emission gegenüber einer modernen Anlage eintreten würde. Damit könnte die Anlage zur größten Giftschleuder in der Region Paderborn werden. Ein zusätzliches Argument gegen den Bau einer MVA, so die Bürgerinitiative, ist der "Mülltourismus", der statt einer sinnvollen und notwendigen Müllvermeidung gefördert würde.
An dem Genehmigungsverfahren sind die Gemeinde Borchen und die Stadt Paderborn beteiligt. Auch die Stadt Bad Lippspringe hat sich jetzt in das Verfahren eingeklinkt. Die Beteiligung des Kurortes hatte der Bürgermeister beim staatlichen Umweltamt eingefordert. Die Badestädter befürchten eine Beinträchtigung der Luftqualität durch erhöhte Schadstoffeinträge.
Der Widerstand in der Bevölkerung gegen den Bau der Anlage wächst, bereits Anfang Dezember hatte die Bürgerinititiative 1500 Unterschriften gesammelt. Auch die Arbeitsgemeinschaft der Paderborner Natur- und Umweltschutzverbände beteiligt sich an dem Protest durch umfangreiche Stellungnahmen und Informationen, um den Bürgerinnen und Bürgern des Kreises Paderborn einen genauen Einblick und damit eine sachkundige Urteilsbildung zu ermöglichen.
weiterführende Informationen: http://www.keinemva.de
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