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Gibt es ein Leben nach Herman?

ein Beitrag von Max Michels

Meine Frau ist irritiert. Wie soll ich ihr nur klarmachen, dass es mir bei meinem Kampf um das Wahre, Gute und Schöne nicht um die blonden Locken von Eva Herman geht, sondern um die Sache. "Gib zu", so versuche ich, ihr klar zu machen, "die Mutter war vor Johannes B. Kerner und Eva Herman ein Nichts, ein Niemand. Es gab sie praktisch überhaupt nicht".

Das sieht meine Frau nicht ein.

"Und ich?"

"Ja, Du, Du bist eine Ausnahme. Das ist doch nicht normal."

"Was?? Ich bin nicht normal??"

"Doch, Du schon, aber alle anderen!"

"Wie? Alle anderen sind nicht normal? Nur ich bin normal?"

Das gefällt ihr jetzt besser.

"Aber wenn ich die einzige Normale bin, was hast du nur immer mit dieser blonden Trulla aus dem Fernsehen? Guck dir doch mal an, wer sich da immer zu Wort meldet, nur Männer!"

"Sind auch Anthros dabei."

"Die stehen auch auf blond!"

"Ach komm, du wirst unsachlich! Die sind sowas wie der Toyota unter den Philopsophen. Sehr umweltfreundlich und: Nichts ist unmöglich."

"Doch, diese blonde Trulla ist unmöglich!"

"Komm, du bist bloß eifersüchtig."

"Was?? Auf die Anthroposophen?"

Ich sollte aufhören zu argumentieren, es hat keinen Zweck. Also frage ich, natürlich ganz vorsichtig:

"Wie wars heute bei der Arbeit?"

Hätte ich nicht tun sollen.

"Hats dir nicht geschmeckt? Fängst Du schon wieder an? Ich stehe mir den ganzen Tag die Beine in den Bauch, wasche putze, bügle, koche, fahre die Kinder in die Stadt, zum Arzt, hole sie wieder ab... und du kommst nach Hause und schreibst Briefe an diese.. diese.. wie heißt sie noch gleich?"

"Ich schreibe keine Briefe, ich kommentiere".

"Was kommentierst Du denn?"

"Dass die deutsche Mutter vor Eva Herman praktisch ein Nichts war, ein Niemand".

"Praktisch?? Hier: kannste mal praktisch, bring mal den Müll runter! Und dann lass mich in Ruhe mit deiner blonden Trulla."

Dabei hab ich gar nicht angefangen.

"Oder besser noch, schreib mal was über die normale Hausfrau! Oder über das Grundeinkommen. Jedenfalls mal über was praktisches.Und über etwas, womit die Leute auch was anfangen können."

Irgendwie hat meine Frau recht. Gut dass sie nichts vom Klimawandel gesagt hat, wir wären garantiert wieder bei den Autobahnen gelandet. Und das geht ja schon mal gar nicht!

Anmerkungen zum Thema: Redaktionsblog Seitenspiegel

Der Autor: Max Michels ist verheiratet und hat 5 Kinder. Seine Ehefrau ist - unter anderem - seit 30 Jahren Managerin in einem Unternehmen namens Familie.

 

 

 

 

 

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